Stromkosten senken: Diese Haushaltsgeräte verbrauchen am meisten Energie

Die Stromrechnung kommt und Sie fragen sich, wo das Geld eigentlich bleibt? Sie achten auf das Licht, schalten Geräte aus – und trotzdem scheint der Zähler unaufhaltsam zu laufen. Das Problem sind oft nicht die offensichtlichen Verbraucher, sondern die stillen Energieräuber, die rund um die Uhr im Hintergrund arbeiten.

Die gute Nachricht: Mit etwas Know-how lassen sich diese Stromfresser identifizieren und bezähmen. Oft sind es nur kleine Veränderungen im Umgang mit den Geräten, die zu einer spürbaren Entlastung Ihres Budgets führen. Wir zeigen Ihnen, wo typischerweise die größten Einsparpotenziale schlummern und wie Sie sie mit einfachen Mitteln heben können.

Wo die Energie wirklich fließt: Die Top-Verbraucher im Haushalt

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Energie wird vor allem dort verbraucht, wo Wärme oder Kälte erzeugt werden muss – oder wo Geräte permanent in Bereitschaft sind. Die folgenden fünf Bereiche sind in den meisten Haushalten für den Löwenanteil der Stromkosten verantwortlich.

1. Kühl- und Gefriergeräte: Die ewigen Arbeiter

Ihr Kühlschrank ist wahrscheinlich das einzige Gerät in Ihrer Wohnung, das nie Pause macht. Selbst ein effizientes Modell läuft 24/7. Bei älteren Geräten, die vor 10 oder mehr Jahren gekauft wurden, kann der Verbrauch schnell das Doppelte eines modernen A+++-Geräts betragen.

So erkennen Sie ineffiziente Kühlgeräte:

  • Fühlen Sie nach: Sind die Seitenwände oder der Bereich zwischen Tür und Gehäuse ungewöhnlich warm?
  • Hören Sie hin: Läuft der Kompressor fast ununterbrochen, anstatt nur gelegentlich anzuspringen?
  • Testen Sie die Dichtung: Legen Sie eine eingeschaltete Taschenlampe in den geschlossenen Kühlschrank. Tritt in einem abgedunkelten Raum Licht aus, ist die Dichtung undicht.
  • Prüfen Sie die Temperatur: 7°C im Kühlschrank und -18°C im Gefrierfach reichen völlig aus. Jedes Grad kälter erhöht den Verbrauch um etwa 6%.

Einfache Sparmaßnahmen:

  • Stellen Sie das Gerät nicht neben Wärmequellen wie Herd oder Heizung.
  • Reinigen Sie regelmäßig die Lüftungsgitter und Kondensatorspulen an der Rückseite.
  • Lassen Sie warme Speisen erst abkühlen, bevor Sie sie hineinstellen.
  • Überlegen Sie bei sehr alten Geräten den Austausch – die Anschaffungskosten amortisieren sich oft innerhalb weniger Jahre durch die Stromersparnis.

2. Warmwasserbereitung per Strom: Der teure Luxus

Wasser mit Strom zu erhitzen, ist eine der kostspieligsten Methoden überhaupt. Ein elektrischer Durchlauferhitzer oder Boiler kann leicht ein Viertel Ihres gesamten Stromverbrauchs verursachen.

Der Aha-Effekt am Stromzähler:

Stellen Sie sich vor Ihren Stromzähler und lassen Sie gleichzeitig an einem anderen Ort im Haus warmes Wasser laufen. Sie werden sehen, wie das Messgerät deutlich schneller dreht oder die digitale Anzeige in die Höhe schnellt – ein deutliches Zeichen für den immensen Energiebedarf.

Wo Sie ansetzen können:

  • Sparbrausen und Durchflussbegrenzer installieren. Sie reduzieren den Wasserdurchlauf, ohne dass der Duschkomfort spürbar leidet.
  • Duschen statt Baden bevorzugen. Ein Vollbad benötigt etwa dreimal so viel warmes Wasser.
  • Tropfende Warmwasserhähne sofort reparieren lassen.
  • Den Boiler isolieren, wenn er sich auch außen warm anfühlt.

3. Standby-Betrieb: Der scheinbare Ruhezustand

Fernseher, Musikanlagen, Spielekonsolen und Computer-Netzteile – sie alle verbrauchen oft auch dann Strom, wenn sie „aus“ sind. In einem durchschnittlichen Haushalt summiert sich der Standby-Verbrauch von bis zu 20 Geräten schnell auf 100 Euro oder mehr pro Jahr.

Die nächtliche Geisterjagd:

Machen Sie bei Dunkelheit einen Rundgang. Jedes kleine LED-Lämpchen, jedes leuchtende Display und jedes warme Netzteil verrät einen heimlichen Stromverbraucher. Ein einfaches Energiemessgerät (oft in Bibliotheken oder bei Verbraucherzentralen ausleihbar) bringt endgültige Gewissheit.

Die praktische Lösung:

  • Steckdosenleisten mit Kippschalter sind die einfachste und effektivste Methode, ganze Gerätegruppen (wie TV-Ecke oder Computer-Arbeitsplatz) komplett vom Netz zu nehmen.
  • Ladegeräte nach Gebrauch aus der Steckdose ziehen.
  • Bei Neuanschaffungen auf den Standby-Verbrauch im Datenblatt achten.

4. Kochen und Backen: Hitze mit Wirkungsgrad

Ein klassischer Elektroherd (ohne Induktion) setzt nur etwa 40% der Energie tatsächlich in Topfwärme um. Der Rest verpufft ungenutzt. Auch der Backofen ist ein großer Energieverbraucher, besonders wenn er ineffizient genutzt wird.

Typische Energielecks in der Küche:

  • Töpfe, die kleiner sind als die Kochplatte.
  • Kochen ohne Deckel.
  • Das Vorheizen des Backofens, auch wenn es im Rezept nicht zwingend erforderlich ist.
  • Häufiges Öffnen der Backofentür während des Backvorgangs (jedes Öffnen kann den Energieverbrauch um bis zu 20% erhöhen).

Energiesparend kochen:

  • Immer mit passendem Deckel kochen.
  • Die Restwärme von Herdplatte und Backofen nutzen.
  • Für kleine Mengen kleinere Geräte wie Toaster-Ofen, Wasserkocher oder Mikrowelle verwenden.
  • Die Umluft-Funktion nutzen, sie spart gegenüber Ober-/Unterhitze Energie und Zeit.

5. Waschen und Trocknen: Sauberkeit hat ihren Preis

Waschmaschine und vor allem der Wäschetrockner gehören zu den Geräten mit der höchsten Leistungsaufnahme. Ein alter Wäschetrockner kann pro Trockengang so viel Strom verbrauchen wie ein Kühlschrank in mehreren Wochen.

Sparpotenziale in der Waschküche:

  • Waschmaschine immer möglichst voll beladen (aber nicht überfüllen).
  • Niedrige Temperaturen wählen: Moderne Waschmittel reinigen bei 30°C oder 40°C meist ebenso gut.
  • Auf den Wäschetrockner verzichten, wann immer es geht. Lufttrocknen ist kostenlos.
  • Falls ein Trockner nötig ist: Die Wäsche vorher gut schleudern (höhere Schleuderzahl) und Wärmepumpenmodelle bevorzugen, die deutlich effizienter sind als klassische Ablufttrockner.

Wie Sie Ihren Verbrauch systematisch analysieren

Vermuten Sie einen konkreten Stromfresser, hilft ein Energiekostenmessgerät. Dieses stecken Sie zwischen Steckdose und Gerät und misst den Verbrauch über einen bestimmten Zeitraum. So finden Sie versteckte Übeltäter wie alte Pumpen, dekorative Beleuchtung oder den zweiten Kühlschrank im Keller.

Ein Blick auf Ihre jährliche Stromrechnung gibt ebenfalls Aufschluss. Vergleichen Sie Ihren Verbrauch (in kWh) mit dem Durchschnittswert für Ihren Haushaltstyp. Liegen Sie deutlich darüber, lohnt sich die Detektivarbeit.

Häufige Fragen

Lohnt sich der Austausch eines alten Kühlschranks wirklich finanziell?

Bei Geräten, die älter als 10-15 Jahre sind, sehr häufig ja. Ein modernes A+++-Gerät verbraucht oft nur halb so viel Strom. Rechnen Sie die geschätzte jährliche Ersparnis (kWh-Differenz x Strompreis) gegen die Anschaffungskosten. Die Amortisation liegt oft bei 5-8 Jahren, bei sehr alten Geräten sogar früher.

Kann ich mit Steckerziehen wirklich so viel sparen?

Ja, der Standby-Verbrauch wird oft unterschätzt. Besonders ältere Unterhaltungselektronik, Netzteile und Geräte mit externen Netzteilen oder Uhrenanzeigen ziehen permanent Strom. Eine schaltbare Steckdosenleiste für die TV-Anlage oder den Computer-Arbeitsplatz kann im Jahr leicht 50-100 Euro einsparen.

Die größten Stromfresser im Haushalt zu identifizieren, ist kein Hexenwerk. Oft reichen schon kleine Veränderungen im Nutzungsverhalten, um den Verbrauch spürbar zu senken. Konzentrieren Sie sich zunächst auf die Dauerverbraucher für Kälte und Wärme sowie auf den heimlichen Standby-Betrieb. Mit einfachen Tools wie einem Energiemessgerät und einem kritischen Blick auf Ihre Gewohnheiten gewinnen Sie die Kontrolle über Ihre Stromkosten zurück – und schonen nebenbei auch die Umwelt.

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