

Ein Kühlschrank läuft rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Bei einem alten Gerät summiert sich der Stromverbrauch schnell zu einer beträchtlichen Summe auf der Jahresabrechnung. Viele Haushalte ahnen gar nicht, wie viel ein Gerät aus den 90er oder frühen 2000er Jahren im Vergleich zu einem modernen Effizienzmodell wirklich kostet.
Die gute Nachricht: Sie müssen nicht raten. Mit einfachen Methoden können Sie den tatsächlichen Energiebedarf Ihres alten Kühlschranks ermitteln und fundiert entscheiden, ob sich eine Reparatur lohnt oder ein Austausch langfristig Geld spart. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen praxisnahe Wege auf.
Warum der Stromverbrauch alter Kühlschränke oft unterschätzt wird
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Alte Kühlgeräte wurden zu einer Zeit gebaut, als Strom günstiger und das Bewusstsein für Energieeffizienz geringer war. Dichtungen werden porös, der Kompressor arbeitet ineffizienter und die Isolierung kann nachlassen. Das Ergebnis: Das Gerät muss häufiger und länger laufen, um die Solltemperatur zu halten. Ein typischer Kühlschrank der Energieeffizienzklasse B von 2005 kann leicht über 300 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr verbrauchen – ein aktuelles A+++-Modell liegt oft unter 150 kWh.
Die versteckten Kosten im Blick behalten
Rechnen Sie selbst: Bei einem Strompreis von 40 Cent pro kWh und einem Mehrverbrauch von 150 kWh jährlich entstehen allein durch den ineffizienteren Kühlschrank zusätzliche Kosten von 60 Euro pro Jahr. Über eine typische Nutzungsdauer von weiteren fünf Jahren sind das 300 Euro, die in die Stromrechnung fließen, anstatt gespart zu werden.
Schritt für Schritt: So messen Sie den Stromverbrauch Ihres Kühlschranks
Sie brauchen kein Elektriker zu sein, um den Verbrauch zu ermitteln. Ein Energiekostenmessgerät, das Sie für wenige Euro im Baumarkt oder online kaufen können, ist Ihr wichtigstes Werkzeug.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Messung
1. Gerät besorgen: Stecken Sie das Energiekostenmessgerät in die Steckdose.
2. Kühlschrank anschließen: Stecken Sie den Stecker Ihres Kühlschranks in das Messgerät.
3. Strompreis eingeben: Geben Sie Ihren aktuellen Arbeitspreis pro kWh in Cent ein (finden Sie auf Ihrer Stromrechnung).
4. Messdauer festlegen: Lassen Sie das Messgerät mindestens eine volle Woche, besser zwei Wochen, angeschlossen. So erfassen Sie auch unterschiedliche Nutzungsmuster (z.B. Wochenende).
5. Werte ablesen: Notieren Sie den angezeigten Verbrauch in kWh für den gemessenen Zeitraum.
Praxistipp: Rechnen Sie den Wochenwert auf ein Jahr hoch (multiplizieren mit 52). Dieser Hochrechnungswert gibt Ihnen einen guten Anhaltspunkt für den Jahresverbrauch.
Den gemessenen Verbrauch realistisch vergleichen und einordnen
Eine Zahl allein sagt wenig aus. Sie müssen sie in Relation setzen.
Vergleich mit Herstellerangaben und Effizienzklassen
Suchen Sie das Typenschild Ihres Geräts (oft im Innenraum). Dort finden Sie die ursprüngliche Herstellerangabe zum Jahresverbrauch. Liegt Ihr gemessener Wert deutlich darüber (z.B. 30 % höher), ist das ein klares Zeichen für Verschleiß und Ineffizienz. Vergleichen Sie Ihren hochgerechneten Wert außerdem mit den Verbrauchswerten neuer Kühlschränke der besten Effizienzklassen (A+++ bis A++). Die Unterschiede sind oft frappierend.
Der ganzheitliche Check: Ist Ihr Kühlschrank ein Stromfresser?
Neben der reinen Messung lohnt ein praktischer Check:
- Dichtungsprobe: Klemmen Sie einen Geldschein in die Türdichtung. Lässt er sich bei geschlossener Tür leicht herausziehen, ist die Dichtung undicht.
- Temperatur checken: Im Kühlschrank sollten es 7 °C, im Gefrierfach -18 °C sein. Jedes Grad kälter erhöht den Verbrauch spürbar.
- Standort: Steht das Gerät neben dem Herd oder in der prallen Sonne? Jedes Grad höher in der Umgebungsluft treibt den Energiebedarf nach oben.
Falls Sie unsicher sind, ob auch andere Geräte in Ihrem Haushalt unerkannt viel Strom ziehen, finden Sie in unserem Artikel zu Stromfressern in der Wohnung weitere hilfreiche Tipps zur Identifikation.
Praxisbeispiel: Die Entscheidungshilfe für Familie Schmidt
Familie Schmidt besitzt einen Kühlschrank mit Gefrierfach von 2008 (Energieklasse A+). Das Messgerät zeigt über zwei Wochen einen Verbrauch von 13,5 kWh an.
1. Hochrechnung: 13,5 kWh / 2 Wochen = 6,75 kWh pro Woche. 6,75 kWh * 52 Wochen = ca. 351 kWh/Jahr.
2. Kosten: 351 kWh * 0,40 €/kWh = 140,40 € Stromkosten pro Jahr.
3. Vergleich: Ein neues, gleich großes A+++-Modell verbraucht etwa 130 kWh/Jahr, kostet also nur rund 52 € im Jahr.
4. Ersparnis: Die jährliche Ersparnis läge bei etwa 88 €.
Fazit für Familie Schmidt: Bei einer Anschaffung eines neuen Geräts für z.B. 500 Euro hätte sich die Investition durch die Stromersparnis bereits nach knapp 6 Jahren amortisiert. Da der alte Kühlschrank zudem leise klackert, fällt die Entscheidung für einen Austausch leicht.
Häufige Fragen
Mein alter Kühlschrank hat kein Energielabel mehr. Wie finde ich den ungefähren Verbrauch heraus?
Ohne Label ist die Messung mit einem Energiekostenmessgerät der zuverlässigste Weg. Alternativ können Sie anhand des Baujahrs und der ungefähren Größe (Nutzkapazität in Litern) online nach vergleichbaren Modellen aus der Zeit suchen, um einen Richtwert zu erhalten. Die Messung liefert jedoch die für Sie gültige, tatsächliche Zahl.
Ab welchem jährlichen Mehrverbrauch lohnt sich der Austausch eines alten Kühlschranks?
Als grobe Daumenregel kann gelten: Wenn die jährliche Stromersparnis eines Neugeräts (gegenüber Ihrem gemessenen Verbrauch) mehr als 10 % der Anschaffungskosten beträgt, ist der Austausch wirtschaftlich sinnvoll. Bei einem 600-Euro-Gerät wären das 60 Euro Ersparnis pro Jahr. Bedenken Sie auch Komfort, Lautstärke und Zuverlässigkeit.
Den Stromverbrauch eines alten Kühlschranks zu messen, ist mit einem einfachen Messgerät schnell erledigt und liefert klare Fakten. Die Gegenüberstellung mit den Betriebskosten eines modernen Geräts zeigt oft ein deutliches Einsparpotenzial auf, das über die Jahre Hunderte von Euro betragen kann. Kombinieren Sie die Messung mit einem praktischen Check der Dichtungen und des Standorts. So treffen Sie eine fundierte Entscheidung: Lohnt sich noch eine Reparatur oder starten Sie mit einem effizienten Neugerät durch – für mehr Klimaschutz und eine entlastete Haushaltskasse.






