
Viele Menschen stehen vor vollen Schränken und wissen nicht, wo sie mit dem Ausmisten anfangen sollen. Die Entscheidung, was bleibt und was geht, fällt oft emotional schwer. Eine Entscheidungsmatrix für Besitz bietet hier ein systematisches Werkzeug für objektive und pragmatische Entscheidungen, um nachhaltig Platz und Klarheit zu schaffen.
Warum einfache Ausmist-Methoden oft nicht ausreichen
Ansätze wie die Frage „Macht es mich glücklich?“ sind ein guter erster Impuls, berücksichtigen aber nicht immer praktische Notwendigkeiten. Ein selten genutztes, aber essentielles Werkzeug oder Dokument könnte so fälschlicherweise aussortiert werden. Für eine dauerhafte Lösung braucht es eine Systematik, die über reine Gefühlsentscheidungen hinausgeht und Faktoren wie Nutzen und Platzbedarf einbezieht.
Die Entscheidungsmatrix: Ein visueller Leitfaden zum Aussortieren
Die Entscheidungsmatrix kombiniert zwei zentrale, pragmatische Fragen: Wie oft wird der Gegenstand genutzt? und Wie viel Platz nimmt er ein? Diese Kombination führt zu klaren Handlungsempfehlungen.
Die vier Felder der Matrix im Überblick
Stellen Sie sich ein Raster vor: Die vertikale Achse steht für die Nutzungshäufigkeit (von „häufig“ bis „selten“), die horizontale für den Platzbedarf (von „gering“ bis „hoch“).
| Nutzung / Platz | Geringer Platzbedarf | Hoher Platzbedarf |
|---|---|---|
| Häufige Nutzung | Behalten & gut zugänglich lagern Alltagsgegenstände wie Lieblingskleidung oder Küchenutensilien. Diese verdienen einen festen, leicht erreichbaren Platz. |
Behalten & Lagerplatz optimieren Große, regelmäßig genutzte Dinge wie Winterdecken oder Standmixer. Prüfen Sie, ob die Aufbewahrung effizient ist. |
| Seltene Nutzung | Behalten & zentral lagern Ersatzbirnen, Spezialwerkzeug oder Saisonartikel. Bewahren Sie diese platzsparend in einer klar beschrifteten „Selten genutzt“-Box auf. |
Kritisch prüfen & meist entsorgen Große, kaum genutzte Gegenstände wie alte Sportgeräte oder sperrige Geschenke. Hier liegt das größte Potenzial zum Ausmisten. |
Praktische Anwendung der Matrix
Gehen Sie Bereich für Bereich vor, zum Beispiel den Kleiderschrank. Bewerten Sie jedes Teil anhand dieser Fragen:
- Nutzungshäufigkeit: Wie oft wurde es in den letzten zwölf Monaten getragen oder benutzt? (Täglich/wöchentlich = häufig; seltener als vierteljährlich = selten)
- Platzbedarf: Wie viel Stauraum beansprucht es? (Eine Bluse = gering; ein Winterparka = hoch)
Ordnen Sie den Gegenstand dem entsprechenden Feld zu und folgen Sie der Empfehlung. Dieser Prozess schafft Objektivität.
Umgang mit emotionalen Gegenständen und „Vielleicht“-Dingen
Für emotional wertvolle Stücke oder Dinge für den „Fall der Fälle“ können Sie die Matrix um eine dritte Dimension erweitern: den emotionalen Wert. Bei hohem emotionalen Wert darf der Gegenstand bleiben – sollte dann aber bewusst und platzbeschränkt, etwa in einer speziellen Erinnerungsbox, aufbewahrt werden, anstatt unkontrolliert Raum einzunehmen.
Die Matrix für dauerhafte Ordnung nutzen
Die Stärke des Systems liegt darin, ein neues Mindset zu etablieren. Nutzen Sie die Matrix als dauerhafte Entscheidungshilfe auch für neue Anschaffungen. Fragen Sie sich vor einem Kauf: „Wo würde dieses Teil in der Matrix landen und bin ich bereit, den dafür nötigen Platz dauerhaft zu reservieren?“ Dies beugt zukünftigem Chaos vor.
Integration in den Alltag
Machen Sie die Überprüfung anhand der Matrix zu einem regelmäßigen Ritual, etwa im Rahmen des Frühjahrsputzes. Bewahren Sie eine leere Version der Matrix griffbereit auf, um bei Unsicherheiten schnell eine objektive Entscheidungshilfe zu haben.
Häufige Fragen zur Entscheidungsmatrix
Was tun mit teuren, aber selten genutzten Gegenständen?
Der Kaufpreis allein ist kein Behaltenskriterium. Fragen Sie sich: Könnte ich es bei Bedarf leihen, mieten oder günstig ersetzen? Wenn ja und der Platzbedarf ist hoch, tendieren Sie zur Abgabe. Lassen Sie sich nicht vom „Geld-versenkt“-Effekt leiten, der Ihr Zuhause vollstellt.
Eignet sich die Matrix auch für digitales Ausmisten?
Ja, das Prinzip ist übertragbar. Bewerten Sie digitale Dateien oder Apps nach ihrer Nutzungshäufigkeit und ihrem „Platzbedarf“ (Speicherplatz, Unübersichtlichkeit auf dem Desktop). Die Handlungslogik bleibt gleich.
Wie entscheidet man bei gemeinsamen Haushaltsgegenständen?
Beziehen Sie alle Haushaltsmitglieder ein. Besprechen Sie die Matrix und treffen Sie gemeinsame Entscheidungen basierend auf den Kriterien. Das schafft ein gemeinsames Verständnis für die Systematik im organisierten Haushalt.
Quellen und weiterführende Informationen
- Ordnung schaffen: Ideen & Tipps für jede Situation
- Aufräumen und Ausmisten nach Marie Kondo und Co
- Ausmisten und Aufräumen: Wo anfangen?
- Gut organisiert: 10 Tipps für mehr Ordnung im Haushalt – Houzz
- Dauerhaft Ordnung halten: Zeitlose Tipps für …






