Ein feiner Strich, wo vorher nur glänzende Oberfläche war – ein Kratzer im Ceranfeld ist ärgerlich. Die gute Nachricht: Oft handelt es sich nur um oberflächliche Spuren, die sich mit einfachen Mitteln aus dem Haushalt korrigieren lassen. Bevor du an einen teuren Austausch denkst, lohnt es sich, die Art des Schadens zu prüfen und mit schonenden Poliertechniken zu arbeiten.
Dieser Leitfaden hilft dir, zwischen harmlosen Schleifspuren und kritischen Schäden zu unterscheiden. Du erfährst, welche Hausmittel für welche Art von Kratzer geeignet sind und wie du sie sicher anwendest, ohne die empfindliche Glaskeramik weiter zu beschädigen.
Welche Kratzer lassen sich selbst behandeln?
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Nicht jeder Schaden ist gleich. Eine schnelle Prüfung mit dem Fingernagel gibt Aufschluss:
Unbedenkliche, oberflächliche Schäden
- Leichte Schleifspuren: Feine, graue Linien, die du kaum oder gar nicht mit dem Fingernagel fühlen kannst. Oft von weggerutschten Töpfen oder Besteck.
- Milchige Trübungen: Die Oberfläche wirkt an einer Stelle matter oder leicht eingetrübt („Milchglas-Effekt“).
Kritische Schäden – Hier ist Vorsicht geboten!
- Tiefe, fühlbare Kratzer oder Risse: Die Vertiefung ist deutlich spürbar. Besonders gefährlich sind Schäden direkt über den Heizspiralen. Hier kann die Glaskeramik unter Hitzeeinwirkung brechen. Sicherheitshinweis: Bei tiefen Rissen das Kochfeld nicht mehr benutzen und einen Fachbetrieb kontaktieren.
Grundregeln vor der Behandlung
Egal für welche Methode du dich entscheidest, diese Punkte sind Pflicht:
1. Kalt und ausgeschaltet: Arbeite nur auf einem komplett abgekühlten und vom Stromnetz getrennten Kochfeld.
2. Vorreinigen: Entferne groben Schmutz und Fett mit einem milden Reiniger und einem weichen Tuch.
3. Sanft vorgehen: Vermeide groben Druck, scheuernde Schwämme oder aggressive Chemikalien. Geduld und kreisende Bewegungen sind der Schlüssel.
Drei bewährte Methoden im Detail
1. Die Backpulver-Paste für frische Schleifspuren
Die feinen Partikel im Backpulver wirken als sanftes Poliermittel und glätten oberflächliche Metallspuren.
So gehst du vor:
1. Mische Backpulver mit wenigen Tropfen Wasser zu einer dickflüssigen Paste.
2. Trage sie direkt auf den Kratzer auf.
3. Poliere die Stelle 2-3 Minuten lang mit einem weichen Schwämmchen (ohne Scheuerseite) in kreisenden Bewegungen.
4. Wische die Paste gründlich mit einem feuchten Mikrofasertuch ab und poliere die Fläche trocken nach.
2. Weiße Zahnpasta gegen milchige Trübungen
Die milden Polierpartikel in herkömmlicher, weißer Zahnpasta (kein Gel) können leichte Trübungen und feinste Kratzer beseitigen.
So gehst du vor:
1. Gib einen kleinen Klecks Zahnpasta auf die betroffene Stelle.
2. Reibe sie mit einem Mikrofasertuch etwa 1-2 Minuten lang mit leichtem Druck kreisförmig ein.
3. Entferne alle Rückstände sorgfältig mit einem feuchten Tuch und trockne die Oberfläche ab.
3. Spezialreiniger für hartnäckige Kombinationen
Sind neben Kratzern auch eingebrannte Rückstände vorhanden, kann ein spezieller Ceranfeldreiniger helfen.
So gehst du vor:
1. Trage den Reiniger gemäß Anleitung auf die kalte Fläche auf und lasse ihn einwirken.
2. Für hartnäckige Abriebe kann ein Ceranfeldschaber (mit Klinge) verwendet werden. Führe ihn dabei in einem flachen Winkel (ca. 30°) vorsichtig über die Stelle.
3. Poliere die behandelte Zone abschließend gründlich mit einem Mikrofasertuch nach.
Diese Fehler solltest du unbedingt vermeiden
- Scheuermittel oder Stahlwolle: Sie zerkratzen die Oberfläche dauerhaft.
- Auf heißer Platte arbeiten: Lebensgefahr! Reinigungsmittel brennen ein.
- Aggressive Säuren (Essig, Zitrone) am Rand: Sie können den oft aus Aluminium bestehenden Rahmen angreifen.
- Tiefe Risse ignorieren: Sie sind ein Sicherheitsrisiko, kein kosmetisches Problem.
Vorbeugung ist der beste Schutz
Um neue Kratzer zu vermeiden, hilft eine einfache Routine: Töpfe und Pfannen nie über die Platte ziehen, sondern immer anheben. Den Ceranfeldschaber nur im empfohlenen flachen Winkel benutzen und grobe Schmutzpartikel vor dem Reinigen immer erst vorsichtig abkehren.
Häufige Fragen
Kann ich einen Radiergummi benutzen?
Bei ganz leichten, grauen Abriebspuren – also eher oberflächlichen Schmutzspuren – kann ein weicher Radiergummi helfen. Für echte, in die Oberfläche eingearbeitete Kratzer ist diese Methode jedoch nicht effektiv genug.
Schaden Backpulver oder Zahnpasta der Glaskeramik?
Bei der hier beschriebenen, sanften Anwendung sind beide Hausmittel in der Regel unbedenklich. Sie wirken als feine Poliermittel und tragen die Oberfläche minimal ab, um sie zu glätten. Wichtig ist, sie nie mit grober Kraft oder scheuernden Hilfsmitteln einzusetzen.
Funktionieren diese Tipps auch bei Induktionskochfeldern?
Ja, die Methoden sind übertragbar, da Induktionskochfelder ebenfalls aus Glaskeramik bestehen. Die gleichen Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen (nur oberflächliche Schäden) gelten.
Mit etwas Geduld und den richtigen, sanften Methoden lassen sich viele oberflächliche Kratzer und Trübungen auf dem Ceranfeld erfolgreich minimieren oder sogar unsichtbar machen. Der Schlüssel liegt in der richtigen Einschätzung: Nur Schäden, die nicht fühlbar sind, sind Kandidaten für die Selbstbehandlung. Bei tiefen Rissen oder Schäden über den Heizelementen ist der Gang zum Fachbetrieb unumgänglich – hier geht Sicherheit vor. Mit einer schonenden Reinigungsroutine und etwas Achtsamkeit im Alltag bleibt dein Glaskeramikfeld lange makellos.






