
Checkliste: In 5 Schritten Ihren Standby-Verbrauch dauerhaft senken
Standby-Verbräuche sind stille Kostentreiber, die Ihre Stromrechnung unnötig erhöhen. Mit einer systematischen Vorgehensweise identifizieren und beseitigen Sie diese versteckten Stromfresser effektiv. Diese Checkliste führt Sie in fünf klaren Schritten zum Ziel, senkt Ihre Energiekosten nachhaltig und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz.
Schritt 1: Analyse – Identifizieren Sie die heimlichen Stromfresser
Eine gründliche Bestandsaufnahme bildet die Grundlage für Ihre Einsparungen.
1.1 Geräte-Inventur erstellen
Gehen Sie Raum für Raum durch und notieren Sie alle elektrischen Geräte. Achten Sie besonders auf Geräte mit diesen Merkmalen:
- Dauerhaft leuchtende LED (z.B. bei Fernsehern, Monitoren, Konsolen).
- Permanentes Display (z.B. Mikrowelle, Kaffeemaschine).
- Externes Netzteil, das auch im Leerlauf warm bleibt.
- Fernbedienung.
1.2 Verbrauch messen oder schätzen
Ein Energiekostenmessgerät liefert exakte Werte für den 24-Stunden-Verbrauch. Alternativ bieten Richtwerte eine gute Orientierung. Besonders hohe Standby-Verbräuche haben oft alte Geräte und Unterhaltungselektronik.
Schritt 2: Priorisierung – Setzen Sie die richtigen Schwerpunkte
Konzentrieren Sie Ihre Maßnahmen auf die Geräte mit dem größten Einsparpotenzial.
| Prioritätsstufe | Gerätebeispiele | Möglicher Standby-Verbrauch (pro Jahr) | Maßnahmen-Priorität |
|---|---|---|---|
| Hoch | Alte Kühl-Gefrier-Kombination, alter Röhren-/Plasmafernseher, Stereoanlage, Desktop-PC mit Peripherie, Spielekonsole | 30 – 100+ kWh (ca. 10 – 30 €+) | Sofort handeln |
| Mittel | Moderner Flachbildfernseher, Mikrowelle, Kaffeemaschine, Drucker, Ladegeräte | 10 – 30 kWh (ca. 3 – 10 €) | Systematisch angehen |
| Niedrig | Elektrische Zahnbürste, LED-Lampe, modernes Notebook-Netzteil | < 5 kWh (ca. < 1,50 €) | Bei Gelegenheit optimieren |
Beginnen Sie mit den Geräten der Kategorie „Hoch“ für den größten finanziellen und ökologischen Effekt.
Schritt 3: Umsetzung – Schalten Sie Geräte konsequent ab
Setzen Sie die passenden Hilfsmittel ein, um den Standby-Betrieb zu beenden.
3.1 Manuelles Abschalten
Ziehen Sie den Stecker bei selten genutzten Geräten wie einem Gästezimmer-Fernseher oder saisonalen Elektroartikeln.
3.2 Einsatz von schaltbaren Steckdosenleisten
Master-Slave-Steckdosenleisten sind die effizienteste Lösung für Gerätegruppen. Wird das Hauptgerät (z.B. der Fernseher) ausgeschaltet, wird die Stromzufuhr zu allen angeschlossenen Peripheriegeräten automatisch unterbrochen.
3.3 Optimierung der Geräteeinstellungen
Deaktivieren Sie in den Menüs Ihrer Geräte unnötige Schnellstart-Funktionen und stellen Sie den automatischen Standby-Modus auf die kürzest mögliche Zeitspanne ein.
Schritt 4: Kontrolle & Dokumentation – Behalten Sie den Erfolg im Blick
Überprüfen Sie regelmäßig die Wirksamkeit Ihrer Maßnahmen.
- Stromzähler-Check: Lesen Sie Ihren Zähler vor und nach den Maßnahmen an einem verbrauchsarmen Zeitpunkt ab.
- Maßnahmen dokumentieren: Führen Sie eine einfache Liste mit Gerät, durchgeführter Aktion und Datum.
- Wiederholungs-Check: Planen Sie einen jährlichen „Standby-Check“ ein, um neue Stromfresser zu vermeiden.
Eine systematische Herangehensweise lohnt sich auch über den Standby-Bereich hinaus. Unser Leitfaden zur Systematik für dauerhaft niedrige Energiekosten bietet einen ganzheitlichen Rahmen.
Schritt 5: Nachhaltige Routinen etablieren – Machen Sie es zur Gewohnheit
Integrieren Sie die neuen Verhaltensweisen in Ihren Alltag, um die Einsparungen dauerhaft zu sichern.
- Erreichbare Plätze: Platzieren Sie schaltbare Steckdosenleisten gut zugänglich.
- Abendroutine: Nehmen Sie das Abschalten der Leiste für die Unterhaltungselektronik in Ihre Abendroutine auf.
- Kaufverhalten: Achten Sie beim Neukauf auf einen niedrigen Standby-Verbrauch (unter 0,5 Watt) und das EU-Energielabel.
Automatisierung kann unterstützen. Moderne Smart-Home-Systeme steuern nicht nur die Heizung, sondern auch den Stromverbrauch. Auch im Reinigungsbereich bieten vernetzte Geräte Effizienzvorteile, wie der Artikel zu Smart Home und Reinigung zeigt.
FAQ – Häufige Fragen zum Senken des Standby-Verbrauchs
Schadet das häufige Ziehen des Steckers meinen Geräten?
Nein, moderne Elektronik ist dafür ausgelegt. Bei sehr alten Geräten oder solchen mit Echtzeituhr, die ihre Einstellungen verlieren könnten, ist eine schaltbare Steckdosenleiste die bessere Wahl.
Verbraucht ein eingestecktes Handy-Ladekabel wirklich Strom, auch wenn kein Handy angeschlossen ist?
Ja. Ein leeres, aber eingestecktes Netzteil kann im Leerlauf weiterhin Strom ziehen. Ziehen Sie Ladegeräte daher immer aus der Steckdose, wenn sie nicht in Gebrauch sind.
Muss ich meinen WLAN-Router nachts ausschalten?
Das ist eine Abwägung. Ein Router verbraucht im Dauerbetrieb etwa 5-15 Watt. Das Abschalten spart Strom, unterbricht aber auch Internet-Telefonie, Updates und den Zugriff auf Smart-Home-Geräte. Bei Nichtnutzung dieser Dienste kann eine Zeitschaltuhr sinnvoll sein.
Welche 3 Geräte sind typischerweise die größten Standby-Stromfresser?
Zu den größten heimlichen Verbrauchern zählen: 1. Alte Unterhaltungselektronik (z.B. Röhrenfernseher, Stereoanlagen), 2. Geräte mit eingebauten Netzteilen und Displays (z.B. ältere Mikrowellen) und 3. Büro- und Computerperipherie wie Laserdrucker und Desktop-PCs inklusive Monitore.
Kann ich durch das Abschalten von Standby-Geräten wirklich viel Geld sparen?
Ja. Ein durchschnittlicher Haushalt kann laut Verbraucherzentralen durch die Vermeidung von Standby-Verbräuchen leicht 100 Euro und mehr pro Jahr sparen. Die Investition in schaltbare Steckdosenleisten amortisiert sich meist innerhalb weniger Monate.
Was ist der Unterschied zwischen Standby-Modus und Netzschalter?
Der Standby-Modus hält Teile der Elektronik aktiv, um auf Signale zu reagieren, und verbraucht weiterhin Strom. Ein echter Netzschalter trennt das Gerät vollständig vom Stromnetz, der Verbrauch liegt dann bei null. Nutzen Sie nach Möglichkeit den echten Netzschalter.
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