Die richtige Reihenfolge beim Putzen: Warum Staubsaugen vor dem Wischen sinnvoll ist

Die richtige Reihenfolge beim Putzen: Warum Staubsaugen vor dem Wischen sinnvoll ist






Die richtige Reihenfolge beim Putzen: Warum Staubsaugen vor dem Wischen sinnvoll ist

Sie investieren Zeit und Mühe in die Reinigung Ihrer vier Wände, doch das Ergebnis ist oft nicht so strahlend und dauerhaft sauber, wie Sie es sich wünschen? Der Schlüssel zu einem wirklich effizienten und gründlichen Hausputz liegt weniger in der Intensität des Schrubbers als vielmehr in der richtigen Reihenfolge der Arbeitsschritte. In diesem Artikel erfahren Sie, warum die goldene Regel „erst saugen, dann wischen“ nicht nur eine Putz-Weisheit ist, sondern eine logische, hygienische und zeitsparende Methode. Wir erklären Ihnen die wissenschaftlichen und praktischen Gründe dahinter, führen Sie durch eine optimale Raum-für-Room-Strategie und zeigen Ihnen, wie Sie mit System zu einem makellosen Zuhause gelangen – ohne doppelte Arbeit oder frustrierende Ergebnisse.

Die Logik der Reihenfolge: Warum die Abfolge entscheidend ist

Ein strukturierter Hausputz folgt einem einfachen physikalischen Prinzip: von oben nach unten und von trocken zu nass. Wenn Sie diese Grundregel beherzigen, vermeiden Sie, dass Sie bereits entfernten Schmutz erneut verteilen. Stellen Sie sich vor, Sie wischen zuerst den Boden und saugen anschließend. Der Staubsauger wirbelt feine Partikel auf, die sich auf den noch feuchten, frisch gewischten Flächen absetzen und einen grauen Film hinterlassen. Die Folge: Der Boden sieht schnell wieder schmutzig aus, und Ihre Arbeit war umsonst. Die richtige Reihenfolge ist somit der effektivste Weg, um Zeit und Reinigungsmittel zu sparen und ein nachhaltig sauberes Ergebnis zu erzielen. Eine durchdachte strukturierte Ausmist-Strategie bildet hierfür die perfekte Grundlage, denn in einem aufgeräumten Raum kann die Reinigungslogik erst richtig wirken.

Die Wissenschaft hinter Staub und Feuchtigkeit

Staub ist nicht einfach nur Dreck. Er setzt sich aus einer komplexen Mischung aus Hautschuppen, Textilfasern, Pollen, Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen sowie Feinstaub von außen zusammen. Wischen Sie einen trockenen, staubigen Boden, binden Sie diese Partikel lediglich an den feuchten Mopp oder Lappen. Ein großer Teil wird jedoch nicht aufgenommen, sondern mit dem Wasser verschmiert. Der Staubsauger hingegen saugt den trockenen Grob- und Feinstaub effektiv in seinen Filterbehälter. Anschließend kann der Wischvorgang fettige Flecken, eingetrocknete Spuren und mikroskopische Restpartikel beseitigen, ohne dass diese sich mit dem groben Schmutz verbinden. So verhindern Sie auch die Verbreitung von Bakterien und Allergenen, was besonders für Haushalte mit Allergikern oder kleinen Kindern von großer Bedeutung ist.

Die Feuchtigkeit beim Wischen dient einem anderen Zweck: Sie löst molekulare Bindungen zwischen Schmutz und Oberfläche. Auf einem vorgereinigten, trockenen Boden kann das Wasser oder die Reinigungslösung direkt an den verbliebenen, oft klebrigen oder fettigen Kontaminationen ansetzen. Auf einem staubigen Boden hingegen bildet der trockene Staub eine isolierende Schicht, die die Wirkung des Reinigers abschwächt. Die Folge ist ein höherer Verbrauch an Putzmitteln und Wasser bei gleichzeitig schlechterem Ergebnis. Die Trennung der Arbeitsgänge ist somit eine Form des präzisen, ressourcenschonenden Arbeitens.

Der perfekte Putzplan: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Um die Theorie in die Praxis umzusetzen, folgen Sie diesem bewährten Putzplan. Er gilt für einen ganzheitlichen Grundputz und kann für die wöchentliche Reinigung angepasst werden.

Phase 1: Vorbereitung und Trockenreinigung

Bevor Sie überhaupt mit Wasser hantieren, ist die Trockenarbeit dran. Starten Sie stets in dem Raum, der am weitesten von der Haustür entfernt ist (oft das Schlafzimmer), und arbeiten Sie sich nach draußen vor. So tragen Sie den Schmutz nicht durch bereits gereinigte Bereiche. Diese Phase zielt darauf ab, alle losen Partikel zu entfernen, die später beim Wischen nur stören würden.

  1. Lüften: Öffnen Sie alle Fenster, um frische Luft hereinzulassen und Putzmittel-Dünste später direkt abzuführen. Ein gut durchlüfteter Raum trocknet zudem schneller und beugt Schimmelbildung vor.
  2. Abfälle entsorgen: Leeren Sie alle Mülleimer in den jeweiligen Räumen. Dies schafft nicht nur Platz, sondern entfernt auch Geruchsquellen und potenzielle Keimherde, bevor Sie mit der Detailreinigung beginnen.
  3. Oberflächen abstauben: Beginnen Sie oben – also mit Regalen, Bildern, Lampenschirmen und Fensterbänken. Arbeiten Sie sich dann zu Möbeln wie Tischen, Schränken und Stühlen vor. Verwenden Sie ein Mikrofasertuch, das den Staub durch elektrostatische Anziehung bindet, anstatt ihn aufzuwirbeln. Für schwer zugängliche Stellen wie Heizkörper oder Blätter von Zimmerpflanzen eignet sich ein spezieller Staubwedel.
  4. Staubsaugen: Saugen Sie nun alle Böden, Teppiche und Polstermöbel gründlich ab. Vergessen Sie dabei nicht die oft vernachlässigten Ecken und Kanten sowie unter den Möbeln. Nutzen Sie für verschiedene Untergründe die passenden Aufsätze: eine Fugendüse für Ecken, eine Polsterdüse für das Sofa und einen Teppichbodenaufsatz mit rotierender Bürste für tiefenreinigende Wirkung.

Ein wichtiger Tipp für diese Phase: Arbeiten Sie mit System und lassen Sie sich nicht ablenken. Jeder Handgriff sollte dem Ziel dienen, den Raum für die Nassreinigung vorzubereiten. Vermeiden Sie es, in dieser Phase bereits feuchte Tücher zu verwenden, um Staub zu binden – das ist die Aufgabe der nächsten Phase.

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Phase 2: Die Nassreinigung

Jetzt, wo der grobe und feine Trockenschmutz entfernt ist, kommt das Wasser zum Einsatz. Die Reihenfolge „erst saugen, dann wischen“ zeigt hier ihre volle Wirkung. Die Nassreinigung dient der Desinfektion, der Entfernung von Flecken und dem finalen Polieren aller Oberflächen.

  1. Fenster putzen (optional): Wenn Fensterputzen auf dem Plan steht, erledigen Sie es jetzt, bevor Sie die Fensterbank nass reinigen. So vermeiden Sie, dass Tropfen oder Reinigermittel auf bereits geputzte Flächen gelangen. Verwenden Sie ein professionelles Fensterleder und eine milde Reinigungslösung für streifenfreien Glanz.
  2. Oberflächen reinigen: Wischen Sie alle zuvor abgestaubten Oberflächen wie Küchenarbeitsplatten, Badarmaturen, Tische und Schränke mit einem geeigneten Reiniger und einem feuchten Tuch ab. Achten Sie auf die Materialverträglichkeit: Verwenden Sie für Holz spezielle Holzpflegemittel und für Edelstahl fettlösende Reiniger, um Wasserflecken zu vermeiden. Wechseln Sie das Reinigungswasser regelmäßig, besonders nach der Reinigung stark verschmutzter Bereiche wie dem Herd oder der Toilette.
  3. Böden wischen: Der letzte Schritt ist das Wischen aller Hartböden. Gehen Sie auch hier systematisch vor, um nicht in frisch gewischte Bereiche zu treten. Tipp: Verwenden Sie zwei Eimer – einen mit Reinigungslösung und einen mit klarem Wasser zum Nachspülen des Mopps, um Schmutzwasser nicht wieder auf den Boden zu bringen. Arbeiten Sie sich rückwärts zur Tür, um stets auf einem trockenen, sauberen Untergrund zu stehen. Für größere Flächen kann ein Wischmopp mit Sprühsystem praktisch sein, der Reinigungsmittel gezielt dosiert.

Abschließend sollten Sie alle gereinigten Oberflächen und Böden gut trocknen lassen. Schließen Sie die Fenster erst, wenn die Feuchtigkeit vollständig verdunstet ist, um ein optimales Ergebnis zu erzielen und die Bildung von Kalkflecken oder Schlieren zu verhindern.

Raum-für-Room: Die optimale Reihenfolge in Ihrem Zuhause

Nicht jeder Raum wird gleich intensiv genutzt. Passen Sie die Intensität und Reihenfolge der Schritte an die jeweilige Nutzung an. Ein einfaches Routinen-System hilft, diese angepasste Reinigung langfristig beizubehalten. Die folgende detaillierte Aufschlüsselung zeigt Ihnen, worauf Sie in den einzelnen Räumen besonders achten sollten.

Wohn- und Schlafbereich

Hier steht die Entfernung von Hausstaub und Allergenen im Vordergrund. Nach dem Abstauben sollte ein gründliches Staubsaugen aller Textilien (Teppiche, Sofa, Matratze) erfolgen, bevor glatte Böden gewischt werden. Besonderes Augenmerk gilt hier den Textilien: Saugen Sie Sofakissen ab, drehen Sie Matratzen regelmäßig und nutzen Sie einen Matratzenaufsatz für eine hygienische Tiefenreinigung. Vergessen Sie nicht, unter dem Bett gründlich zu saugen, einer der staubreichsten Orte im Haus. Beim Wischen der Böden in diesen Räumen können Sie oft auf starke Reinigungsmittel verzichten; lauwarmes Wasser mit einem Schuss Essig oder ein milder Allzweckreiniger genügen meist.

Küche

In der Küche kommt es auf Hygiene an. Starten Sie mit den Oberflächen (Arbeitsplatte, Herd, Spüle), saugen Sie dann den Boden, um Krümel und Mehlreste zu entfernen, und wischen Sie abschließend den Boden, um Fettspritzer und klebrige Stellen zu beseitigen. Eine spezielle Küchenlogik ist der Kreislauf von fettig zu trocken: Beginnen Sie mit den fettigen Oberflächen wie dem Herd und der Dunstabzugshaube (entfetten!), gehen Sie dann zur Spüle (Entkalken!) und reinigen Sie zuletzt die Arbeitsplatten und Schränke. Erst dann saugen Sie, um alle gelösten Krümel und Staubpartikel aufzunehmen. Der finale Wischgang entfernt dann die letzten Fett- und Zuckerreste, die am Boden haften.

Badezimmer

Im Bad gilt: Von sauber nach schmutzig. Reinigen Sie zuerst das Waschbecken und den Spiegel, dann die Badewanne/Dusche und zuletzt die Toilette. Saugen Sie den Boden (Haare, Staub), bevor Sie die Fliesen oder den Laminatboden wischen, um keine Haarschlangen zu verschmieren. Ein kritischer Punkt ist die Reihenfolge innerhalb der Nassreinigung: Verwenden Sie für die Toilette stets separate Tücher und Reinigungsutensilien, die Sie nicht für andere Flächen nutzen. Desinfizierende Reiniger sind hier angebracht. Nach dem Saugen des Bodens sollten Sie die Fliesen oder Fugen mit einem geeigneten Reiniger behandeln, um Kalk und Seifenreste zu lösen, bevor Sie den gesamten Boden final abwischen.

Flur und Eingangsbereich

Dieser Bereich fungiert als Schleuse zwischen draußen und drinnen und ist daher besonders stark verschmutzt. Die Reihenfolge ist hier entscheidend, um nicht den gesamten Straßenschmutz in die Wohnung zu tragen. Beginnen Sie mit dem Abstauben von Schränken oder Garderoben. Saugen Sie dann intensiv Teppiche oder Fußmatten, um Sand, Steinchen und Erde zu entfernen. Erst dann wischen Sie den Boden. Ein praktischer Tipp: Legen Sie eine saubere, trockene Fußmatte erst nach dem Wischen wieder aus. So vermeiden Sie, dass sie beim Putzen nass wird und zu schimmeln beginnt.

Staubsauger vs. Wischmopp: Ein kleines Vergleichs-Duell

Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, warum beide Geräte in der genannten Reihenfolge unschlagbar sind. Sie verdeutlicht die komplementären Stärken und zeigt, warum keines der Geräte das andere ersetzen kann, sondern sie idealerweise als Team agieren.

Gerät Primäre Aufgabe Optimale Anwendung Warum es zuerst/nachher kommt
Staubsauger Trockene, lose Partikel entfernen (Staub, Krümel, Haare, Sand). Für alle textilen und harten Böden vor der Nassreinigung; für Polster und Matratzen. Muss zuerst kommen, um groben Schmutz zu beseitigen, der sonst beim Wischen verschmiert oder die Reinigungslösung verdünnt.
Wischmopp/Tuch Fettige, klebrige oder anhaftende Verschmutzungen lösen und Oberflächen desinfizieren. Für glatte Hartböden (Fliesen, Laminat, Vinyl) und fettige Oberflächen nach der Trockenreinigung. Kommt nach dem Saugen, um auf einer vorgereinigten Fläche effektiv Flecken zu beseitigen und hygienische Sauberkeit zu erreichen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Kann ich bei wenig Zeit auch nur saugen ODER nur wischen?

Für eine oberflächliche Säuberung kann eine der beiden Methoden ausreichen, jedoch nicht für eine hygienisch tiefe Reinigung. Saugen allein entfernt keine klebrigen Flecken. Wischen allein verschmiert trockenen Staub. Für ein schnelles, aber ganzheitliches Ergebnis ist die Kombination in der richtigen Reihenfolge unschlagbar effizient.

2. Was ist, wenn ich einen Staubsauger mit Wischfunktion habe?

Kombigeräte sind praktisch, aber sie führen die Schritte meist simultan oder in sehr kurzem Abstand durch. Für optimale Ergebnisse empfehlen wir, die Funktionen getrennt zu nutzen: Erst den reinen Sauggang durchführen, um groben Schmutz zu entfernen, und anschließend den Wischgang aktivieren. So vermeiden Sie, dass der Wischvorgang durch grobe Partikel behindert wird.

3. Sollte ich vor dem Staubsaugen auch schon feucht abstauben?

Nein. Das Abstauben von Regalen und Möbeln sollte in der Trockenphase mit einem Mikrofasertuch erfolgen. Feuchtes Abstauben in dieser Phase kann Staub klumpen lassen und ihn hartnäckiger auf Oberflächen binden. Die feuchte Reinigung der Oberflächen erfolgt erst in Phase 2, nachdem der aufgewirbelte Staub bereits vom Boden gesaugt wurde.

4. Wie oft sollte ich die beschriebene Grundreinigung durchführen?

Für einen durchschnittlichen Haushalt ist eine solche Grundreinigung alle ein bis zwei Wochen ratsam. Tägliche Kleinigkeiten wie Oberflächen abwischen oder punktuelles Saugen halten die Ordnung. Passen Sie die Frequenz an Ihre Haushaltsgröße, Haustiere und Allergien an.

5. Warum soll ich von hinten nach vorne (zur Tür hin) putzen?

Diese Richtung verhindert, dass Sie über bereits gereinigte Flächen laufen und sie erneut verschmutzen. Indem Sie im hintersten Raum beginnen und sich zur Haustür vorarbeiten, tragen Sie den gelösten Schmutz stets in einen noch nicht gereinigten oder nach draußen bestimmten Bereich.

Quellen

  • Verlinkte interne Artikel von haushaltpilot.de (siehe Text).
  • Allgemeine Erkenntnisse aus der Haushaltshygiene und Reinigungstechnik.


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