Warmwasserbereitung: Durchlauferhitzer vs. Boiler – Wo liegen die Sparpotenziale?

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Warmwasserbereitung: Durchlauferhitzer vs. Boiler – Wo liegen die Sparpotenziale?

Die Wahl zwischen Durchlauferhitzer und Boiler für die Warmwasserbereitung beeinflusst Ihre Energiekosten direkt. Das Sparpotenzial hängt maßgeblich von Ihrem individuellen Nutzungsverhalten ab. Dieser Vergleich analysiert Funktionsweise, Kosten und Effizienz beider Systeme und zeigt konkrete Einsparmöglichkeiten auf.

Funktionsprinzip im Vergleich

Die grundlegende Arbeitsweise bestimmt die Effizienz und die potenziellen Verluste.

Durchlauferhitzer: Bedarfsgerechte Erwärmung

Ein Durchlauferhitzer erwärmt Wasser unmittelbar bei der Entnahme. Kaltes Wasser durchströmt das Gerät und wird direkt durch ein elektrisches Heizelement oder einen Gasbrenner erhitzt. Da kein Vorrat gehalten wird, entstehen keine Bereitschaftsverluste. Diese Technik eignet sich besonders für Zapfstellen mit unregelmäßigem Verbrauch, wie ein Gäste-WC.

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Boiler: Warmhaltung eines Vorrats

Ein Boiler, oder Warmwasserspeicher, hält einen isolierten Wasservorrat auf konstanter Temperatur. Bei Entnahme strömt kaltes Wasser nach, das wieder erwärmt werden muss. Hierbei treten Speicherverluste auf, da Energie aufgewendet wird, um das Wasser ständig warm zu halten – auch ohne Nutzung. Dieses System ist vorteilhaft, wenn kurzfristig große Warmwassermengen benötigt werden.

Direkter Vergleich: Effizienz, Kosten und Einsatz

Die optimale Wahl ergibt sich aus Ihren konkreten Bedürfnissen. Diese Gegenüberstellung bietet eine Entscheidungshilfe.

Kriterium Durchlauferhitzer Boiler (elektrisch)
Funktionsprinzip Erwärmung bei Bedarf (kein Speicher) Speicherung von vorgewärmtem Wasser
Energieverbrauch Nur bei Entnahme. Keine Bereitschaftsverluste. Dauerbetrieb zum Warmhalten. Speicherverluste.
Max. Zapfmenge Begrenzt durch elektrische Leistung (kW). Kann bei paralleler Nutzung mehrerer Stellen knapp werden. Begrenzt durch Speichervolumen. Nach Leerung ist eine Nachheizphase erforderlich.
Anschaffungskosten Oft höher, insbesondere für leistungsstarke Modelle. In der Regel günstiger in der Anschaffung.
Betriebskosten Variabel, abhängig vom Verbrauch. Günstig bei sporadischer Nutzung. Höher durch konstante Bereitschaftsverluste. Kann bei zentraler Versorgung (z.B. mit Gas) günstiger sein.
Ideal für Einzelne Zapfstellen, sporadischen Gebrauch (Gäste-WC, Handwaschbecken). Entnahmestellen mit hohem, kurzfristigem Bedarf (Dusche, Badewanne) oder zentrale Versorgung.

Sparpotenziale konkret nutzen

Unabhängig vom System können Sie mit gezielten Maßnahmen erheblich Energie sparen.

Spartipps für Durchlauferhitzer

  • Temperatur optimal einstellen: Eine Einstellung über 45°C ist meist unnötig. 38-42°C bieten ausreichend Komfort. Nutzen Sie bei elektronischen Geräten Eco-Programme.
  • Durchfluss reduzieren: Ein Sparduschkopf oder Perlator senkt die zu erwärmende Wassermenge, ohne auf Komfort zu verzichten.
  • Nutzung bündeln: Vermeiden Sie häufiges kurzes Einschalten. Bündeln Sie die Warmwasserentnahme, da jedes Hochfahren des Geräts Energie kostet.

Spartipps für Boiler

  • Speichertemperatur absenken: Reduzieren Sie die Temperatur auf das notwendige Minimum (oft 55-60°C zur Legionellenprophylaxe). Jedes Grad weniger spart Energie.
  • Zeitsteuerung einsetzen: Schalten Sie den Boiler nur zu den typischen Nutzungszeiten ein. Eine Zeitschaltuhr vermeidet Bereitschaftsverluste in Leerlaufphasen.
  • Isolation verbessern: Ältere Speicher sind oft schlecht gedämmt. Ein nachträglich angebrachter Dämmmantel reduziert Wärmeverluste erheblich.
  • Regelmäßig entkalken: Kalkablagerungen am Heizstab wirken wie eine Isolierschicht und erhöhen den Energieverbrauch. Regelmäßiges Entkalken erhält die Effizienz.

Der bewusste Umgang mit Warmwasser – wie kürzeres Duschen oder das vollständige Befüllen von Spül- und Waschmaschinen – stellt bei beiden Systemen den größten Einsparhebel dar.

Fazit: Die passende Lösung für Ihren Haushalt

Es gibt keine pauschale Empfehlung. Die Effizienz entscheidet sich im Einzelfall: Für einen Haushalt mit sporadischem Verbrauch an einzelnen Zapfstellen ist oft ein Durchlauferhitzer sparsamer. In einem Mehrpersonenhaushalt mit gleichzeitigem oder hohem Warmwasserbedarf kann ein effizienter, zentraler Boiler die wirtschaftlichere Wahl sein. Analysieren Sie vor einer Entscheidung stets Ihr Nutzungsprofil.

FAQ: Häufige Fragen zu Durchlauferhitzer und Boiler

Was ist auf Dauer günstiger: Durchlauferhitzer oder Boiler?

Das hängt vom Warmwasserverbrauch ab. Bei sporadischer Nutzung ist ein Durchlauferhitzer meist kostengünstiger. Bei regelmäßigem, hohem Verbrauch kann ein effizienter und gut gedämmter Boiler, insbesondere an eine zentrale Heizung angeschlossen, die wirtschaftlichere Variante sein.

Kann ich meinen alten Boiler einfach durch einen Durchlauferhitzer ersetzen?

Nicht ohne Weiteres. Elektrische Durchlauferhitzer benötigen eine sehr leistungsstarke Stromleitung (oft 18-27 kW), die in vielen Altbauten nicht vorhanden ist. Der Einbau erfordert eine Überprüfung und meist einen Umbau der Elektroinstallation durch einen Fachbetrieb.

Wie hoch sind die Bereitschaftsverluste bei einem Boiler?

Die Verluste können erheblich sein. Ein ungedämmter 80-Liter-Boiler kann täglich bis zu 2 kWh nur für das Warmhalten verbrauchen. Bei einem Strompreis von 40 Cent/kWh summieren sich das auf fast 300 Euro zusätzliche Kosten pro Jahr. Eine gute Dämmung kann diese Verluste deutlich reduzieren.

Ist ein elektronischer Durchlauferhitzer sparsamer als ein hydraulischer?

Ja, in der Regel. Elektronisch geregelte Modelle passen die Heizleistung exakt an Durchfluss und gewünschte Temperatur an. Hydraulische Geräte schalten in festen Stufen, was oft zu einer Überdimensionierung und einem weniger effizienten Betrieb führt.

Muss ich meinen Boiler wegen Legionellen immer auf 60°C heizen?

Für zentrale Großspeicher und in Mehrfamilienhäusern gelten gesetzliche Vorgaben zur regelmäßigen Erwärmung auf mindestens 60°C. Für kleine dezentrale Boiler unter 30 Litern (z.B. unter der Spüle) ist dies nicht zwingend erforderlich. Hier reichen oft 45-50°C aus. Lassen Sie sich fachkundig beraten.

Lohnt sich die Nachrüstung einer Zeitschaltuhr bei einem Boiler?

Absolut. Eine Zeitschaltuhr ist eine kostengünstige und wirksame Maßnahme. Sie ermöglicht es, den Boiler nur zu den typischen Nutzungszeiten heizen zu lassen und spart so in den übrigen Stunden die Bereitschaftsverluste ein. Die Investition amortisiert sich meist innerhalb weniger Monate.

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Quellen

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