Durchlauferhitzer effizient einstellen und nutzen: Spartipps für Warmwasser
Ein Durchlauferhitzer bietet Komfort, kann aber hohe Stromkosten verursachen. Die richtige Einstellung und Nutzung sind der Schlüssel zur Effizienz. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen, wie Sie Ihren Verbrauch senken, ohne auf Komfort zu verzichten – von der technischen Grundlage bis zur täglichen Anwendung.
Funktionsweise und Bedeutung der korrekten Einstellung
Ein Durchlauferhitzer erwärmt Wasser direkt bei der Entnahme, ohne Vorrat. Das vermeidet Bereitschaftsverluste, macht die Effizienz jedoch stark von der eingestellten Temperatur und Ihrem Nutzungsverhalten abhängig. Eine zu hohe Einstellung führt zu Energieverschwendung, eine zu niedrige kann hygienische Probleme begünstigen. Die Optimierung dieser Einstellung wirkt sich unmittelbar auf Ihre Stromrechnung aus.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Gerätetypen:
Hydraulisch gesteuerte Modelle regeln die Temperatur über Leistungsstufen (z.B. I, II, III). Die finale Wassertemperatur hängt hier stark vom Durchfluss ab.
Elektronisch gesteuerte Modelle halten eine voreingestellte Solltemperatur konstant, unabhängig von der entnommenen Menge, und sind daher präziser und oft effizienter.
Die optimale Temperatur finden und einstellen
Die ideale Einstellung balanciert Hygiene, Sparsamkeit und Komfort. Das Ziel ist eine möglichst niedrige Grundtemperatur, die für Ihre Bedürfnisse ausreicht.
Hygiene: Die Mindesttemperatur gegen Legionellen
Um das Wachstum von Legionellen zu unterbinden, sollte das Wasser am Geräteaustritt regelmäßig mindestens 55°C erreichen. Für den täglichen Gebrauch ist diese Temperatur jedoch nicht nötig. Kritisch ist eine Dauer-Einstellung im lauwarmen Bereich zwischen 25°C und 45°C. Planen Sie wöchentlich eine Hygienespülung ein: Lassen Sie das Wasser an der entferntesten Armatur für einige Minuten mit mindestens 60°C laufen. Viele elektronische Geräte verfügen über ein automatisches Anti-Legionellen-Programm.
Sparsamkeit & Komfort: Die Alltagstemperatur
Zum Duschen oder Händewaschen genügen meist 38-42°C. Stellen Sie die Grundtemperatur am Gerät so ein, dass Sie an der Armatur mit minimaler Kaltwasser-Beimischung auf diese Wunschtemperatur kommen. Eine zu hohe Einstellung (z.B. 60°C) zwingt Sie, viel Kaltwasser beizumischen – die Energie für das Überhitzen ist vergeudet. Eine Einstellung auf 45-50°C ist in der Regel effizienter. Ein einfacher Test: Müssen Sie unter der Dusche den Warmwasserhahn nur halb aufdrehen, ist die Gerätetemperatur zu hoch.
Für eine präzise Kontrolle der Wassertemperatur ist ein zuverlässiges Messgerät hilfreich. Ein Infrarot-Thermometer ermöglicht berührungslose Messungen. Zur Reduzierung des Warmwasserverbrauchs kann ein wasser-sparender Duschkopf erhebliche Einsparungen bringen. Bei hartem Wasser schützt ein Wasserenthärter oder Vorfilter vor Kalk. Zur Minimierung von Wärmeverlusten in Leitungen eignet sich eine Schaumstoff-Dämmung für Rohre.
Praktische Anleitung: Temperatur schrittweise anpassen
- Gerätetyp bestimmen: Identifizieren Sie anhand des Typenschilds oder der Anleitung, ob Sie ein elektronisches oder hydraulisches Modell bedienen.
- Ist-Zustand messen: Drehen Sie an einer Armatur (z.B. Dusche) nur den Warmwasserhahn voll auf. Messen Sie nach 30-60 Sekunden die Temperatur mit einem Thermometer. Liegt sie deutlich über 45°C, können Sie absenken.
- Temperatur anpassen: Bei elektronischen Geräten senken Sie die Solltemperatur schrittweise auf 45-50°C. Bei hydraulischen Geräten reduzieren Sie die Leistungsstufe (z.B. von III auf II).
- Komfort prüfen: Testen Sie die neue Einstellung. Kommt das Wasser nun ohne viel Kaltwasser-Beimischung angenehm warm aus dem Hahn, ist die Einstellung optimal.
- Hygiene sicherstellen: Planen Sie regelmäßig eine Hygienespülung ein, entweder manuell durch temporäres Hochstellen der Temperatur oder über das Automatikprogramm Ihres Geräts.
Energiesparende Nutzungsgewohnheiten im Alltag
Die größten Einsparungen erzielen Sie durch angepasstes Verhalten. Jede gesparte Minute und jeder gesparte Liter Warmwasser zählt.
- Duschverhalten optimieren: Verkürzen Sie Ihre Duschzeit. Ein Sparduschkopf reduziert den Durchfluss und halbiert so oft den Energiebedarf für das Erwärmen.
- Wasser konsequent abdrehen: Unterbrechen Sie den Wasserfluss beim Einseifen, Rasieren oder Zähneputzen. Kein Durchfluss bedeutet keinen Energieverbrauch des Durchlauferhitzers.
- Volllast nutzen: Das Gerät arbeitet effizienter bei längerem, durchgehendem Betrieb als bei häufigem kurzem An- und Abschalten. Sammeln Sie beispielsweise Geschirr zum Abspülen.
- Kaltwasser bevorzugen: Prüfen Sie bei jeder Nutzung, ob warmes Wasser notwendig ist. Für viele Tätigkeiten wie Händewaschen zwischendurch oder Blumengießen ist kaltes Wasser ausreichend.
Technische Optimierung und regelmäßige Wartung
Langfristige Effizienz erfordert auch technische Maßnahmen.
Entkalkung: Erhalt der Heizleistung
Kalkablagerungen wirken wie eine Isolierschicht und senken die Effizienz drastisch. Anzeichen sind ein nachlassender Durchfluss oder knisternde Geräusche. Lassen Sie das Gerät bei diesen Symptomen oder in regelmäßigen Intervallen (abhängig von Ihrer Wasserhärte) von einem Fachbetrieb entkalken.
Leitungsoptimierung: Wärmeverluste minimieren
Lange, ungedämmte Warmwasserleitungen führen zu Energieverlusten. Isolieren Sie zugängliche Rohre, insbesondere in unbeheizten Räumen. Eine kurze Leitungsstrecke zwischen Gerät und Hauptentnahmestelle (z.B. Dusche) reduziert zudem die Wartezeit auf warmes Wasser.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Auf welche Temperatur sollte ich meinen Durchlauferhitzer einstellen?
Für den täglichen Gebrauch ist eine Grundtemperatur von 45°C bis 50°C meist ideal. Sie gewährleistet Komfort und spart Energie. Stellen Sie sicher, dass das Wasser wöchentlich einmal auf mindestens 55°C erhitzt wird, um Legionellen vorzubeugen.
2. Wie erkenne ich, ob mein Gerät verkalkt ist?
Typische Anzeichen sind ein deutlich schwächerer Warmwasserstrahl, ein längerer Aufheizvorgang oder knisternde/knackende Geräusche während des Betriebs. Bei hartem Wasser ist eine regelmäßige Entkalkung durch einen Fachmann empfehlenswert.
3. Spart es Energie, den Durchlauferhitzer nachts oder im Urlaub auszuschalten?
Ja, das ist sinnvoll. Da das Gerät keine Vorratshaltung hat, verbraucht es im ausgeschalteten Zustand keinerlei Energie. Schalten Sie es bei längerer Abwesenheit über den Sicherungskasten ab.
4. Warum kommt erst nach langer Zeit warmes Wasser aus dem Hahn?
Dies deutet auf lange oder ungedämmte Leitungswege hin. Das abgekühlte Wasser in der Leitung muss erst abfließen. Eine Dämmung der Warmwasserrohre und eine möglichst kurze Installation des Geräts nahe der Entnahmestelle können das Problem lindern.
5. Lohnt sich der Austausch eines alten Durchlauferhitzers?
Ein sehr altes, hydraulisch gesteuertes Modell gegen ein modernes, elektronisch geregeltes Gerät auszutauschen, kann sich lohnen. Neue Modelle regeln die Temperatur präziser, arbeiten effizienter und bieten Komfortfunktionen wie Eco- oder Hygiene-Programme. Lassen Sie sich von einem Elektriker beraten.
Die Optimierung Ihres Durchlauferhitzers ist ein praktischer Schritt zu einem effizienteren Haushalt. Kombiniert mit einer bewussten Haushaltsführung schonen Sie so nachhaltig Ihren Geldbeutel und die Umwelt.






