
Eine Waschmaschine wäscht unsere Wäsche sauber – aber wer wäscht die Waschmaschine? Feuchtigkeit, Waschmittelreste und Kalkablagerungen schaffen ein perfektes Milieu für Bakterien und Schimmel. Das Ergebnis: unangenehme Gerüche, die selbst auf frisch gewaschene Wäsche übergehen können.
Eine regelmäßige Grundreinigung ist daher kein Luxus, sondern notwendig für hygienische Wäsche und eine lange Lebensdauer Ihres Geräts. Die gute Nachricht: Sie brauchen dafür meist keine teuren Spezialreiniger. Mit einfachen Hausmitteln und unserer Anleitung bringen Sie Ihre Maschine wieder auf Vordermann.
Warum Ihre Waschmaschine Pflege braucht
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Moderne Waschgänge sind oft energieeffizient: Sie laufen bei niedrigen Temperaturen und mit wenig Wasser. Das spart Strom, begünstigt aber Ablagerungen. Seifenreste, Fasern von der Kleidung und Kalk verbinden sich mit der Restfeuchtigkeit zu einem schleimigen Biofilm. Dieser ist die Hauptursache für den typischen muffigen Geruch und bietet Schimmelsporen einen idealen Nährboden.
Eine vernachlässigte Maschine wäscht nicht nur schlechter, sondern kann auch verstopfen oder technische Schäden am Heizelement erleiden. Planen Sie deshalb alle zwei bis drei Monate eine gründliche Reinigung ein – bei sehr häufigem Gebrauch oder hartem Wasser auch öfter.
Was Sie für die Reinigung benötigen
Bevor Sie starten, legen Sie diese Utensilien bereit:
- Hausmittel zur Desinfektion & Entkalkung: Zitronensäurepulver oder Essigessenz (verdünnt).
- Für hartnäckige Stellen: Natron (oder Backpulver) und eine alte Zahnbürste.
- Für die Handarbeit: Mikrofasertücher, weiche Bürsten und Gummihandschuhe.
- Praktisches: Eine flache Schüssel und ein altes Handtuch zum Auffangen von Restwasser.
Wichtiger Hinweis: Lesen Sie vorab in der Bedienungsanleitung Ihrer Maschine nach, wo sich der Filter befindet und wie er geöffnet wird.
Schritt-für-Schritt zur sauberen Maschine
1. Trommel und Innenraum desinfizieren
Dieser Schritt löst den geruchsverursachenden Biofilm. Führen Sie einen Heißwaschgang ohne Wäsche durch.
- Geben Sie etwa 150 Gramm Zitronensäurepulver oder 250 ml verdünnte Essigessenz direkt in die leere Trommel oder in das Waschmittelfach.
- Wählen Sie das Programm mit der höchsten Temperatur (mindestens 60°, ideal 90°C) und der längsten Laufzeit. Viele Geräte haben ein spezielles „Reinigungs“- oder „Trommelpflege“-Programm.
- Lassen Sie den Gang komplett durchlaufen.
Achtung: Mischen Sie niemals Essig oder Zitronensäure mit chlorhaltigen Reinigern! Dabei können gesundheitsschädliche Dämpfe entstehen.
2. Die Türdichtung von Schimmel befreien
Der Gummi an der Bullaugentür ist der klassische Schwachpunkt. Ziehen Sie die Dichtung vorsichtig auseinander und schauen Sie in die Falten.
- Wischen Sie grobe Verschmutzungen mit einem in Essigwasser getränkten Tuch weg.
- Bei schwarzen Schimmelflecken hilft eine Paste aus Natron und wenig Wasser. Tragen Sie sie auf, lassen Sie sie eine Viertelstunde einwirken und schrubben Sie vorsichtig mit der Zahnbürste nach.
- Wischen Sie gründlich mit klarem Wasser nach und trocknen Sie die Dichtung sorgfältig ab.
3. Waschmittelschublade reinigen
Hier trocknen Rückstände ein und können verklumpen. Die Schublade lässt sich meist durch Drücken einer Entriegelungsklammer komplett herausnehmen.
- Spülen Sie das Fach unter warmem Leitungswasser ab.
- Reinigen Sie alle Ecken, Rillen und das kleine Sieb im Fach mit einer Bürste oder Zahnbürste.
- Vergessen Sie nicht, auch den Einspülschacht in der Maschine selbst mit einem feuchten Tuch auszuwischen.
- Setzen Sie die komplett trockene Schublade erst wieder ein.
4. Den Filter säubern (die oft vergessene Aufgabe)
Der Pumpenfilter fängt Fasern, Haare und kleine Gegenstände wie Münzen auf. Ist er verstopft, kann das Wasser nicht mehr richtig ablaufen.
1. Ziehen Sie den Stecker der Maschine.
2. Legen Sie ein Handtuch und eine Schüssel vor die Filterklappe (meist unten rechts an der Front).
3. Öffnen Sie die Klappe und drehen Sie den Filterdeckel langsam gegen den Uhrzeigersinn auf. Etwas Restwasser wird austreten.
4. Entfernen Sie alle Fremdkörper, spülen Sie den Filter unter fließendem Wasser ab und setzen Sie ihn wieder fest ein.
Tipp: Wenn der Filter sich nicht lösen lässt, verwenden Sie keine Gewalt. Eine Rohrzange kann helfen, vorsichtig gegenzuhalten.
5. Gezielt entkalken
Kalk setzt sich am Heizelement fest, senkt die Heizleistung und erhöht den Stromverbrauch. Für die Entkalkung können Sie entweder einen handelsüblichen Entkalker oder Zitronensäure verwenden.
- Geben Sie die empfohlene Menge (ca. 100-150g Zitronensäure) in das Waschmittelfach.
- Starten Sie ein 60°C-Programm ohne Vorwäsche. Die Säure löst die Kalkablagerungen zuverlässig.
6. Außenreinigung und abschließende Pflege
Wischen Sie das Gehäuse, das Bullauge und das Bedienpanel mit einem milden Allzweckreiniger und einem weichen Tuch ab. So sieht die Maschine auch von außen wieder gepflegt aus.
So bleibt Ihre Waschmaschine länger frisch
Die beste Reinigung nützt wenig, wenn sich sofort wieder Feuchtigkeit staut. Mit diesen einfachen Gewohnheiten beugen Sie Gerüchen vor:
- Tür und Fach offen lassen: Lassen Sie nach dem letzten Waschgang immer die Bullaugentür und die Waschmittelschublade einen Spalt offen, bis das Innere vollständig abgetrocknet ist.
- Nasse Wäsche nicht vergessen: Nehmen Sie die gewaschene Wäsche möglichst direkt nach Programmende heraus.
- Dosierung beachten: Verwenden Sie Waschmittel und Weichspüler immer nach Herstellerangabe. Zu viel davon führt zu vermehrten Ablagerungen.
- Regelmäßige Heißgänge: Waschen Sie etwa einmal im Monat Handtücher oder Bettwäsche bei 60°C. Das hält die Maschine auch zwischen den Grundreinigungen hygienisch.
Wann Sie einen Profi hinzuziehen sollten
Wenn trotz regelmäßiger Reinigung ein strenger Geruch bleibt oder Sie technische Probleme wie ständige Fehlermeldungen oder Wasser im Inneren bemerken, kann ein verstopfter Ablaufschlauch oder ein defektes Bauteil vorliegen. In solchen Fällen ist der Kundendienst die richtige Anlaufstelle.
Häufige Fragen
Kann ich Essig und Zitronensäure immer bedenkenlos verwenden?
Essig und Zitronensäure sind gute Hausmittel zum Entkalken und Desinfizieren. Allerdings können sie auf Dauer bestimmte Gummidichtungen angreifen. Verwenden Sie sie daher nicht bei jeder Reinigung, sondern wechseln Sie mit einem neutralen Maschinenreiniger ab. Wichtig: Niemals mit chlorhaltigen Reinigern kombinieren!
Meine Maschine riecht schon direkt nach dem Kauf muffig. Woran liegt das?
Ein leichter, technischer Geruch bei neuen Maschinen kann von Konservierungsölen an inneren Teilen stammen und ist normal. Er sollte nach einigen Leerläufen bei hoher Temperatur verschwinden. Bleibt ein beißender oder schimmliger Geruch, kontaktieren Sie den Händler.
Eine saubere Waschmaschine ist kein Hexenwerk. Mit etwas Routine und den richtigen Hausmitteln können Sie muffige Gerüche und Schimmel wirksam bekämpfen. Die Investition von etwa einer Stunde alle paar Monate zahlt sich mehrfach aus: Ihre Wäsche riecht wirklich frisch, die Maschine arbeitet effizienter und hält länger. Fangen Sie am besten gleich mit dem nächsten Heißwaschgang an – Ihre Wäsche wird es Ihnen danken.






