
Sie planen in den kommenden Jahren einen neuen Kühlschrank? Ab 2026 verschärfen sich die EU-Ökodesign-Regeln, was das Angebot nachhaltig verändert. Dieser Artikel erklärt die neuen Effizienzklassen, deckt die Diskrepanz zwischen Labor- und Realverbrauch auf und bietet Ihnen einen praxisnahen Leitfaden für einen zukunftssicheren und kosteneffizienten Kauf.
Das revidierte EU-Energielabel ab 2021: Klarheit für Verbraucher
Seit März 2021 gilt für Kühl- und Gefriergeräte das überarbeitete EU-Energielabel. Es ersetzt die unübersichtliche Skala A+++ bis D durch eine einfachere Einteilung von A (beste) bis G (schlechteste). Die neuen, strengeren Kriterien sorgen dafür, dass zunächst kaum ein Gerät die Klassen A oder B erreichte – so bleibt Raum für technische Innovationen. Neben der Effizienzklasse zeigt das Label den jährlichen Energieverbrauch in kWh, das Nutzvolumen und die Geräuschemissionen. Ein QR-Code führt zu detaillierten Daten in der europäischen Produktdatenbank EPREL.
Grundlage der Einstufung ist der Energieeffizienzindex (EEI). Dieser Index setzt den gemessenen Verbrauch des Geräts in Relation zu einem standardisierten Referenzwert für ein vergleichbares Modell. Ein niedrigerer Index bedeutet höhere Effizienz. Für die Klasse A ist beispielsweise ein EEI von unter 22 erforderlich, für Klasse G einer über 150. Diese Skalierung garantiert, dass nur technologisch fortschrittliche Geräte die Spitzenplätze belegen. Erwarten Sie, dass in den kommenden Jahren mehr Modelle in die oberen Klassen aufsteigen.
Die Ökodesign-Verordnung 2026: Strengere Grenzwerte und mehr Reparierbarkeit
Während das Label bereits aktualisiert ist, werden die gesetzlichen Mindestanforderungen an die Energieeffizienz erst 2026 deutlich verschärft. Die neue EU-Ökodesign-Verordnung (EU) 2019/2024 definiert dann Grenzwerte, die Geräte für den Marktzugang erreichen müssen. Ineffiziente Modelle der unteren Klassen werden vom Markt verschwinden. Zudem gewinnen Aspekte der Reparierbarkeit und Lebensdauer an Bedeutung. Ein Verständnis der Energiepreise im Haushalt hilft Ihnen, langfristige Einsparungen besser einzuschätzen.
Konkret verpflichtet die Verordnung Hersteller, Ersatzteile wie Türdichtungen oder Thermostate mindestens sieben Jahre nach Produktionsende verfügbar zu halten. Diese Teile müssen mit Standardwerkzeugen austauschbar sein. Das Ziel ist eine bessere Umweltbilanz über den gesamten Lebenszyklus. Für Sie bedeutet das mehr Sicherheit und potenziell geringere Reparaturkosten. Ein Kauf ab 2026 ist somit besonders zukunftssicher.
Labor vs. Realität: Warum der angegebene Verbrauch täuschen kann
Der auf dem Label angegebene Jahresverbrauch wird unter standardisierten Laborbedingungen (EN 62552) ermittelt. Ihr Haushaltsalltag weicht davon typischerweise ab. Entscheidende Faktoren sind:
- Raumtemperatur: Ein Test bei 20°C bildet einen warmen Sommerraum mit 25°C nicht ab.
- Nutzerverhalten: Häufigkeit und Dauer des Türöffnens.
- Füllgrad und Temperatur der Lebensmittel.
- Standort: Nähe zu Wärmequellen wie Herd oder Heizung.
Unabhängige Tests, beispielsweise von der Stiftung Warentest, messen daher oft einen realitätsnäheren Verbrauch und sind eine wertvolle zweite Referenz. Ein gut gefüllter Kühlschrank arbeitet übrigens effizienter als ein leerer, da die gekühlten Lebensmittel als Temperaturpuffer dienen.
Praxistest: So messen Sie Ihren realen Stromverbrauch
Mit einem Energiemessgerät (Kosten: ca. 15–20 Euro) ermitteln Sie den tatsächlichen Verbrauch Ihres aktuellen oder neuen Geräts.
- Schalten Sie das Messgerät zwischen Steckdose und Kühlschrank.
- Messen Sie den Verbrauch über mindestens ein, besser zwei Wochen.
- Multiplizieren Sie den Wochenwert mit 52, um einen hochgerechneten Jahresverbrauch zu erhalten.
Notieren Sie währenddessen die durchschnittliche Raumtemperatur. Ein Protokoll über Ihr Nutzverhalten (wie oft und wie lange wird die Tür geöffnet?) hilft, Einsparpotenziale zu erkennen und die optimale Größe für den Neukauf zu bestimmen.
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Kaufberatung: Worauf Sie bei einem effizienten Kühlschrank achten sollten
Neben dem Energielabel sind weitere Faktoren entscheidend für eine gute Kaufentscheidung.
1. Die optimale Größe und Bauform finden
Ein zu großes Gerät kühlt Leerraum und verschwendet Energie. Als groben Richtwert gelten 50–60 Liter Nutzvolumen pro Person. Überlegen Sie, ob ein reiner Kühlschrank plus separates, energiesparendes Gefriergerät (z.B. eine Truhe im Keller) für Sie sinnvoller ist als eine Kombination. Geräte mit unten liegendem Gefrierfach (Bottom-Mount) sind oft effizienter als Side-by-Side-Modelle, da der Kälteverlust beim Öffnen minimiert wird.
Passen Sie die Größe an Ihre Einkaufsgewohnheiten an. Wer wöchentlich große Mengen kauft, benötigt mehr Volumen als jemand mit täglichem Supermarktzugang. Die Bauform beeinflusst auch die Ergonomie: Bei Bottom-Mount-Modellen befinden sich die häufig genutzten Kühlprodukte auf Augenhöhe.
2. Sinnvolle Technologien und Features bewerten
Achten Sie auf eine flexible Innenraumaufteilung. Vollauszüge und höhenverstellbare Glasböden erleichtern die Ordnung im Kühlschrank und optimieren die Luftzirkulation. Spezielle Frischefächer mit Feuchtigkeitskontrolle helfen, Lebensmittel länger zu erhalten. Vergessen Sie nicht grundlegende Maßnahmen wie das regelmäßige Abtauen bei manuellen Modellen.
Moderne, dynamische Kühlsysteme mit mehreren Lüftern sorgen für eine gleichmäßigere Temperaturverteilung, was Energie spart und die Haltbarkeit der Lebensmittel fördert. Ein „Urlaubs- oder Eco-Modus“, der eine leicht erhöhte, aber sichere Temperatur hält, kann bei Abwesenheit erhebliche Stromkosten einsparen.
3. Die Energieeffizienzklasse richtig einordnen
Vergleichen Sie stets den absoluten Jahresverbrauch in kWh auf dem Label. Multiplizieren Sie diesen Wert mit Ihrem aktuellen Strompreis, um die jährlichen Betriebskosten zu berechnen. Bei steigenden Energiepreisen amortisiert sich eine effizientere Anschaffung schneller.
Berechnen Sie die Gesamtkosten über die erwartete Lebensdauer (mindestens 10–15 Jahre). Ein teureres Gerät der Klasse B kann aufgrund niedrigerer Stromkosten über die Jahre wirtschaftlicher sein als ein günstigeres Modell der Klasse D. Erstellen Sie eine einfache „Total Cost of Ownership“-Rechnung für Ihre Favoriten.
Vergleichstabelle: Kühlschrank-Typen im Überblick
| Bauform | Vorteile | Nachteile / Energieeffizienz | Für wen geeignet? |
|---|---|---|---|
| Kühlschrank (ohne Gefrierfach) | Höchste Energieeffizienz, oft kompakte Bauweise. | Kein Gefriervermögen; separates Gefriergerät nötig. | Haushalte mit wenig Gefrierbedarf oder separatem Gefrierschrank. |
| Kühl-Gefrier-Kombination (Bottom-Mount) | Gute Effizienz, ergonomische Aufteilung (Kühlteil auf Augenhöhe). | Gefrierfachvolumen oft begrenzt. | Die meisten Standardhaushalte; gute Allround-Lösung. |
| Side-by-Side (amerikanischer Stil) | Sehr großes Volumen, schmale Türen benötigen weniger Platz zum Öffnen. | Meist höherer Verbrauch; benötigt viel Stellfläche. | Großfamilien mit hohem Lagerbedarf und entsprechendem Platz. |
| Einbaukühlschrank | Optisch ansprechende Integration in die Küchenzeile. | Oft weniger effizient als freistehende Geräte; Belüftung muss gewährleistet sein. | Für eine hochwertige, integrierte Küchenoptik. |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Lohnt es sich, auf das Jahr 2026 zu warten, um einen Kühlschrank zu kaufen?
Nicht zwingend. Die aktuell gültigen Energielabel sind bereits sehr aussagekräftig. Wenn Sie jetzt ein effizientes Gerät (Klasse C oder besser) kaufen, sparen Sie sofort Stromkosten. Ein Kauf ab 2026 garantiert jedoch, dass die strengsten Mindeststandards erfüllt sind und die Reparierbarkeit gesetzlich vorgeschrieben ist.
2. Wie kann ich meinen alten Kühlschrank so energieeffizient wie möglich betreiben?
Stellen Sie das Gerät an einen kühlen, gut belüfteten Ort, fern von Wärmequellen. Stellen Sie die Temperatur richtig ein (Kühlschrank: 7°C, Gefrierfach: -18°C). Halten Sie die Türdichtungen sauber und intakt. Tauen Sie regelmäßig ab (bei manuellen Modellen) und lassen Sie warme Speisen abkühlen, bevor Sie sie hineinstellen.
3. Sind No-Frost-Geräte energieeffizienter?
No-Frost (oder Low-Frost) verhindert die Reifbildung und erspart das manuelle Abtauen. Diese Technologie benötigt jedoch selbst Energie für den Ventilator und den Abtauzyklus. Moderne No-Frost-Geräte können dennoch sehr effizient sein – achten Sie auf den absoluten Verbrauchswert auf dem Label.
4. Was bedeutet die Klimaklasse auf dem Typenschild?
Die Klimaklasse (z.B. SN, N, ST, T) gibt an, bei welcher Umgebungstemperatur das Gerät optimal arbeitet. „SN“ (erweiterte gemäßigte Klimazone) ist für 10–32°C ausgelegt und in den meisten deutschen Haushalten ausreichend. Bei höheren Raumtemperaturen kann der Verbrauch steigen.
5. Wie entsorge ich meinen alten Kühlschrank richtig und umweltfreundlich?
Alte Kühlschränke enthalten umweltschädliche Kältemittel und müssen fachgerecht entsorgt werden. Geben Sie das Altgerät beim Händler beim Neukauf ab (Rücknahmepflicht) oder bringen Sie es zu einem Wertstoffhof. Die Entsorgung über den Hausmüll ist verboten.
Quellen
- Verordnung (EU) 2019/2016 zur Energieverbrauchskennzeichnung von Kühlgeräten.
- Verordnung (EU) 2019/2024 (Ökodesign) für Kühlgeräte.
- Stiftung Warentest: Testmethoden und -berichte zu Kühlschränken.
- Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK): Informationen zu Energielabeln.






