Energielabel 2026 verstehen: Was die neuen Effizienzklassen für Küchengeräte wirklich bedeuten

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Seit März 2021 gilt für viele Haushaltsgeräte das überarbeitete EU-Energielabel. Diese Umstellung ist ein mehrjähriger Prozess, der bis 2026 verschiedene Produktgruppen erfasst. Für Küchengeräte bringt die Reform eine klare Effizienzskala von A bis G zurück. Dieser Artikel erklärt, was die neuen Klassen bedeuten und wie sie Ihre Kaufentscheidung für Herd, Kühlschrank und Co. beeinflussen.

Warum die A+++-Klassen verschwanden: Gründe für die neue Skala

Die alte Skala mit Pluszeichen war nicht mehr aussagekräftig. Die Mehrheit der Neugeräte erreichte die Top-Klassen A+ bis A+++, was für Verbraucher kaum noch vergleichbare Unterschiede bot. Da die Spitzentechnologie bereits sehr effizient war, wurde eine weitere Differenzierung innerhalb des A-Bereichs unmöglich. Die EU reagierte mit einer Reskalierung: Die Skala wurde auf A bis G zurückgesetzt und die Anforderungen für jede Klasse deutlich verschärft. Ein ehemaliges A+++-Gerät kann heute nur noch in Klasse C oder D eingestuft werden. Dies zeigt keinen Rückschritt an, sondern reflektiert ambitioniertere Effizienzstandards.

Die neuen Effizienzklassen A bis G im Detail

Das neue Label ist übersichtlicher und informativer. Neben dem farbigen Effizienzbalken enthält es einen QR-Code, der zu detaillierten Produktdaten im europäischen Register EPREL führt. Die verbrauchsrelevanten Angaben sind nun gerätespezifischer und praxisnäher.

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Zeitplan der Umstellung für Küchengeräte (bis 2026)

Die Einführung erfolgt schrittweise. Für Küchengeräte sind folgende Termine entscheidend:

  • Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Backöfen, Dunstabzugshauben, Waschmaschinen und -trockner: Seit 1. März 2021 gültig.
  • Elektrische Kochfelder (inkl. Induktion): Umstellung am 1. Januar 2025.

Für Verbraucher heißt das: Bei den meisten großen Küchengeräten ist das neue Label bereits Standard. Achten Sie beim Kauf auf die aktuelle Skala.

Praxistipp: So lesen Sie das neue Energielabel richtig

Der farbige Buchstabe ist nur ein erster Anhaltspunkt. Wichtige Informationen für den Alltag sind:

  • Jährlicher Energieverbrauch: Angabe in kWh/Jahr, basierend auf neuen, realistischeren Testverfahren.
  • Gerätespezifische Daten: Bei Kühlschränken z.B. das Nutzvolumen für Kühl- und Gefrierteil separat. Bei Geschirrspülern die Kapazität in Maßgedecken, Lautstärke und Wasserverbrauch pro Programm.
  • QR-Code: Scannen Sie ihn für Zugang zum offiziellen Produktdatenblatt des Herstellers.

Konsequenzen für Ihren Gerätekauf

Die klare A-G-Skala erleichtert den Vergleich. Lassen Sie sich nicht von einer mittleren Klasse wie C oder D abschrecken. Ein heutiges Gerät der Klasse C kann effizienter sein als ein altes A+++-Modell. Konzentrieren Sie sich auf den absoluten Energieverbrauch in kWh/Jahr. Multiplizieren Sie diesen Wert mit Ihrem Strompreis, um die jährlichen Betriebskosten zu kalkulieren. Die höheren Anschaffungskosten eines effizienteren Geräts können sich so über seine Lebensdauer amortisieren.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Lebensdauer und Reparierbarkeit. Seit 2021 müssen Hersteller für bestimmte Geräte wie Geschirrspüler und Kühlschränke Ersatzteile über viele Jahre vorrätig halten. Das fördert eine nachhaltigere Nutzung. Auch der Stromverbrauch im Standby-Modus ist relevant. Ein genauer Blick in die technischen Details oder spezielle Ratgeber zu versteckten Stromfressern lohnt sich.

Energieeffizienz im Vergleich: Eine exemplarische Übersicht

Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie sich die Klassen verschoben haben und welche neuen Informationen relevant sind. Die Werte sind Richtwerte für Neugeräte.

Gerätetyp Alte Klasse (Beispiel) Neue Klasse (ca. Entsprechung) Wichtige neue Info auf dem Label
Kühl-Gefrier-Kombi A++ D / E Nutzvolumen (Kühl-/Gefrierteil), Geräuschemissionen in dB
Geschirrspüler A+++ B / C Verbrauch im Eco-Programm, Anzahl Maßgedecke, Trocknungswirkung
Induktionskochfeld Bis 2024 eigene Skala Seit 2025: A-G Jährlicher Energieverbrauch für Kochfeld (neue Messmethode)

Energiesparen in der Küche: Das Label ist nur der Anfang

Das Energielabel ist ein exzellenter erster Anhaltspunkt. Die tatsächlichen Betriebskosten hängen maßgeblich von Ihrem Nutzungsverhalten ab. Ein effizienter Geschirrspüler verbraucht im Eco-Programm weniger als im Schnellprogramm. Ein Kühlschrank spart Energie, wenn er nicht neben Wärmequellen wie dem Herd steht. Die Wahl der Kochtechnologie – beispielsweise Induktion versus Ceran – hat ebenfalls großen Einfluss auf den Verbrauch.

Ebenso wichtig ist die richtige Pflege: Ein verkalkter Wasserkocher oder ein vereister Kühlschrank benötigt deutlich mehr Energie. Regelmäßige Wartung und die korrekte Dosierung von Reinigungsmitteln helfen, die Geräteeffizienz zu erhalten.

Fazit: Klare Information für eine bewusste Entscheidung

Die Energielabel-Reform bis 2026 ist ein Gewinn für Verbraucher. Sie beendet die verwirrende Pluszeichen-Flut und setzt Hersteller unter Druck, mit jeder Gerätegeneration effizienter zu werden. Nutzen Sie das neue Label als zentrale Entscheidungshilfe, beachten Sie aber auch den QR-Code und den absoluten Energieverbrauch. Investitionen in langlebige, reparierbare und effiziente Geräte schonen langfristig Ihren Geldbeutel und die Umwelt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Mein alter Kühlschrank hat A+++. In welche neue Klasse würde er fallen?

Eine pauschale Aussage ist nicht möglich, da die Testverfahren geändert wurden. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass ein altes A+++-Gerät auf dem neuen Label nur eine mittlere Klasse (z.B. D, E oder F) erreichen würde. Die Anforderungen für die Spitzenklasse A sind derzeit nahezu unerreichbar und für künftige Technologien reserviert.

Lohnt es sich jetzt, ein Gerät der alten Klasse A+++ günstig zu kaufen?

Vorsicht ist geboten. Seit dem jeweiligen Stichtag für die Gerätegruppe dürfen im Handel nur noch Geräte mit dem neuen Label ausgehängt werden. Angebote mit altem A+++-Label sind meist Altware. Vergleichen Sie in diesem Fall unbedingt den absoluten Energieverbrauch (kWh/Jahr) mit einem aktuellen Modell der neuen Klasse B oder C.

Gilt das neue Label auch für Dunstabzugshauben?

Ja, seit März 2021 gibt es auch für Dunstabzugshauben ein neues EU-Energielabel. Es bewertet die Energieeffizienz, den Fettabscheidegrad, die Geräuschentwicklung und bei Umlufthauben die Effizienz der Geruchsfilter. Die grundsätzliche Wahl zwischen Umluft- und Abluftsystem bleibt jedoch der entscheidende Faktor für Effizienz und Komfort.

Zum Hauptartikel (Pillar)

Küchengeräte-Energieeffizienz: Die ultimative Strategie für dauerhafte Kostensenkung

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Quellen

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