
Das Home-Office ist für viele ein fester Bestandteil des Arbeitslebens geworden. Während Sie sich über die eingesparte Pendelzeit freuen, lauern im Arbeitszimmer oft unerkannte Kostenfaktoren. Die Stromkosten im Home-Office können durch eine Vielzahl von Geräten, sowohl im aktiven Betrieb als auch im scheinbar harmlosen Standby-Modus, in die Höhe getrieben werden. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie die versteckten Verbraucher identifizieren und mit praktischen Maßnahmen Ihre Stromkosten reduzieren.
Die typischen Stromverbraucher im Arbeitszimmer
Ein durchschnittlich ausgestattetes Home-Office beherbergt eine ganze Reihe elektrischer Helfer. Deren Verbrauch addiert sich über das Jahr zu einer beachtlichen Summe. Die Hauptverdächtigen sind:
- Computer (Desktop-PC oder Laptop): Ein leistungsstarker Desktop-PC mit separater Grafikkarte ist der größte Einzelverbraucher. Laptops sind in der Regel sparsamer.
- Monitore: Je größer der Bildschirm und je höher die Helligkeit, desto höher der Stromverbrauch. Zwei oder mehr Monitore verdoppeln oder verdreifachen diesen Posten.
- Drucker, Scanner, Multifunktionsgeräte: Diese Geräte verbrauchen oft selbst im ausgeschalteten Zustand Strom für Netzwerk- oder Wake-on-LAN-Funktionen.
- Router und Netzwerktechnik: Ihr Internetzugang läuft 24/7. Moderne Router sind zwar effizienter geworden, dennoch summieren sich die Kosten über das ganze Jahr.
- Beleuchtung: Eine schlecht platzierte Schreibtischlampe, die den ganzen Tag brennt, oder ineffiziente Leuchtmittel treiben den Verbrauch unnötig in die Höhe.
- Peripheriegeräte: Externe Festplatten, Lautsprecher, USB-Hubs und Ladegeräte für Headset, Maus und Tastatur.
So messen Sie den Verbrauch Ihrer Home-Office-Geräte
Vermutungen helfen nicht weiter. Um gezielt Stromkosten im Home-Office reduzieren zu können, müssen Sie den tatsächlichen Verbrauch kennen. Hierfür gibt es einfache und kostengünstige Methoden.
1. Einsatz eines Energiemessgeräts
Ein Energiemessgerät (Strommessgerät) ist die präziseste Methode. Sie stecken es zwischen Steckdose und das zu prüfende Gerät. Es zeigt Ihnen den aktuellen Verbrauch in Watt, den Verbrauch über einen Zeitraum in Kilowattstunden (kWh) und errechnet bei Eingabe Ihres Strompreises die entstehenden Kosten. Testen Sie jedes Gerät in zwei Modi:
- Im aktiven Betrieb (z.B. PC unter Last, Drucken).
- Im Standby- oder Schein-Aus-Modus (Gerät ist „aus“, aber noch mit dem Netz verbunden).
2. Analyse der Leistungsangaben
Falls kein Messgerät zur Hand ist, geben die Herstellerangaben auf dem Typenschild oder im Handbuch einen Anhaltspunkt. Achten Sie auf die Angabe in Watt (W). Ein Gerät mit 300 W, das Sie 4 Stunden am Tag nutzen, verbraucht 1,2 kWh am Tag (300 W * 4 h = 1200 Wh = 1,2 kWh). Multipliziert mit Ihrem Strompreis (z.B. 0,35 €/kWh) ergeben sich täglich etwa 0,42 € – das sind über 150 € im Jahr für ein einziges Gerät.
Praktische Tipps: So senken Sie die Stromkosten sofort
1. Optimieren Sie die Nutzung von PC und Monitoren
- Energiespareinstellungen nutzen: Konfigurieren Sie in Windows, macOS oder Linux die Energiesparoptionen. Stellen Sie ein, dass der Monitor nach 5-10 Minuten Inaktivität abschaltet und der PC nach 15-30 Minuten in den Schlafmodus (Standby/Suspend) wechselt.
- Helligkeit anpassen: Reduzieren Sie die Helligkeit Ihrer Monitore auf ein angenehmes Minimum. Dies spart erheblich Strom.
- Laptop statt Desktop: Wenn möglich, nutzen Sie einen Laptop. Er ist für den mobilen Einsatz optimiert und verbraucht deutlich weniger Energie als ein Tower-PC.
- Bei längeren Pausen: Ausschalten. Der Mittagsspaziergang oder eine mehrstündige Besprechung sind ideale Gelegenheiten, den Rechner komplett herunterzufahren.
2. Bekämpfen Sie den Standby-Verbrauch konsequent
Hier verstecken sich die größten versteckten Verbraucher.
- Steckerleisten mit Schalter: Schließen Sie Drucker, Scanner, Monitore, Lautsprecher und Ladegeräte an eine schaltbare Steckerleiste an. Am Ende des Arbeitstages oder am Wochenende schalten Sie die Leiste komplett aus. So unterbrechen Sie die Standby-Stromversorgung aller angeschlossenen Geräte.
- Netzteil abziehen: Ladegeräte für Laptop, Headset und Co. ziehen auch dann Strom, wenn kein Gerät angeschlossen ist. Ziehen Sie sie nach dem Ladevorgang aus der Steckdose.
- Router-Neustart: Ein regelmäßiger Neustart des Routers (z.B. einmal pro Woche) kann nicht nur die Performance verbessern, sondern auch den Energieverbrauch optimieren. Moderne Router haben oft auch einen geplanten Nachtabschaltmodus, den Sie aktivieren können.
3. Intelligente Beschaffung und Nutzung
- Auf Energieeffizienz achten: Bei Neukauf von Monitoren, PCs oder Druckern lohnt ein Blick auf das EU-Energielabel und die Herstellerangaben zum Verbrauch.
- Drucken mit Bedacht: Drucker verbrauchen beim Hochfahren viel Energie. Sammeln Sie Druckaufträge und erledigen Sie sie gebündelt. Nutzen Sie den Duplexdruck (beidseitig) und die Entwurfsqualität, um Toner und Energie zu sparen.
- Effiziente Beleuchtung: Ersetzen Sie alte Halogen- oder Energiesparlampen an Ihrem Schreibtisch durch LEDs. Eine dimmbare LED-Schreibtischlampe mit Bewegungs- oder Präsenzsensor kann den Verbrauch weiter minimieren.
FAQ: Häufige Fragen zum Energiesparen im Home-Office
Lohnt es sich, den PC jeden Abend auszuschalten?
Ja, auf jeden Fall. Moderne PCs und Betriebssysteme starten heute sehr schnell. Das tägliche vollständige Herunterfahren spart deutlich mehr Energie, als den Rechner über Nacht im Standby-Modus laufen zu lassen. Bei Arbeitspausen von mehr als einer Stunde ist das Ausschalten ebenfalls empfehlenswert.
Verbraucht ein Bildschirmschoner Strom?
Ja, und zwar oft mehr als der normale Desktop-Betrieb. Grafisch aufwändige Bildschirmschoner halten den Prozessor und die Grafikkarte aktiv. Die energieeffizienteste „Bildschirmpause“ ist das automatische Abschalten des Monitors über die Energiesparoptionen.
Ist ein Laptop wirklich sparsamer als ein Desktop-PC?
In der Regel ja. Laptops sind auf Energieeffizienz und Akkulaufzeit ausgelegt. Ihre Komponenten (Prozessor, Grafikeinheit) sind darauf optimiert, mit weniger Leistung auszukommen. Ein leistungsstarker Gaming-Laptop kann jedoch ähnlich viel verbrauchen wie ein Office-PC.
Wie viel Strom verbraucht ein Router im Jahr?
Ein moderner WLAN-Router verbraucht durchschnittlich zwischen 5 und 15 Watt. Bei 10 Watt und durchgängigem Betrieb (24/7) sind das 87,6 kWh im Jahr. Bei einem Strompreis von 0,35 €/kWh entstehen jährliche Kosten von etwa 30 €. Eine Nachtabschaltung kann diese Kosten um ein Drittel reduzieren.
Kann ich meinen Drucker an eine schaltbare Steckerleiste anschließen?
Ja, das ist eine der effektivsten Maßnahmen. Achten Sie darauf, dass der Drucker nach dem Wiedereinschalten keine langwierigen Reinigungs- oder Kalibrierungsvorgänge startet, die Tinte verbrauchen. Bei den meisten modernen Modellen ist das problemlos möglich.
Was sind die größten „Stromfresser“ im typischen Home-Office?
Die Rangfolge ist abhängig von der Ausstattung, aber typischerweise sind es: 1. Der Desktop-PC (vor allem mit dedizierter Grafikkarte), 2. Große Monitore (besonders im Dual-Setup), 3. Ältere Drucker/Multifunktionsgeräte im Standby, 4. Ineffiziente Beleuchtung, die den ganzen Tag läuft.
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