
Die Stromrechnung ist für viele Haushalte ein erheblicher Kostenpunkt. Zwei Geräte stechen dabei besonders hervor: der Kühlschrank, der 365 Tage im Jahr durchläuft, und der Wäschetrockner, der bei jedem Einsatz viel Energie benötigt. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Auswahl und Nutzung energiesparender Modelle können Sie hier erhebliche Beträge einsparen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen konkret, worauf Sie achten müssen.
Warum Kühlschrank und Trockner Ihre Stromrechnung prägen
Kühl- und Gefriergeräte sind für durchschnittlich etwa 15-20% des Stromverbrauchs in privaten Haushalten verantwortlich. Da sie permanent in Betrieb sind, summiert sich selbst ein kleiner Unterschied im Verbrauch über das Jahr zu einem großen Betrag. Wäschetrockner hingegen haben einen sehr hohen Leistungsbedarf pro Nutzung. Ein ineffizientes Modell kann pro Trockengang leicht über 4 kWh verbrauchen – das entspricht bei häufigem Gebrauch schnell einem zweistelligen Eurobetrag pro Monat. Die Kombination aus Dauerbetrieb und hoher Leistung macht diese Geräte zu den zentralen Hebeln für Ihre Stromkosten.
Die Energieeffizienzklasse verstehen: Von A bis G
Seit März 2021 gilt für viele Haushaltsgeräte eine neue, vereinfachte EU-Energielabel-Skala von A (beste) bis G (schlechteste). Die alten Klassen A+++, A++ und A+ entfallen. Ein Gerät, das früher A+++ war, landet nun typischerweise in Klasse B oder C. Das Ziel: Es soll wieder mehr Spielraum nach oben für technische Innovationen geben. Achten Sie beim Kauf also unbedingt auf das neue Label. Die effizientesten Geräte am Markt tragen aktuell die Klasse A oder B. Ein Gerät der alten Klasse A+ kann unter dem neuen System bereits in die Klasse D oder E fallen.
Energiesparende Kühlschränke: Kaufkriterien im Check
Nicht nur das Label ist entscheidend. Diese Faktoren beeinflussen den tatsächlichen Verbrauch und Komfort.
Die optimale Größe und Ausstattung finden
Kaufen Sie nicht größer als nötig. Pro Person im Haushalt rechnet man mit ca. 50-60 Litern Nutzinhalt im Kühlteil. Ein 2-Personen-Haushalt kommt also gut mit 100-120 Litern zurecht. Kombigeräte (Kühlschrank mit Gefrierfach) verbrauchen mehr Energie als reine Kühlschränke. Überlegen Sie, ob Sie wirklich ein großes Gefrierfach benötigen oder ob ein separates, effizientes Gefriergerät sinnvoller ist. No-Frost-Funktionen sind praktisch, benötigen aber auch etwas mehr Energie.
Auf diese technischen Features sollten Sie achten
- Digitale Innenthermostate regeln die Temperatur präziser als mechanische.
- Eine gute Isolierung erkennt man oft am schlankeren Geräteprofil bei gleichem Inhalt.
- Energiespar- oder Urlaubsmodi sind nützlich für Zeiten mit geringerem Kühlbedarf.
- Pralinenfächer oder Zero-Grade-Zonen sind komfortabel, aber nicht zwingend notwendig für die Energieeffizienz.
Energiesparende Wäschetrockner: Welcher Typ ist der Richtige?
Hier gibt es gravierende Unterschiede im Verbrauch. Die Wahl des Typs ist der wichtigste Schritt zur Einsparung.
Vergleich: Wärmepumpentrockner vs. Kondensationstrockner
Wärmepumpentrockner sind die Spitzenreiter in puncto Effizienz. Sie nutzen einen geschlossenen Kreislauf, in dem ein Kältemittel die Wärme aus der feuchten Luft zurückgewinnt und wiederverwendet. Dadurch verbrauchen sie bis zu 50% weniger Strom als herkömmliche Kondensationstrockner. Sie sind in der Anschaffung teurer, amortisieren sich aber bei regelmäßiger Nutzung schnell. Kondensationstrockner (neuere Modelle) erhitzen die Luft elektrisch, kühlen sie dann ab, um das Wasser zu kondensieren. Sie sind weniger effizient als Wärmepumpenmodelle. Ablufttrockner sind die einfachste und günstigste Bauart, leiten aber die warme, feuchte Luft nach außen ab, was im Winter den Heizaufwand erhöhen kann und eine entsprechende Lüftungsmöglichkeit erfordert.
| Trocknertyp | Durchschnittlicher Verbrauch pro Ladung | Energieeffizienz (typisch) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpentrockner | 1,5 – 2,5 kWh | A – B (sehr hoch) | Höchste Effizienz, schonend zur Wäsche, höhere Anschaffungskosten |
| Kondensationstrockner (neu) | 3,0 – 4,5 kWh | C – E (mittel) | Kein Abluftschlauch nötig, verbreitete Technik |
| Ablufttrockner | 3,5 – 5,0 kWh | D – F (niedrig) | Einfachste Technik, günstig in der Anschaffung, benötigt Abluftmöglichkeit |
So nutzen Sie Ihren Trockner am effizientesten
- Wäsche vorher gut schleudern: Je weniger Restfeuchte, desto kürzer der Trocknungsvorgang. Eine Schleuderdrehzahl von mindestens 1400 U/min ist ideal.
- Füllmenge beachten: Weder halbleer noch überladen trocknen. Die angegebene Maximalkapazität bezieht sich auf Baumwolle – bei Mix- oder Pflegeleicht-Programmen sollte die Trommel nur zu zwei Dritteln gefüllt sein.
- Feuchtesensoren nutzen: Programme mit Feuchtesensoren beenden den Trockenvorgang automatisch, wenn die gewünschte Trockenstufe erreicht ist, und vermeiden Über-Trocknen.
- Reinigen Sie regelmäßig das Flusensieb und (bei Wärmepumpen- und Kondensationstrocknern) den Kondensator.
Betriebskosten berechnen: So viel sparen Sie wirklich
Die Einsparung ergibt sich aus der Differenz im Jahresverbrauch multipliziert mit Ihrem Strompreis. Ein Beispiel: Ein alter Kühlschrank (Klasse F) verbraucht etwa 350 kWh/Jahr, ein neues Modell (Klasse C) nur 150 kWh/Jahr. Bei 35 Cent/kWh sparen Sie (350-150)*0,35 = 70 Euro pro Jahr. Bei einem Trockner: Ein altes Kondensationsmodell (4,5 kWh/Ladung) bei 150 Ladungen/Jahr vs. ein Wärmepumpenmodell (2,0 kWh/Ladung) spart (4,5-2,0)*150*0,35 = ca. 131 Euro pro Jahr. Die Investition kann sich oft schon in wenigen Jahren amortisieren.
| Energieeffizienzklasse (neu) | Geschätzter Jahresverbrauch (kWh) | Kosten pro Jahr (ca., 35 ct/kWh) |
|---|---|---|
| A (beste) | 100 – 130 | 35 – 45 € |
| B | 130 – 160 | 45 – 56 € |
| C | 160 – 190 | 56 – 67 € |
| D | 190 – 220 | 67 – 77 € |
| E | 220 – 250 | 77 – 88 € |
| F | 250 – 300 | 88 – 105 € |
| G (schlechteste) | > 300 | > 105 € |
6 Praxistipps: So senken Sie den Verbrauch Ihrer Geräte
Tipps für den Kühlschrank
- Temperatur richtig einstellen: 7°C im Kühlschrank und -18°C im Gefrierfach sind völlig ausreichend. Jedes Grad kälter erhöht den Verbrauch um etwa 6%.
- Stellen Sie ihn an einen kühlen Ort: Nicht neben Herd, Heizung oder in die pralle Sonne.
- Türdichtungen regelmäßig prüfen: Schließen Sie eine eingeschaltete Taschenlampe ein. Ist Licht von außen sichtbar, sind die Dichtungen undicht.
- Abtauen nicht vergessen: Eine Eisschicht von nur 5 mm erhöht den Energieverbrauch deutlich. Moderne No-Frost-Geräte umgehen dieses Problem.
- Warme Speisen abkühlen lassen, bevor sie in den Kühlschrank kommen.
- Gerät nicht zu voll und nicht zu leer räumen: Eine gut gefüllte, aber luftdurchzogene Kühlung hält die Temperatur besser.
Tipps für den Trockner
- Wäsche nach Materialien trennen: Leichte Stoffe trocknen schneller. Mischen Sie schwere Handtücher nicht mit leichten Hemden.
- Pflegeleicht- oder Eco-Programme nutzen: Sie laufen länger, aber bei niedrigeren Temperaturen und sparen so Energie.
- Restwärme nutzen: Bei manchen Modellen können Sie kurz vor Ende ein leicht feuchtes Finish wählen und die Wäsche mit der Restwärme in der Trommel fertigtrocknen lassen.
- Flusensieb nach JEDEM Trockengang reinigen.
- Prüfen Sie, ob sich ein Auftrocknen an der Luft anbietet, zum Beispiel bei wenig genutzten Textilien oder an sonnigen Tagen.
- Bei Kondensations- und Wärmepumpentrocknern: Den Kondensator/Wärmetauscher regelmäßig gemäß Anleitung reinigen (oft alle 30-50 Trockenvorgänge).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Was bedeutet die neue Energieeffizienzklasse A für Kühlschränke?
- Die neue Klasse A ist unter dem seit 2021 geltenden EU-Label die absolut beste verfügbare Klasse. Sie ist sehr anspruchsvoll und wird nur von den effizientesten Geräten am Markt erreicht. Ein alter „A+++“-Kühlschrank entspricht unter dem neuen System oft nur noch Klasse B oder C.
- Lohnt sich der Austausch eines alten Kühlschranks finanziell?
- Ja, in den meisten Fällen. Ein über 10-15 Jahre alter Kühlschrank verbraucht oft doppelt so viel Strom wie ein modernes Effizienzgerät. Die Ersparnis von 50-100 Euro pro Jahr macht die Neuanschaffung innerhalb weniger Jahre wett. Nutzen Sie unseren Leitfaden zum Berechnen des Stromverbrauchs Ihres Kühlschranks, um Ihre persönliche Einsparung zu ermitteln.
- Sind Wärmepumpentrockner wirklich so viel sparsamer?
- Ja, definitiv. Gegenüber einem herkömmlichen Kondensationstrockner sparen sie pro Ladung etwa 40-60% Strom ein. Bei einem 4-Personen-Haushalt können das leicht über 100 Euro jährlich sein. Zudem sind sie schonender zur Wäsche, da sie bei niedrigeren Temperaturen trocknen.
- Wie kann ich den Stromverbrauch meines alten Kühlschranks messen?
- Am einfachsten mit einem Energiekostenmessgerät (Steckdosenzähler). Dieses schalten Sie zwischen Steckdose und Kühlschrank und lassen es mindestens eine volle Woche, besser zwei, laufen. Den gemessenen Verbrauch multiplizieren Sie dann hoch, um den Jahresverbrauch zu schätzen. Eine detaillierte Anleitung finden Sie hier: Stromverbrauch kWh berechnen.
- Welche Größe (Liter) an Kühlschrank benötigt ein 2-Personen-Haushalt?
- Als Richtwert gelten 100-150 Liter Nutzinhalt im Kühlteil. Bei häufiger Frischkostzubereitung oder Vorratshaltung darf es mehr sein. Entscheidend ist auch der Lebensstil. Ein Kombigerät mit Gefrierfach sollte dann insgesamt etwa 150-200 Liter Gesamtnutzinhalt haben.
- Muss ich den Kühlschrank regelmäßig abtauen, um Energie zu sparen?
- Bei Geräten ohne No-Frost-Funktion unbedingt ja. Bereits eine dünne Eisschicht im Gefrierfach wirkt isolierend und der Kompressor muss länger laufen, um die Solltemperatur zu erreichen. Bei No-Frost-Geräten entfällt das manuelle Abtauen, da ein automatischer Abtauzyklus Reif- und Eisbildung verhindert.
Fazit: Investition, die sich auszahlt
Die Anschaffung eines energieeffizienten Kühlschranks oder Wäschetrockners ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um Ihre Stromkosten dauerhaft zu senken. Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich durch die deutlich geringeren Betriebskosten meist innerhalb weniger Jahre. Kombinieren Sie die richtige Gerätewahl mit einem bewussten Nutzungsverhalten – wie den optimalen Temperatureinstellungen und der regelmäßigen Wartung –, maximieren Sie Ihre Einsparung. So machen Sie sich unabhängiger von steigenden Energiepreisen und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz.
Quellen & weiterführende Links
- Verbraucherzentrale – Unabhängige Beratung zu Energiekosten und Gerätekauf.
- Stiftung Warentest – Ausführliche Testberichte zu Kühlschränken und Trocknern.
- Umweltbundesamt – Informationen zu Energieeffizienz und Umweltzeichen.
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