Typische Fehler beim Warmwassersparen: Diese Irrtümer kosten Sie Geld

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Typische Fehler beim Warmwassersparen: Diese Irrtümer kosten Sie Geld

Warmwasser sparen ist ein zentraler Hebel, um die Energiekosten im Haushalt zu senken. Viele gut gemeinte Maßnahmen erweisen sich jedoch als kontraproduktiv oder sogar als teure Fehler. Dieser Artikel deckt die häufigsten Irrtümer auf und zeigt Ihnen, wie Sie diese vermeiden, um wirklich effektiv Geld zu sparen.

Warum effektives Warmwassersparen so wichtig ist

Die Warmwasserbereitung ist nach dem Heizen der zweitgrößte Energieverbraucher in deutschen Haushalten. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt gibt hierfür jährlich mehrere hundert Euro aus. Jede eingesparte Kilowattstunde wirkt sich direkt auf Ihre Nebenkostenabrechnung aus. Doch Vorsicht: Nicht jede Sparmaßnahme hält, was sie verspricht. Einige verlagern die Kosten nur, andere erhöhen den Gesamtverbrauch oder bergen gesundheitliche Risiken.

Die 5 teuersten Fehler und Irrtümer im Detail

1. Irrtum: „Kaltes Wasser spült genauso gut wie warmes“

Fett und Schmutz lösen sich in warmem Wasser deutlich besser. Verwenden Sie konsequent kaltes Wasser, benötigen Sie oft mehr Reinigungsmittel oder müssen intensiver schrubben. Der vermeintliche Spareffekt wird so zunichtegemacht. Effizienter ist es, für leichte Verschmutzungen lauwarmes Wasser zu nutzen und die Temperatur nur bei starkem Schmutz zu erhöhen.

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2. Fehler: Die falsche Temperatur am Durchlauferhitzer

Eine zu niedrige Einstellung am elektronischen Durchlauferhitzer spart nicht, sondern führt zu Verschwendung. Das Wasser fließt länger, bis es die gewünschte Temperatur am Hahn erreicht. In dieser Zeit wird viel kaltes Wasser ungenutzt weggelassen. Die optimale Einstellung liegt je nach Gerät meist zwischen 38°C und 42°C, um schnell die gewünschte Temperatur zu erhalten.

3. Irrtum: „Spartasten an Toiletten sind immer sinnvoll“

Dieser Gedanke ist falsch, da Toiletten in der Regel ausschließlich mit kaltem Wasser spülen. Die Spartaste reduziert nur die Menge des genutzten Kaltwassers und hat keine Auswirkung auf Ihren Warmwasserverbrauch. Ein echter Sparhebel ist hier die regelmäßige Überprüfung auf undichte Spülkästen, die unbemerkt Wasser vergeuden.

4. Fehler: Zu seltene oder falsche Entkalkung

Kalkablagerungen in Wasserkochern, Boilern oder an Heizstäben sind wahre Energiefresser. Eine dicke Kalkschicht wirkt wie eine Isolierschicht. Das Gerät benötigt deutlich mehr Energie und Zeit, um das Wasser zu erhitzen. Ein regelmäßiges Entkalken nach Herstellerangabe ist daher eine der effektivsten Maßnahmen zum Warmwassersparen.

5. Irrtum: „Ein Vollbad spart Energie, weil man seltener duscht“

Dies ist einer der hartnäckigsten Mythen. Ein durchschnittliches Vollbad (ca. 150 Liter) verbraucht etwa dreimal so viel Wasser und Energie wie eine fünfminütige Dusche. Selbst wenn Sie daraufhin einen Tag nicht duschen, ist die Energiebilanz negativ. Der effektivere Weg ist, die Duschzeit bewusst zu verkürzen und einen wassersparenden Duschkopf zu verwenden.

Praktische Tipps, um die Fehler zu vermeiden

Um diese Fallstricke zu umgehen, sollten Sie strategisch vorgehen. Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme: Wo und wie viel Warmwasser wird in Ihrem Haushalt verbraucht? Setzen Sie anschließend gezielt die größten Hebel an.

Technische Hilfsmittel sinnvoll einsetzen

  • Perlatoren und Strahlregler: Diese Aufsätze für Wasserhähne mischen Luft bei und reduzieren den Durchfluss, ohne dass Sie einen Komfortverlust spüren.
  • Thermostatische Armaturen: Sie helfen, die Wunschtemperatur sofort zu treffen und vermeiden langes, kostspieliges Mischen und Nachregeln.
  • Zeitschaltuhren für Boiler: Geräte, die den ganzen Tag heiß halten, verbrauchen viel Energie. Schalten Sie sie nur ein, wenn Sie Warmwasser benötigen.

Verhaltensänderungen mit großer Wirkung

Die einfachste und kostengünstigste Stellschraube ist Ihr eigenes Verhalten. Drehen Sie beim Einseifen unter der Dusche oder beim Zähneputzen das Wasser ab. Nutzen Sie für kleine Mengen heißes Wasser den Wasserkocher statt den Herd. Waschen Sie Ihre Hände mit lauwarmem statt mit heißem Wasser – das reicht für die Hygiene völlig aus und schont die Haut.

FAQ: Häufige Fragen zu Fehlern beim Warmwassersparen

Macht es Sinn, den Warmwasserspeicher nachts abzuschalten?

Das hängt vom Gerät und Ihrem Nutzungsverhalten ab. Bei gut gedämmten Speichern und regelmäßigem Verbrauch am Morgen kann das nächtliche Abschalten kontraproduktiv sein, da das Wiederaufheizen viel Energie kostet. Bei schlecht gedämmten Altgeräten oder sehr unregelmäßiger Nutzung kann eine Zeitschaltuhr jedoch sinnvoll sein.

Verbrauchen moderne Spül- und Waschmaschinen ihr eigenes Warmwasser effizienter?

Ja. Moderne Geschirrspüler und Waschmaschinen heizen das Wasser mit ihrem eigenen Heizstab sehr effizient und bedarfsgenau auf. Die Zuleitung von vorgewärmtem Wasser aus der zentralen Heizung ist in der Regel weniger effizient, da Leitungs- und Speicherverluste anfallen. Schließen Sie diese Geräte idealerweise an die Kaltwasserleitung an.

Ist es ein Fehler, den Wasserhahn immer voll aufzudrehen?

Ja, das ist ein häufiger und kostspieliger Fehler. Oft reicht für Händewaschen oder Abspülen ein geringerer Strahl völlig aus. Ein voll aufgedrehter Hahn fördert unnötig viel Wasser, das dann oft ungenutzt im Abfluss verschwindet. Gewöhnen Sie sich an, den Hahn nur so weit zu öffnen, wie es nötig ist.

Kann zu niedrig eingestelltes Warmwasser gesundheitsschädlich sein?

Ja. In Warmwasserspeichern (Boilern) sollte die Temperatur nie dauerhaft unter 60°C eingestellt werden. Unterhalb dieser Temperatur können sich gesundheitsgefährdende Legionellen vermehren, die zu schweren Lungenentzündungen führen können. Bei Durchlauferhitzern besteht dieses Risiko nicht, da hier kein stehendes Wasser vorgehalten wird.

Spart man wirklich, wenn man seltener, aber dafür heißer wäscht?

Nein, das ist ein Trugschluss. Die Erhitzung des Wassers ist der mit Abstand energieintensivste Schritt. Ein 60-Grad-Waschgang verbraucht deutlich mehr Energie als zwei 30-Grad-Gänge. Es ist fast immer effizienter, häufiger bei niedriger Temperatur zu waschen. Moderne Waschmittel sind für niedrige Temperaturen optimiert.

Lohnt sich die Anschaffung einer solarthermischen Anlage trotz der Irrtümer?

Die solarthermische Warmwasserbereitung ist eine der effizientesten Technologien und kann im Sommer den kompletten Warmwasserbedarf decken. Die Amortisation hängt stark von den individuellen Gegebenheiten wie Dachausrichtung, Verbrauch und alter Heizung ab. Vor einer Investition ist eine fundierte Beratung essenziell.

Zum Hauptartikel (Pillar)

Warmwasser sparen im Haushalt: Die umfassende Anleitung für dauerhaft niedrige Kosten

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Quellen

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