
Sie haben sich vorgenommen, endlich Ihren Kleiderschrank aufzuräumen, aber nach kurzer Zeit ist das Chaos oft schlimmer als zuvor? Das liegt häufig an typischen Fehlern, die den Prozess sabotieren. Dieser Artikel zeigt Ihnen die häufigsten Fallstricke und wie Sie sie von vornherein vermeiden, um zu einem dauerhaft funktionierenden System zu gelangen.
1. Fehler: Ohne Plan und System starten
Der größte Fehler ist es, einfach drauflos zu räumen. Sie öffnen die Türen, sind überwältigt von der Menge und beginnen wahllos, Dinge hin und her zu schieben. Das Ergebnis ist Frustration und oft ein halbfertiges Projekt.
Die Lösung: Strukturieren Sie Ihren Prozess
Gehen Sie systematisch vor. Ein bewährter Ansatz ist die „Alles raus“-Methode in Kombination mit einer klaren Sortier-Strategie. Nehmen Sie sich nicht den gesamten Schrank auf einmal vor, sondern arbeiten Sie in Kategorien: erst alle Oberteile, dann Hosen, dann Unterwäsche. So behalten Sie den Überblick und vermeiden das Gefühl der Überforderung.
2. Fehler: Beim Ausmisten zu emotional entscheiden
Gedanken wie „Das habe ich vor zehn Jahren mal getragen, vielleicht kommt es ja wieder in Mode“ sind der Feind einer effektiven Ausmist-Aktion. Sie führen dazu, dass Sie am Ende kaum etwas aussortieren.
Die Lösung: Stellen Sie konkrete, rationale Fragen
Entscheiden Sie nicht aus dem Bauch heraus, sondern bewerten Sie jedes Teil kritisch. Hilfreiche Fragen sind: Habe ich dies in den letzten zwölf Monaten getragen? Passt es mir noch gut und fühle ich mich darin wohl? Ist es intakt? Entspricht es meinem aktuellen Stil? Legitimieren Sie nicht jedes Teil.
3. Fehler: Unpassende oder zu viele Ordnungshilfen kaufen
Der Kauf von neuen Boxen und Systemen, bevor Sie ausgemistet haben, ist ein klassischer Fehler. Sie kaufen oft die falsche Größe oder Menge und zementieren damit nur den bestehenden Umfang Ihrer Kleidung.
Die Lösung: Erst sortieren, dann einkaufen
Messen Sie erst Ihren verfügbaren Stauraum aus und sortieren Sie rigoros aus. Erst wenn Sie wissen, was übrig bleibt und welche Kategorien Sie unterbringen müssen, sollten Sie gezielt nach passenden Lösungen suchen.
4. Fehler: Keine sinnvollen Kategorien bilden
Alles einfach wieder zurückzuräumen, führt direkt zurück zum Chaos. Wenn Sie keine klaren „Zuhause“ für Ihre Kleidungsstücke definieren, finden Sie nichts wieder und der Schrank verwildert schnell.
Die Lösung: Logische Gruppierungen schaffen
Ordnen Sie Ihre Kleidung nach für Sie sinnvollen Kategorien. Das kann die Art der Kleidung, die Farbe, der Anlass oder die Saison sein. Innerhalb einer Kategorie, zum Beispiel bei T-Shirts, schafft eine Sortierung von hell nach dunkel visuelle Ruhe und hilft bei der Outfit-Zusammenstellung. Saisonale Kleidung, die Sie nicht benötigen, lagern Sie platzsparend in Boxen.
5. Fehler: Keine Routine für die Aufrechterhaltung etablieren
Ein einmal perfekt aufgeräumter Schrank bleibt nicht von alleine so. Der Fehler ist zu glauben, mit der großen Aktion sei es für immer getan.
Die Lösung: Einfache „Micro-Routinen“ einführen
Bauen Sie kleine Ordnungsrituale in Ihren Alltag ein, um das System am Laufen zu halten. Die „One-in-One-out“-Regel besagt, dass für jedes neue Kleidungsstück ein altes aussortiert wird. Ein wöchentlicher Check von fünf Minuten für eine Schublade oder ein Fach hält die Ordnung aufrecht. Nutzen Sie den Saisonwechsel für eine grundlegende Überprüfung.
FAQ: Häufige Fragen zum Vermeiden von Fehlern beim Kleiderschrank-Aufräumen
Wie überwinde ich die anfängliche Überforderung?
Teilen Sie die Aufgabe in winzige, machbare Schritte auf. Nehmen Sie sich heute nur die Socken vor, morgen nur die T-Shirts. So vermeiden Sie, von der Gesamtmenge erschlagen zu werden, und sammeln schnell erste Erfolgserlebnisse.
Was mache ich mit Kleidung, die ich nicht mehr trage, die aber noch gut ist?
Legen Sie direkt beim Ausmisten eine Kiste für „Spenden/Verkaufen“ bereit. So verlässt die aussortierte Kleidung sofort den Schrank. Bringen Sie die Spende innerhalb einer Woche weg oder listen Sie die Teile zum Verkauf.
Soll ich Kleidung, an der ich emotional hänge, wirklich weggeben?
Nicht unbedingt. Bewahren Sie sie aber nicht unreflektiert im Alltagsschrank auf. Erlauben Sie sich eine kleine, begrenzte Box für sentimentale Erinnerungsstücke. Diese wird separat gelagert und belegt keinen wertvollen Platz im täglichen Stauraum.
Wie oft sollte ich den Kleiderschrank komplett überarbeiten?
Ein bis zwei Mal im Jahr – idealerweise zum Saisonwechsel – ist ein guter Rhythmus für eine grundlegende Überprüfung. Die kleinen Erhaltungsroutinen verhindern, dass dazwischen ein unüberwindbares Chaos entsteht.
Hilft es, alles zu hängen oder alles zu falten?
Eine Mischung ist meist am praktischsten. Hängen Sie, was knittert wie Hemden oder Blusen, oder was Sie schnell überblicken möchten. Falten Sie platzsparend, was nicht knittern kann wie Jeans oder T-Shirts, und verstauen Sie es in Schubladen.
Ich habe wenig Stauraum. Was ist der wichtigste Tipp?
Reduzieren Sie auf das Wesentliche. Bei begrenztem Platz ist eine rigorose Auswahl die effektivste „Organisationshilfe“. Bevor Sie in Systeme investieren, fragen Sie sich bei jedem Teil: „Brauche ich das wirklich?“ Oft stellt man fest, dass man mit einem kleinen Teil der Kleidung den Großteil der Zeit verbringt.
Zum Hauptartikel (Pillar)
Kleiderschrank organisieren: Das dauerhafte System für Ordnung & Übersicht
Weitere Artikel aus Ordnung & Organisation
- Die besten Aufbewahrungsboxen & Ordnungshelfer im Vergleich 2026
- Ordnung im Homeoffice: So trennen Sie Arbeit und Privates räumlich & mental
- Emotionales Ausmisten: Wie Sie sich von sentimentale Gegenständen lösen
- Ordnungssysteme für kleine Wohnungen: Maximale Effizienz auf minimalem Raum
- Die 1-2-3-Methode: So etablieren Sie tägliche Ordnungsroutinen ohne Überforderung
- Ordnung im Haushalt: Die ultimative Systematik für dauerhafte Struktur
- Minimalismus light: Wie weniger Besitz zu mehr Ordnung und weniger Stress führt
- Die Psychologie des Aufschiebens: Warum wir Ordnung vermeiden und wie wir es ändern






