
Die Förderung für Energiesparmaßnahmen wird stetig angepasst. Für die Jahre 2026 und 2027 zeichnen sich politische Diskussionen ab, die sowohl direkte Zuschüsse als auch steuerliche Entlastungen betreffen. Dieser Überblick zeigt die absehbaren Entwicklungen und wie Sie sich optimal vorbereiten.
Aktuelle Förderprogramme als Grundlage
Die staatliche Förderung basiert maßgeblich auf der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), umgesetzt durch die KfW und das BAFA. Sie bietet Zuschüsse und zinsgünstige Kredite für Einzelmaßnahmen wie Heizungstausch oder Dämmung sowie für umfassende Sanierungen. Die konkreten Fördersätze werden jährlich überprüft und an energiepolitische Ziele angepasst.
Steuerliche Abschreibung: Status und Zukunft
Neben direkten Zuschüssen gibt es steuerliche Anreize nach § 35c EStG. Hierbei können 20% der Aufwendungen für bestimmte Maßnahmen über drei Jahre von der Steuerschuld abgezogen werden, maximal 40.000 Euro pro Wohneinheit. Diese Regelung ist bis Ende 2025 befristet. Ihre Fortführung ist ein zentraler Punkt für die Planungssicherheit bis 2026/27. Fiskalpolitische Debatten, wie etwa zur Reform der Erbschaftsteuer, können auch Auswirkungen auf solche Förderbereiche haben.
Politische Trends und mögliche Entwicklungen
Verschärfte Klimaziele und die Reduktion fossiler Abhängigkeiten werden den Druck erhöhen, die Sanierungsrate zu steigern. Dies könnte zu einer Beibehaltung oder sogar Ausweitung der Förderung führen. Gleichzeitig stehen öffentliche Haushalte unter Spardruck, was zu kontroversen Debatten über die Finanzierbarkeit führen kann. Die Förderung könnte sich künftig stärker auf besonders effiziente Maßnahmen oder einkommensschwächere Haushalte konzentrieren. Diskussionen um Verteilungsfragen, wie in der Kritik der Union an SPD-Plänen zur Erbschaftsteuer deutlich, beeinflussen auch Energie-Fördertöpfe.
Schwerpunktverschiebung: Gebäudehülle vor Heizung
Experten erwarten, dass die Förderung für den reinen Heizungstausch langfristig zurückgefahren werden könnte. Maßnahmen an der Gebäudehülle – wie Dach-, Fassaden- oder Kellerdeckendämmung – bleiben voraussichtlich hoch priorisiert, da sie die Grundlage für effizientes Heizen bilden und die größten dauerhaften Einsparungen bringen.
Optimale Vorbereitung auf Förderungen 2026/27
Gute Planung ist entscheidend, unabhängig von den finalen Konditionen. Eine systematische Analyse Ihres Energieverbrauchs ist der erste Schritt, um die richtigen Maßnahmen zu identifizieren.
1. Energieverbrauch analysieren
Identifizieren Sie zunächst Ihre größten Kostenfaktoren. Eine systematische Analyse liefert die datenbasierte Grundlage, um in die richtigen Maßnahmen zu investieren.
2. Sanierungsfahrplan erstellen
Erstellen Sie einen Stufenplan. Beginnen Sie mit kostengünstigen Maßnahmen mit schneller Amortisation, bevor Sie in große Investitionen einsteigen.
3. Förderfähigkeit prüfen
Informieren Sie sich frühzeitig über formale Voraussetzungen:
- Energieberatung: Eine Vor-Ort-Beratung durch einen zugelassenen Experten ist oft Voraussetzung und wird gefördert.
- Antragszeitpunkt: Der Förderantrag muss in der Regel vor Beauftragung der Arbeiten gestellt werden.
- Technische Standards: Eingebaute Produkte müssen bestimmte Effizienzwerte erfüllen.
Förderfähige Maßnahmen im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt typische förderfähige Maßnahmen und aktuelle Anreize. Die genauen Bedingungen für 2026/27 stehen noch fest.
| Maßnahme | Mögliche Förderart (aktuell) | Hinweis für die Zukunft |
|---|---|---|
| Dämmung Dach / oberste Geschossdecke | Zuschuss (BEG), Steuerbonus | Hohe Priorität, Förderung wahrscheinlich stabil. |
| Fassadendämmung | Zuschuss (BEG), Steuerbonus | Teuer, aber sehr wirksam. Kombination mit Heizungstausch sinnvoll. |
| Einbau einer Wärmepumpe | Hoher Zuschuss (BEG), Steuerbonus | Förderhöhe könnte stärker an Effizienz geknüpft werden. |
| Fenstertausch | Zuschuss (BEG), Steuerbonus | Meist nur in Kombination mit weiteren Maßnahmen sinnvoll. |
| Vor-Ort-Energieberatung | Zuschuss (bis zu 80%) | Oft sinnvoller erster Schritt für einen Sanierungsfahrplan. |
Häufige Fragen zur Förderung ab 2026
Gibt es die steuerliche Abschreibung auch nach 2025?
Die Regelung nach § 35c EStG läuft Ende 2025 aus. Eine Verlängerung oder Neuregelung wird diskutiert, ist aber noch nicht beschlossen. Aus energiepolitischen Gründen ist ein vergleichbarer Anreiz wahrscheinlich.
Sollte ich mit der Sanierung bis 2026 warten?
Nicht unbedingt. Die Einsparungen durch eine schnell umgesetzte Maßnahme können die Unsicherheit über einen möglicherweise leicht höheren Fördersatz oft überkompensieren. Zudem können Wartezeiten für Handwerker entstehen.
Profitieren Mieter von den Förderungen?
Direkte Zuschüsse für bauliche Maßnahmen erhalten in der Regel die Eigentümer. Mieter profitieren indirekt durch niedrigere Nebenkosten. Für sie gibt es andere Unterstützungen, wie Beratung zum effizienten Heizen oder Förderung für stromsparende Geräte. Praktische Tipps für alle Haushalte bieten die 25 Tipps zum Energiesparen der Bundesregierung. Für eine dauerhafte Strategie kann eine umfassende Systematik zum Energiesparen im Haushalt hilfreich sein.
Zum Hauptartikel (Pillar)
Energiesparen im Haushalt: Die datenbasierte Strategie für langfristig niedrige Kosten
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Quellen
- Erbschaftsteuer: Pro und Kontra zu den SPD-Plänen
- Union kritisiert SPD-Vorschläge für neue Erbschaftsteuer
- 25 Tipps zum Energiesparen (Bundeswirtschaftsministerium)
- Checkliste Energiesparen (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz)
- 10 Tipps zum Energiesparen (Greenpeace)
- Energiesparen im Haushalt: 9 Tipps mit schneller Wirkung (co2online)
- Strom sparen im Haushalt: Einfache Tipps (Verbraucherzentrale)






