Gasherd durch Induktionsherd ersetzen: Kosten, Ersparnis und Entscheidungshilfe 2025

Gasherd durch Induktionsherd ersetzen: Kosten, Ersparnis und Entscheidungshilfe 2025

Der Gasherd steht für viele für Leidenschaft und Tradition in der Küche. Die direkte Flamme, das sichtbare Kochen – das hat seinen ganz eigenen Reiz. Doch in einer Zeit, in der Energieeffizienz, Sicherheit und ein modernes, sauberes Wohngefühl immer wichtiger werden, stellen sich viele Haushalte die Frage: Ist der Wechsel zur Induktionstechnik der richtige Schritt für uns?

Vielleicht geht es Ihnen ähnlich. Sie fragen sich, ob sich die Investition finanziell rechnet, was genau auf Sie zukommt und ob die Vorteile im Alltag die Umstellung wert sind. In diesem Artikel möchten wir Ihnen eine ruhige und fundierte Entscheidungshilfe an die Hand geben. Wir schauen uns typische Kosten an, rechnen mit realistischen Beispielen und beleuchten neben der Wirtschaftlichkeit auch die praktischen Vor- und Nachteile für Ihren persönlichen Küchenalltag. Unser Ziel ist es, Ihnen eine gute Grundlage für Ihre Abwägung zu geben – ohne übertriebene Versprechen, aber mit klaren Fakten.

Gasherd durch Induktionsherd ersetzen: Kosten, Ersparnis und Entscheidungshilfe 2025

Das Wichtigste im Überblick

  • Höhere Anfangsinvestition: Ein Induktionskochfeld ist in der Anschaffung meist deutlich teurer als ein vergleichbares Gas-Kochfeld. Entscheidende Zusatzkosten können für einen notwendigen Starkstromanschluss (Drehstrom) und eventuell neues Kochgeschirr anfallen.
  • Geringerer Energieverbrauch: Dank des hohen Wirkungsgrads benötigt ein Induktionsherd für die gleiche Kochleistung weniger Primärenergie. Ob sich das in Euro niederschlägt, hängt stark vom Verhältnis Ihrer Gas- zu Ihren Strompreisen ab.
  • Amortisation oft langfristig: Der reine Austausch eines funktionierenden Gasherds rechnet sich finanziell oft erst nach vielen Jahren. Die Wirtschaftlichkeit verbessert sich deutlich, wenn der Wechsel in eine Küchenerneuerung fällt, günstiger eigener Solarstrom genutzt wird oder der Gasherd ohnehin ersetzt werden muss.
  • Komfort und Sicherheit als Hauptgründe: Für viele Haushalte sind die nicht-monetären Vorteile entscheidend: deutlich schnelleres Aufheizen, präzisere Temperaturkontrolle, einfachere Reinigung und mehr Sicherheit durch das Fehlen einer offenen Flamme.

Warum überhaupt wechseln? Die Unterschiede im Alltag

Um die Entscheidung zu verstehen, hilft ein kurzer Blick auf die Technik. Ein Gasherd erzeugt eine offene Flamme, die den Topfboden und die umgebende Luft erhitzt. Ein Teil dieser Wärme geht dabei ungenutzt an die Umgebung verloren.

Ein Induktionskochfeld arbeitet grundlegend anders: Unter der Glaskeramikoberfläche erzeugen Spulen ein magnetisches Wechselfeld. Dieses Feld regt nur in einem Topf mit magnetisierbarem Boden (z.B. aus ferromagnetischem Edelstahl oder Gusseisen) Wirbelströme an, die ihn direkt und sehr effizient erhitzen. Die Kochfläche selbst wird nur indirekt warm – durch die Wärme, die vom Topf darauf abgestrahlt wird.

Daraus ergeben sich die praktischen Vorzüge für Ihren Küchenalltag:

  • Geschwindigkeit: Wasser kocht oft in nur der Hälfte der Zeit. Das spart nicht nur Energie, sondern auch Zeit.
  • Präzision: Die Hitze lässt sich ähnlich fein und vor allem sehr schnell regeln wie bei Gas – und sinkt sofort bei Abschaltung. Ideal für empfindliche Saucen oder das Schmelzen von Schokolade.
  • Energieeffizienz: Bis zu 90% der eingesetzten elektrischen Energie landet im Topf, bei Gas sind es typischerweise nur etwa 50-60%. Das spart Ressourcen.
  • Sicherheit & Pflege: Die Verbrennungsgefahr ist geringer, da die Fläche nicht dauerhaft glühend heiß ist. Verschüttete Speisen brennen nicht so leicht ein und lassen sich einfach wegwischen.

Die Kostenanalyse: Was kommt auf Sie zu?

Die Kernfrage lautet: Wann haben die eingesparten Energiekosten die Mehrkosten der neuen Technik ausgeglichen? Dafür müssen wir beide Seiten betrachten. Alle folgenden Zahlen sind typische Richtwerte, die je nach Gerätemodell, regionalen Handwerkerkosten, Ihrem individuellen Tarif und Nutzungsverhalten stark abweichen können.

1. Die Anschaffungskosten für einen Induktionsherd

Hier geht es um mehr als nur den Gerätepreis. Planen Sie für folgende Posten ein:

  • Das Kochfeld selbst: Ein gutes 4-Zonen-Induktionskochfeld der Mittelklasse kostet zwischen 800 und 1.500 Euro. Einfache Modelle beginnen bei etwa 500 Euro, High-End-Geräte mit besonderen Funktionen (wie flexiblen Kochzonen) können deutlich mehr kosten.
  • Der Elektroanschluss (oft der größte Posten): Induktionskochfelder benötigen in der Regel einen Drehstromanschluss (400V). Ist dieser nicht vorhanden, muss ein Elektrofachbetrieb eine Leitung vom Sicherungskasten zur Küche legen. Kosten: zwischen 500 und 1.500 Euro, abhängig von der Entfernung und der Bausubstanz (z.B. ob Wände aufgestemmt werden müssen).
  • Einbau und Anpassung: Für den fachgerechten Zuschnitt in die Arbeitsplatte und den Anschluss: ca. 100 bis 300 Euro.
  • Neues Kochgeschirr: Nicht alle Töpfe und Pfannen sind geeignet. Ein einfacher Magnet-Test gibt Aufschluss. Falls ein neues Grundsortiment nötig ist, können 200 bis 500 Euro anfallen.

Beispielhafte Gesamtinvestition: Kochfeld (1.200 €) + Elektroanschluss (800 €) + Einbau (200 €) + Geschirr (300 €) = ca. 2.500 Euro.

Zum Vergleich: Ein neues Gas-Kochfeld ähnlicher Qualität liegt oft zwischen 500 und 1.000 Euro, und der Gasanschluss ist in den meisten Häusern bereits vorhanden.

2. Die jährlichen Betriebskosten im Vergleich

Hier punktet die Induktionstechnik mit ihrem geringeren Energiebedarf. Die konkrete Ersparnis hängt von Ihrem Kochverhalten und den Energiepreisen ab, die sich stetig ändern können.

Nehmen wir für eine Beispielrechnung einen 4-Personen-Haushalt mit durchschnittlichem Kochpensum an:

  • Energieverbrauch pro Jahr (Richtwerte):
    • Gasherd: Ca. 70-90 m³ Erdgas (dies entspricht einem Energiegehalt von etwa 700-900 kWh).
    • Induktionsherd: Ca. 140-190 kWh Strom.
  • Energiekosten (Beispielwerte für 2025):
    • Erdgas: Angenommener Preis von 0,13 € pro kWh (umgerechnet aus z.B. 1,30 €/m³).
    • Strom: Angenommener Preis von 0,34 € pro kWh.

Jahreskosten im Beispiel:
* Gasherd: 800 kWh * 0,13 €/kWh = 104 €
* Induktionsherd: 170 kWh * 0,34 €/kWh = ca. 58 €

In diesem Szenario ergäbe sich eine jährliche direkte Ersparnis von etwa 46 Euro. Diese relativ moderate Summe zeigt, warum die finanzielle Amortisation oft Geduld erfordert.

Wann rechnet sich der Austausch? Die Amortisation betrachten

Mit den Zahlen aus unserem Beispiel (Mehrkosten von ~2.500 €, Ersparnis von 46 €/Jahr) würde die reine Amortisation über 50 Jahre dauern. Das macht deutlich: Der Austausch eines voll funktionstüchtigen Gasherds allein aus finanziellen Gründen ist selten schnell rentabel.

Die Wirtschaftlichkeit verbessert sich jedoch erheblich in diesen Szenarien:

  1. Der Wechsel fällt mit einer Küchenerneuerung zusammen: Dann entfallen oft die teuren Einbau- und Anschlusskosten als separate Posten. Sie zahlen im Idealfall nur den Aufpreis für das Induktions- gegenüber dem Gas-Kochfeld.
  2. Sie nutzen günstigen eigenen Solarstrom: Besitzen Sie eine Photovoltaikanlage, können Sie den Induktionsherd mit selbst erzeugtem Strom betreiben. Die Betriebskosten sinken dann auf wenige Cent pro kWh. Die Kombination von effizienten Geräten mit eigener Stromerzeugung ist oft der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit, ähnlich wie bei der Kombination von Wärmepumpe und Photovoltaik.
  3. Ihr alter Gasherd ist defekt oder sehr ineffizient: Wenn Sie ohnehin ein neues Gerät kaufen müssen, fällt der Vergleich anders aus. Die Entscheidung liegt dann zwischen einem neuen Gas- und einem neuen Induktionsherd. Die höhere Effizienz kann dann über die Lebensdauer des Geräts die Mehrkosten ausgleichen. Eine ähnliche Abwägung stellt sich bei anderen alten Geräten, wie in unserem Artikel zum Thema Reparieren oder Ersetzen einer alten Kühl-Gefrierkombi.
  4. Sie planen eine umfassende energetische Sanierung: Wenn Sie langfristig den Gasanschluss komplett loswerden möchten, fällt der jährliche Gas-Grundpreis (oft 100-200 €) weg. In einem solchen Gesamtkontext, der vielleicht auch eine neue Heizung umfasst, kann der Wechsel in der Küche ein sinnvoller Baustein sein. Eine individuelle Beratung hilft hier, die richtige Reihenfolge zu finden, ähnlich wie bei der Frage Dach oder Fassade zuerst zu dämmen.

Checkliste vor Ihrer Entscheidung

Bevor Sie sich festlegen, sollten Sie diese Punkte klären:

  1. Stromanschluss prüfen lassen: Ist in Ihrer Küche ein Drehstromanschluss (meist ein roter Stecker mit fünf Kontakten) vorhanden? Holen Sie dafür unbedingt ein Angebot eines Elektrofachbetriebs ein. Diese Arbeit ist nichts für Laien.
  2. Kochgeschirr testen: Der Magnettest ist einfach und kostenlos. So wissen Sie sofort, welche Investition hier nötig wäre.
  3. Individuelle Beratung einholen: Dieser Artikel kann keine persönliche Energie- oder Finanzberatung ersetzen. Bei geplanten weiteren Sanierungsschritten ist eine ganzheitliche Betrachtung sinnvoll.
  4. Förderung recherchieren: Fragen Sie bei Ihrer Kommune oder Ihrem Energieversorger nach, ob es Zuschüsse für den Austausch ineffizienter Geräte oder für Elektroinstallationen im Rahmen einer Sanierung gibt.
  5. Gesamtkontext betrachten: Wie ist Ihre langfristige Energieplanung? Spielt eine Umstellung auf eine andere Heiztechnik eine Rolle? Die Entscheidung für eine Hybridheizung aus Gas und Wärmepumpe kann beispielsweise die Rolle des Gasanschlusses insgesamt verändern.

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Hinweis: Es handelt sich um einen unverbindlichen Hinweis, keine Beratung und keine Garantie für einzelne Produkte.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viel teurer ist ein Induktionsherd in der Anschaffung?

Ein Induktionskochfeld kostet oft das Zwei- bis Dreifache eines vergleichbaren Gas-Kochfelds. Die größte finanzielle Hürde sind jedoch häufig die Elektroarbeiten für den Starkstromanschluss, falls dieser nicht vorhanden ist. Diese können die Gesamtkosten leicht verdoppeln. Im Einzelfall lohnt sich die Anfrage bei einem Elektriker für ein konkretes Angebot.

Spare ich mit Induktion garantiert Geld?

Nicht garantiert und selten kurzfristig. Über einen sehr langen Zeitraum (15 Jahre und mehr) können die geringeren Betriebskosten die höheren Anschaffungskosten ausgleichen, vor allem bei steigenden Gaspreisen oder wenn Sie eigenen Solarstrom nutzen. Die Entscheidung sollte daher immer auch die nicht-finanzielle Seite wie Komfort, Sicherheit und persönliche Präferenzen berücksichtigen.

Muss ich wirklich alle Töpfe austauschen?

Nein, nur die, die nicht induktionstauglich sind. Viele moderne Edelstahltöpfe und Gusseisenpfannen funktionieren. Älteres Geschirr aus reinem Aluminium, Kupfer, Glas oder Keramik nicht. Ein einfacher Magnet-Test gibt sofort Klarheit. Oft ist ein Großteil des vorhandenen Geschirrs bereits geeignet.

Ist der Wechsel ökologisch sinnvoller?

In der Regel ja, da der Wirkungsgrad und damit die Energieausnutzung viel höher ist. Die endgültige CO2-Bilanz hängt jedoch maßgeblich von der Herkunft Ihres Stroms ab.

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Energieeffizienz und Stromsparen.

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