Geschirrspüler pumpt nicht ab: Komplette Reparaturanleitung für die Wasserablauf-Störung

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Geschirrspüler pumpt nicht ab: Komplette Reparaturanleitung für die Wasserablauf-Störung

Ihr Geschirrspüler steht am Ende des Spülgangs voll mit trübem Wasser und zeigt eine Fehlermeldung an? Ein verstopfter Ablauf ist eine der häufigsten Störungen bei Spülmaschinen. Die gute Nachricht: In vielen Fällen können Sie das Problem selbst diagnostizieren und beheben, ohne teure Fachkraftkosten. Dieser umfassende Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch die Fehlersuche und zeigt Ihnen alle möglichen Ursachen – vom einfachen Siebreiniger bis zum Austausch der Ablaufpumpe.

Key Takeaways:

  • Sicherheit zuerst: Ziehen Sie vor jeder Arbeit den Netzstecker und schließen Sie den Wasserzulauf.
  • Systematische Diagnose: Beginnen Sie mit den einfachsten und kostengünstigsten Lösungen (Filter, Ablaufschlauch).
  • Häufigste Ursache: Ein verstopfter oder verschmutzter Filter im Spülmaschinenboden ist in über 50% der Fälle der Grund für die Ablaufstörung.
  • Profiarbeit: Bei Defekten an der Elektronik (Steuerung) oder der Ablaufpumpe selbst sollten Sie eine Fachkraft hinzuziehen.

Warum pumpt mein Geschirrspüler das Wasser nicht mehr ab? Die häufigsten Ursachen im Überblick

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Bevor Sie mit dem Schraubenzieher anrücken, ist es wichtig zu verstehen, welche Komponenten für den Wasserablauf verantwortlich sind. Die Störung kann an verschiedenen Stellen der Ablaufkette auftreten. Hier sind die typischen Verdächtigen, geordnet nach der Wahrscheinlichkeit des Auftretens:

1. Verstopfter oder verschmutzter Sieb- und Grobfilter: Essensreste, Glassplitter oder andere Fremdkörper blockieren den Weg des Wassers zum Ablauf.

2. Verstopfter Ablaufschlauch: Ein Knick, eine Verschmutzung oder Kalkablagerungen im Schlauch, der das Wasser zum Siphon oder zur Abwasserleitung führt.

3. Defekte oder blockierte Ablaufpumpe: Die Pumpe selbst ist mechanisch blockiert (z.B. durch einen Fremdkörper im Pumpenrad) oder der Elektromotor ist ausgefallen.

4. Verstopfter Siphon oder Haushaltsablauf: Das Problem liegt nicht in der Spülmaschine, sondern in der anschließenden Abwasserleitung.

5. Defekter Wasserstandssensor (Pressure Switch): Das Gerät erkennt den Wasserstand falsch und startet den Ablaufvorgang nicht.

6. Fehler in der Steuerungselektronik: Selten, aber möglich – das Steuermodul gibt den Befehl zum Abpumpen nicht.

Eine strukturierte Diagnose spart Zeit und Nerven. Ähnlich wie bei anderen Gerätestörungen, etwa wenn ein Backofen nicht mehr aufheizt, sollten Sie systematisch vorgehen.

Schritt-für-Schritt-Diagnose: So finden Sie die Ursache

Bevor Sie mit der Reparatur beginnen, führen Sie diese Checks durch. Sie benötigen nur wenige Werkzeuge: Einmachhandschuhe, eine Taschenlampe, eventuell eine flache Schale zum Auffangen von Restwasser und einen Schraubenzieher.

Schritt 1: Vorbereitung und Sicherheit

  • Strom abschalten: Ziehen Sie den Netzstecker des Geschirrspülers aus der Steckdose.
  • Wasser abstellen: Drehen Sie den Wasserhahn an der Zuleitung (meist unter der Spüle) zu.
  • Gerät leeren: Nehmen Sie alle Geschirrkörbe heraus.

Schritt 2: Den Sieb- und Grobfilter kontrollieren und reinigen

Dies ist der mit Abstand häufigste Grund. Der Filter befindet sich am Boden der Spülmaschine, unter dem Sprüharm.

1. Drehen Sie den groben Plastikzylinder (Grobfilter) gegen den Uhrzeigersinn heraus.

2. Heben Sie das darunter liegende Feinsieb heraus.

3. Spülen Sie beide Teile gründlich unter fließendem, warmem Wasser ab. Entfernen Sie alle Essensreste, Knochensplitter oder Glasscherben.

4. Kontrollieren Sie auch die Öffnung im Maschinenboden mit der Taschenlampe. Suchen Sie nach Fremdkörpern.

5. Setzen Sie die gereinigten Teile wieder korrekt ein. Der Grobfilter rastet mit einem leichten Druck und einer Drehung im Uhrzeigersinn ein.

Schritt 3: Den Ablaufschlauch überprüfen

1. Ziehen Sie die Spülmaschine vorsichtig von der Einbau- oder Anschlussnische weg.

2. Verfolgen Sie den flexiblen Ablaufschlauch (meist grau oder schwarz) von der Rückseite des Geräts bis zum Anschluss am Siphon oder an der Abwasserleitung.

3. Prüfen Sie auf offensichtliche Knicke oder Quetschungen. Der Schlauch sollte in einem großen Bogen (Schleife) verlaufen, um Rückstau zu verhindern.

4. Lösen Sie den Schlauch vorsichtig vom Siphon. Halten Sie einen Eimer bereit, da Restwasser austreten kann.

5. Prüfen Sie, ob der Schlauch frei durchbläst. Bei starken Kalkablagerungen oder Verstopfungen kann er mit einer langen, flexiblen Bürste gereinigt oder ausgetauscht werden.

Schritt 4: Den Siphon und Haushaltsablauf prüfen

Wenn Schlauch und Filter frei sind, könnte der Siphon unter Ihrer Spüle verstopft sein.

1. Stellen Sie einen Eimer unter den Siphon.

2. Schrauben Sie die Verschraubung des Siphon-Deckels oder den Geruchsverschluss auf.

3. Reinigen Sie diesen gründlich von Fett und Speiseresten.

4. Lassen Sie zum Test etwas Wasser in die Spüle laufen, um zu sehen, ob es frei abfließt.

Sollten Sie hier auf hartnäckige Kalkprobleme stoßen, lohnt sich ein Gedanke an präventive Maßnahmen. Ein Kalkfilter für Waschmaschine und Geschirrspüler kann nicht nur die Lebensdauer Ihrer Geräte verlängern, sondern auch solche Ablagerungen in Leitungen reduzieren.

Schritt 5: Die Ablaufpumpe inspizieren

Wenn alle vorherigen Schritte nichts gebracht haben, muss die Pumpe selbst in den Blick genommen werden. Die Pumpe befindet sich meist vorne unten hinter einer abschraubbaren Abdeckung (Kickplatte) oder unter dem inneren Maschinenboden.

1. Entfernen Sie die untere Frontblende (oft durch Clips oder Schrauben gehalten).

2. Legen Sie Handtücher vor das Gerät. Unter der Pumpe befindet sich oft eine kleine Abdeckung (Notablauf). Öffnen Sie diese vorsichtig, um eventuell stehendes Wasser abzulassen.

3. Sie sehen nun die Pumpe, einen zylindrischen oder quaderförmigen Kunststoffkörper mit Schläuchen.

4. Prüfen Sie manuell, ob sich das Pumpenrad (oft durch eine mittige Öffnung erreichbar) frei drehen lässt. Achtung: Es könnte scharfkantig sein. Verwenden Sie einen dünnen Schraubenzieher. Wenn es blockiert ist, ist wahrscheinlich ein Fremdkörper (z.B. ein Glassplitter) darin.

5. Hören Sie beim nächsten Startversuch (Stecker einstecken, Programm starten) genau hin. Hören Sie ein surrendes oder brummendes Geräusch von der Pumpe? Dann versucht sie zu arbeiten, ist aber blockiert. Hören Sie gar nichts, könnte der Motor defekt sein.

Die Reparatur oder der Austausch der Pumpe ist der anspruchsvollste Teil. Wenn Sie unsicher sind, ist hier der Punkt, einen Fachmann zu konsultieren. Für ambitionierte Heimwerker gilt: Dokumentieren Sie jeden Schritt mit Fotos, bevor Sie Kabel oder Schläuche lösen.

Kostenanalyse: Selbermachen vs. Fachkraft

Die Entscheidung, ob Sie selbst reparieren oder einen Service rufen, hängt von der Ursache und Ihrer Erfahrung ab.

  • Eigenreparatur (Materialkosten):
  • Reinigung von Filter/Schlauch: 0 € (nur Zeitaufwand).
  • Neuer Ablaufschlauch: 15 – 30 €.
  • Neue Ablaufpumpe (Ersatzteil): 50 – 150 €, je nach Modell und Hersteller.
  • Reparatur durch Fachkraft:
  • Anfahrtskosten & Diagnose: 50 – 80 €.
  • Stundensatz: 80 – 120 €.
  • Gesamtkosten für den Tausch einer Pumpe inkl. Teil: Schnell 200 – 350 €.

Eine pauschale Empfehlung: Die Reinigung von Filter und Schlauch kann jeder. Den Schlauch zu tauschen ist mit etwas Geschick machbar. Der Pumpentausch erfordert handwerkliches Geschick und ist vergleichbar mit anderen anspruchsvollen Reparaturen, wie der an einer Waschmaschine, die nicht mehr schleudert. Wenn Sie hier schon Erfahrung haben, können Sie es wagen. Ansonsten lohnt sich der Service-Ruf.

Prävention: So beugen Sie zukünftigen Ablaufproblemen vor

1. Vorspülen ist out, grobes Entfernen ist in: Schaben Sie Speisereste in den Bio-Müll, anstatt sie abzuspülen. Das schont den Filter.

2. Regelmäßige Filterpflege: Reinigen Sie Sieb und Grobfilter alle 4-6 Wochen.

3. Maschinenpflege durchführen: Lassen Sie monatlich ein heißes Leerlaufprogramm (65°C oder mehr) mit einem speziellen Maschinenreiniger oder einer Tasse Haushaltsessig laufen, um Fett und Kalk zu lösen.

4. Salz und Klarspüler nicht vergessen: Ein optimaler Enthärtungsgrad beugt Kalkablagerungen in Schläuchen und der Pumpe vor.

5. Auf die Beladung achten: Stellen Sie Teller und Töpfe nicht so, dass sie den Sprüharm blockieren. Ein guter Spülgang löst den Schmutz besser.

Eine regelmäßige Wartung ist der Schlüssel zur Langlebigkeit aller Haushaltsgeräte. Mehr grundlegende Tipps dazu finden Sie in unserem ultimativen Guide zur Haushaltsgeräte-Reparatur und Wartung.

Häufige Fragen (FAQ)

Mein Geschirrspüler zeigt eine Fehlermeldung an und pumpt nicht ab. Was bedeutet das?

Die meisten modernen Geschirrspüler haben eine automatische Fehlerdiagnose. Häufige Anzeigen sind blinkende LEDs für „Wasserablauf“ oder ein spezifischer Fehlercode (z.B. E15, E24 – siehe Handbuch). Diese zeigen an, dass das Gerät innerhalb einer bestimmten Zeit den erwarteten Wasserstand nicht erreicht oder senken konnte. Der erste Schritt ist immer, das Handbuch zu konsultieren und dann mit der Reinigung des Filters zu beginnen, da dies die häufigste Ursache ist.

Kann ich meine Spülmaschine reparieren, wenn ich noch Garantie habe?

Nein! Öffnen Sie auf gar keinen Fall das Gerät, wenn es sich noch in der gesetzlichen oder herstellerseitigen Garantie befindet. Jeder eigenmächtige Eingriff führt zum Erlöschen der Garantieansprüche. Kontaktieren Sie in diesem Fall den Kundendienst des Herstellers oder den Händler, bei dem Sie das Gerät gekauft haben.

Das Wasser steht nur im unteren Bereich der Maschine. Ist die Pumpe defekt?

Nicht unbedingt. Wenn das Wasser nur im Innenbehälter steht und nicht bis in die Tür oder darüber hinaus läuft, ist der Ablauf im Gerät selbst blockiert. Dies spricht stark für einen verstopften Filter oder einen Fremdkörper direkt vor oder in der Pumpe. Ein kompletter Ausfall der Pumpe führt meist dazu, dass das gesamte Wasser des Spülgangs im Gerät verbleibt. Beginnen Sie mit der Inspektion des Filtersystems.

Ein Geschirrspüler, der das Wasser nicht mehr abpumpt, ist ein lästiges, aber oft lösbares Problem. In den allermeisten Fällen steckt keine teure kaputte Komponente dahinter, sondern schlichtweg Verschmutzung. Gehen Sie systematisch vor: Beginnen Sie mit der einfachsten und saubersten Lösung – der Reinigung von Sieb und Filter – und arbeiten Sie sich dann über den Ablaufschlauch bis zur Pumpe vor.

Mit der richtigen Diagnose und etwas handwerklichem Geschick können Sie viel Geld sparen und die Lebensdauer Ihres Geräts deutlich verlängern. Denken Sie daran, dass Prävention der beste Reparaturdienst ist. Eine regelmäßige, einfache Wartung beugt nicht nur Ablaufproblemen, sondern auch anderen Störungen vor. Für weitere Reparaturanleitungen im Haushalt, etwa zum Thema einen laufenden Wasserhahn in der Küche reparieren, schauen Sie gerne in unserer umfangreichen Wissensdatenbank vorbei.

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