Heizkörper entlüften und reinigen: So geht’s richtig (mit Video)

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Heizkörper entlüften und reinigen: So geht’s richtig (mit Video)

Gluckert Ihre Heizung oder wird sie trotz voll aufgedrehtem Thermostat nicht richtig warm? Dann ist höchstwahrscheinlich Luft im System. Diese Luft ist eine der häufigsten Ursachen für ineffizientes Heizen und führt zu unnötig hohen Energiekosten. In dieser Anleitung zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Heizkörper fachgerecht entlüften und reinigen, um die volle Heizleistung zurückzugewinnen.

Warum Sie Ihre Heizkörper regelmäßig entlüften sollten

Luft gelangt über kleine Undichtigkeiten oder bei der Wasser-Nachfüllung in das geschlossene Heizungssystem. Da sie leichter ist als Wasser, sammelt sie sich an den höchsten Punkten – in Ihren Heizkörpern. Die Folgen sind deutlich spürbar:

  • Gluckern und Rauschen: Das typische Geräusch entsteht, wenn das Heizwasser an den Luftblasen vorbeiströmt.
  • Ungleiche Wärmeverteilung: Der Heizkörper wird oben kalt, während der untere Teil noch warm ist.
  • Erhöhter Energieverbrauch: Um den Raum auf die gewünschte Temperatur zu bringen, muss die Heizung länger laufen, da die Wärmeabgabe gestört ist. Das treibt Ihre Heizkosten in die Höhe.

Ein regelmäßiges Entlüften ist daher eine der einfachsten und effektivsten Maßnahmen zum Energiesparen.

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Das benötigen Sie zum Entlüften

Das Entlüften ist eine einfache Aufgabe, für die Sie kaum Werkzeug benötigen. Halten Sie folgende Dinge bereit:

  • Einen passenden Entlüftungsschlüssel (gibt es im Baumarkt für wenige Euro).
  • Ein Gefäß (z.B. ein kleines Glas) zum Auffangen des austretenden Wassers.
  • Ein altes Handtuch oder einen Lappen, um eventuelle Spritzer aufzufangen.
  • Bei manchen modernen Heizkörpern: Ein Schraubendreher (für ein Entlüftungsventil mit Schlitz).

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So entlüften Sie richtig

Folgen Sie dieser Reihenfolge für ein optimales Ergebnis. Planen Sie für die gesamte Wohnung etwa 20-30 Minuten ein.

Schritt 1: Heizung vorbereiten

Schalten Sie Ihre Heizungsanlage aus. Drehen Sie alle Thermostatventile an den Heizkörpern voll auf (meist Stufe 5). Warten Sie nun etwa 30-60 Minuten, damit sich das Wasser und die darin enthaltene Luft im System beruhigen und an den höchsten Punkten sammeln können.

Schritt 2: Die richtige Reihenfolge einhalten

Beginnen Sie mit dem Entlüften immer am Heizkörper, der im Haus am tiefsten liegt (z.B. im Keller oder Erdgeschoss). Arbeiten Sie sich dann Stockwerk für Stockwerk nach oben vor. So stellen Sie sicher, dass die Luft aus dem gesamten System entweichen kann.

Schritt 3: Entlüftungsventil öffnen

Halten Sie das Gefäß und den Lappen unter das Entlüftungsventil. Dieses befindet sich meist seitlich am oberen Ende des Heizkörpers. Setzen Sie den Entlüftungsschlüssel vorsichtig auf das Vierkant des Ventils und drehen Sie ihn etwa eine Viertel- bis halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn.

Schritt 4: Luft entweichen lassen

Sie hören nun ein deutliches Zischen – die Luft entweicht. Lassen Sie das Ventil so lange geöffnet, bis ein gleichmäßiger, dünner Wasserstrahl austritt. Dann drehen Sie das Ventil sofort wieder fest zu (im Uhrzeigersinn). Achten Sie darauf, es nicht zu überdrehen oder zu stark anzuziehen.

Schritt 5: Systemkontrolle

Nachdem Sie alle Heizkörper entlüftet haben, müssen Sie den Wasserdruck Ihrer Heizungsanlage kontrollieren. Dieser ist am Manometer des Heizkessels abzulesen. Durch das Entlüften sinkt der Druck im System. Liegt er nun unter dem vom Hersteller empfohlenen Wert (oft im grünen Bereich zwischen 1,5 und 2 bar), müssen Sie Wasser nachfüllen. Wie das genau geht, entnehmen Sie der Bedienungsanleitung Ihrer Heizung.

Heizkörper reinigen für eine bessere Wärmeabgabe

Staub und Flusen in den Lamellen oder auf der Oberfläche des Heizkörpers wirken wie eine Isolierschicht. Die Wärme kann nicht optimal an die Raumluft abgegeben werden. Eine regelmäßige Reinigung steigert daher die Effizienz.

  • Außen reinigen: Wischen Sie die Oberfläche mit einem feuchten Tuch ab. Für schwer zugängliche Stellen eignet sich eine Heizkörperbürste mit langem Stiel.
  • Innen reinigen: Saugen Sie die Räume zwischen den Lamellen gründlich mit einem Staubsauger und einem schmalen Fugendüsen-Aufsatz ab. Alternativ können Sie einen Föhn auf kalte Stufe stellen, um den Staub herauszublasen (vorher ein Tuch dahinterlegen!).

Wann sollte ein Fachmann ran?

In den meisten Fällen ist das Entlüften eine einfache DIY-Aufgabe. Es gibt jedoch Situationen, in denen Sie einen Heizungsinstallateur hinzuziehen sollten:

Symptom / Problem Mögliche Ursache Handlungsempfehlung
Heizkörper gluckert trotz regelmäßigem Entlüften immer wieder schnell. Undichtigkeit im System, defekter Druckausgleichsbehälter. Fachmann überprüfen lassen.
Beim Entlüften kommt keine Luft, sondern sofort Wasser. Ventil ist möglicherweise verstopft oder defekt. Vom Installateur prüfen lassen.
Der Heizkörper bleibt nach dem Entlüften kalt oder wird nur halb warm. Hydraulischer Abgleich notwendig, Thermostatventil defekt, Pumpe schwach. Professionelle Heizungsüberprüfung.
Sie trauen sich die Arbeit nicht zu oder haben eine spezielle Heizungsanlage. Im Zweifel immer den Fachbetrieb kontaktieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie oft sollte ich meine Heizkörper entlüften?

Einmal pro Heizsaison, idealerweise zu Beginn im Herbst, ist in der Regel ausreichend. Wenn Sie Gluckergeräusche hören oder die Wärmeabgabe nachlässt, sollten Sie sofort nachprüfen.

Kann ich beim Entlüften etwas falsch machen?

Das Risiko ist gering. Der häufigste Fehler ist, das Ventil zu weit aufzudrehen oder nicht rechtzeitig zu schließen, was zu einer größeren Wassermenge führen kann. Drehen Sie es daher immer nur leicht auf und seien Sie bereit, es schnell wieder zu schließen.

Muss ich das Wasser im Heizkreislauf nach dem Entlüften auffüllen?

Ja, in den allermeisten Fällen sinkt der Systemdruck und Sie müssen Wasser nachfüllen. Ein zu niedriger Druck kann die Pumpe beschädigen und den Heizbetrieb ganz stoppen. Kontrollieren Sie das Manometer nach dem Entlüften immer.

Lohnt sich die Investition in selbstentlüftende Ventile?

Automatische Entlüftungsventile können eine bequeme Lösung sein, insbesondere in schwer zugänglichen Bereichen oder wenn Sie das manuelle Entlüften vergessen. Sie sind eine sinnvolle Ergänzung, ersetzen aber nicht die gelegentliche Kontrolle des Gesamtsystems.

Das regelmäßige Entlüften und Reinigen Ihrer Heizkörper ist eine effektive Sofortmaßnahme, um Ihre Heizkosten zu senken und die Effizienz Ihrer Heizung zu erhalten. Für weitere Maßnahmen lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Fördermöglichkeiten.

Zum Hauptartikel (Pillar)

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Quellen

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