So optimieren Sie Ihre Heizungspumpe für niedrigeren Stromverbrauch

Sie sehen eine moderne Heizungspumpe mit einem digitalen Energiemessgerät, das den aktuellen Verbrauch anzeigt.






Heizungspumpe optimieren: Stromverbrauch senken


Ihre Heizungspumpe ist das Herz Ihrer Heizungsanlage – und oft ein heimlicher Stromfresser. Viele ältere Modelle laufen mit voller Kraft, selbst wenn es gar nicht nötig ist. Das kostet Sie bares Geld. Die gute Nachricht: Oft können Sie mit einfachen Einstellungen und Checks den Stromverbrauch Ihrer Heizungspumpe deutlich senken. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt durch die Optimierung.

Empfehlung für die Kontrolle: Ein Energiekostenmessgerät hilft Ihnen, den Verbrauch Ihrer Pumpe vor und nach der Optimierung zu messen.

Warum die Heizungspumpe so wichtig fürs Energiesparen ist

Laut der Deutschen Energie-Agentur (dena) gehören Heizungspumpen in vielen Haushalten zu den größten Stromverbrauchern. Eine ungeregelte, alte Pumpe kann leicht 500 bis 800 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr verbrauchen – das entspricht den Stromkosten eines effizienten Kühlschranks. Moderne Hocheffizienzpumpen hingegen kommen mit unter 100 kWh aus. Der Unterschied liegt in der Regelung: Neue Pumpen passen ihre Leistung automatisch dem Bedarf an, während alte Modelle oft nur mit einer festen Drehzahl laufen. Eine Optimierung lohnt sich also fast immer.

Eigentümer vs. Mieter: Was Sie tun können

Ihre Möglichkeiten hängen stark von Ihrer Wohnsituation ab.

Als Eigentümer: Sie haben die volle Kontrolle. Sie können die Pumpe selbst einstellen, warten und im Idealfall sogar gegen ein modernes Hocheffizienzmodell austauschen. Ein Pumpentausch amortisiert sich oft innerhalb weniger Jahre durch die gesparten Stromkosten.

Als Mieter: Sie dürfen in der Regel nicht selbst an der Heizungsanlage herumschrauben. Sie können jedoch den Vermieter auf das Thema ansprechen. Weisen Sie auf die hohen Stromkosten durch eine veraltete Pumpe hin – schließlich zahlt meistens der Mieter den Strom. Bieten Sie an, gemeinsam den Verbrauch zu prüfen, zum Beispiel mit einem Energiemessgerät für den Standby-Bereich. Ein freundlicher Hinweis auf mögliche Einsparungen kann Wunder wirken.

Vorbereitung: Das brauchen Sie für die Optimierung

Bevor Sie starten, sollten Sie folgende Dinge bereitlegen:

  • Einen Schraubendreher (oft für die Abdeckung der Pumpe nötig).
  • Die Bedienungsanleitung Ihrer Heizungspumpe (falls vorhanden).
  • Ein Notizbuch und einen Stift, um Einstellungen vor der Änderung zu notieren.
  • Optional, aber sehr hilfreich: Ein Energiekostenmessgerät, um den Erfolg zu messen.
  • Etwas Geduld und Zeit.

Sicherheit geht vor: Arbeiten Sie nur an der Pumpe, wenn die Heizungsanlage ausgeschaltet und abgekühlt ist. Im Zweifel ziehen Sie einen Fachmann hinzu.

Übersicht: Typische Heizungspumpen und ihre Eigenschaften

Pumpentyp Erkennungsmerkmal Typischer Stromverbrauch (pro Jahr) Optimierungsmöglichkeit
Ungeregelte Pumpe (Altbau) Meist ein großer, schwerer Motor, oft mit einem mechanischen Drehrad (Stufenschalter) in 3 Stufen. 500 – 800 kWh und mehr Manuell auf kleinste benötigte Stufe stellen. Austausch dringend empfohlen.
Stufenregelbare Pumpe Hat oft mehrere feste Leistungsstufen (z.B. I, II, III). Moderne Ausführung als „Eco“-Modell. 200 – 400 kWh Auf die niedrigste, ausreichende Stufe einstellen (meist „II“ oder „Auto“).
Hocheffizienzpumpe (elektronisch geregelt) Kommt ohne Drehrad aus, hat oft nur einen Knopf und eine LED-Anzeige. Bezeichnungen wie „Grundfos Alpha“ oder „Wilo Stratos“. unter 100 kWh Automatische Einstellung (z.B. „Autoadapt“) prüfen und aktivieren. Meist optimal voreingestellt.

Checkliste: Heizungspumpe optimieren in 7 Schritten

  1. Pumpe finden und identifizieren: Suchen Sie die Pumpe in der Nähe Ihres Heizkessels. Sie ist ein zylindrisches Bauteil, durch das die Heizungsrohre führen. Notieren Sie Typenschild und Modell.
  2. Ist-Zustand dokumentieren: Fotografieren Sie die aktuelle Einstellung (Stellung des Drehrads, Leuchtanzeigen). Messen Sie bei laufender Pumpe mit einem Energiemessgerät den aktuellen Stromverbrauch für 24 Stunden.
  3. Heizkurve prüfen: Eine zu hoch eingestellte Vorlauftemperatur am Kessel zwingt die Pumpe zu mehr Arbeit. Prüfen Sie, ob die Heizkurve Ihrem Gebäude angepasst ist. Oft reichen 60-70°C Vorlauftemperatur.
  4. Pumpenstufe anpassen: Bei alten Pumpen: Drehen Sie das Einstellrad von Stufe III auf II oder I. Bei modernen Pumpen: Stellen Sie den Betriebsmodus auf „Automatik“ oder „Nacht“.
  5. Sommerbetrieb nutzen: Viele Pumpen haben einen Sommer-/Winter-Schalter. Im Sommer sollte nur die Warmwasser-Zirkulation laufen, nicht die Heizungsumwälzung. Stellen Sie „Sommer“ ein, wenn vorhanden.
  6. Heizung entlüften: Luft im System macht es der Pumpe schwerer. Entlüften Sie regelmäßig Ihre Heizkörper, um den Widerstand im System zu verringern.
  7. Erfolg kontrollieren: Messen Sie nach den Änderungen erneut den Stromverbrauch über 24 Stunden. Vergleichen Sie die Werte. Sie sollten eine deutliche Reduktion sehen.
Für den professionellen Check: Ein Infrarot-Thermometer hilft, Temperaturunterschiede an Heizkörpern zu erkennen und so die Systemeffizienz zu beurteilen.

Typische Fehler, die Sie vermeiden sollten

Bei der Optimierung der Heizungspumpe kann man einiges falsch machen. Diese Fehler kosten Sie Energie statt sie zu sparen:

  • Die Pumpe komplett ausschalten: Das stoppt die Zirkulation. Die Heizung funktioniert nicht mehr, und es kann zu Frostschäden kommen.
  • Die Stufe zu niedrig einstellen: Wenn die Pumpe zu schwach ist, werden die entferntesten Heizkörper nicht mehr warm. Finden Sie die niedrigste, aber noch ausreichende Stufe.
  • Die Heizkurve ignorieren: Die beste Pumpe nützt nichts, wenn der Kessel das Wasser viel zu heiß macht. Stimmen Sie Pumpe und Kesseleinstellung aufeinander ab.
  • Wartung vergessen: Eine pfeifende oder ratternde Pumpe arbeitet ineffizient. Lassen Sie sie bei Auffälligkeiten vom Fachmann überprüfen.

Das Einsparpotenzial im Überblick

Maßnahme Kosten (ca.) Jährliche Ersparnis (Strom) Amortisation
Stufe von III auf II senken (Altpumpe) 0 € bis zu 150 kWh (ca. 45 €) sofort
Einstellung auf Sommerbetrieb 0 € 50 – 100 kWh (ca. 15-30 €) sofort
Austausch Altpumpe gegen Hocheffizienzpumpe (mit Einbau) 400 – 800 € 400 – 700 kWh (ca. 120 – 210 €) 3 – 6 Jahre
Hydraulischer Abgleich durch Fachmann 800 – 1.200 € bis zu 200 kWh (Pumpe) + 10-15% Heizkosten 5 – 10 Jahre (je nach Gesamtersparnis)

Quelle: Eigene Berechnungen basierend auf Verbraucherinformationen und dena-Broschüre. Strompreis mit 30 Cent/kWh angenommen.

Häufige Fragen zur Heizungspumpe

Wo finde ich meine Heizungspumpe?

Die Heizungspumpe befindet sich fast immer in unmittelbarer Nähe zum Heizkessel, oft im Heizungsraum, Keller oder in einer Abstellkammer. Sie ist an die Heizungsrohre angeschlossen und hat die Form eines kleinen Motors oder Zylinders.

Wie erkenne ich, ob meine Pumpe zu viel Strom verbraucht?

Ein deutliches Zeichen ist ein hoher Stromverbrauch im Bereich „Sonstiges“ Ihrer Jahresabrechnung. Direkt erkennen können Sie es mit einem Energiemessgerät. Schalten Sie alle anderen Verbraucher ab und messen Sie den Verbrauch nur an der Pumpe. Mehr als 80-100 Watt Dauerleistung deuten auf eine ineffiziente Pumpe hin.

Kann ich die Heizungspumpe selbst austauschen?

Von einem eigenständigen Austausch raten wir dringend ab. Das Arbeiten am geschlossenen Heizungswasserkreis erfordert Fachwissen, spezielles Werkzeug (zum Entlüften und Befüllen) und sollte nur von einem Heizungsinstallateur durchgeführt werden. Sie können aber die alte Pumpe identifizieren und ein Angebot für ein effizientes Ersatzmodell einholen.

Was bedeutet „hydraulischer Abgleich“ und brauche ich den?

Beim hydraulischen Abgleich wird das gesamte Heizungssystem so eingestellt, dass jeder Heizkörper genau die Wassermenge bekommt, die er benötigt. Das entlastet die Pumpe enorm und spart bis zu 15% Heizkosten. Er ist besonders sinnvoll nach einem Pumpentausch oder wenn Heizkörper unterschiedlich warm werden. Dies ist eine Aufgabe für den Fachmann.

Meine Pumpe macht Geräusche. Was tun?

Knacken, Rauschen oder Pfeifen deuten oft auf Luft im System oder auf einen Defekt hin. Versuchen Sie zunächst, alle Heizkörper zu entlüften. Bleibt das Geräusch, könnte das Lager der Pumpe verschlissen sein. Ziehen Sie einen Heizungsbauer zurate.

Lohnt sich eine Smart-Home-Steuerung für die Heizungspumpe?

Bei einer modernen Hocheffizienzpumpe bringt eine zusätzliche Smart-Home-Steuerung kaum Mehrwert, da sie sich selbst optimal regelt. Bei älteren Pumpen kann ein externer, smarter Thermostat oder eine Zeitschaltuhr helfen, die Laufzeiten zu reduzieren (z.B. Nachtabsenkung). Prüfen Sie, ob die Einsparung die Anschaffungskosten übertrifft.

Für die langfristige Planung: Literatur zu moderner Heiztechnik hilft, sich auf Gespräche mit Handwerkern vorzubereiten und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Quellen & weiterführende Links

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