
Küchengeräte im Test: Versteckte Stromfresser aufspüren
Moderne Küchengeräte bieten viele Komfortfunktionen, die den Alltag erleichtern. Doch oft verbergen sich hinter diesen cleveren Features unerwartete Energiekosten. Neben dem bekannten Standby-Verbrauch gibt es eine Reihe weniger offensichtlicher Funktionen, die kontinuierlich Strom ziehen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche versteckten Stromfresser Sie identifizieren und deaktivieren können, um Ihre Stromrechnung effektiv zu senken.
Die unterschätzten Dauerläufer: Display, Beleuchtung & Netzteil
Viele Geräte verbrauchen Energie, auch wenn sie ihre Hauptaufgabe längst erledigt haben. Diese versteckten Verbraucher laufen oft rund um die Uhr.
Dauerbeleuchtete Displays und Kontrollleuchten
Ein ständig leuchtendes Display oder Statuslicht am Backofen, an der Dunstabzugshaube oder der Kaffeemaschine ist ein klassischer Dauerstromverbraucher. Oft kann diese Beleuchtung in den Einstellungen deaktiviert oder auf eine Abschaltautomatik umgestellt werden. Gleiches gilt für rein dekorative Beleuchtungen ohne echten Nutzen.
Integrierte Netzteile und Steckernetzteile
Geräte mit elektronischer Steuerung, wie Induktionskochfelder oder moderne Backöfen, besitzen oft ein internes Netzteil, das permanent unter Spannung steht. Auch externe Steckernetzteile, etwa bei einigen Wasserkochern, ziehen durchgängig Strom, solange sie in der Steckdose stecken. Die Lösung ist eine schaltbare Steckdosenleiste für solche Gerätegruppen.
Komfortfunktionen mit hohem Energiepreis
Hersteller werben mit intelligenten Features, doch diese haben ihren Preis – berechnet in Kilowattstunden.
„Schnellstart“- oder „Instant-Heat“-Funktionen
Besonders bei Backöfen und manchen Herdplatten ist diese Funktion verbreitet. Das Gerät hält einen Teil seines Heizsystems permanent auf niedriger Temperatur, um schneller betriebsbereit zu sein. Dieser Dauerbetrieb zum Warmhalten verursacht einen erheblichen Mehrverbrauch. Prüfen Sie in der Bedienungsanleitung, ob Sie diese Funktion deaktivieren können.
Automatische Abschaltverzögerungen & Keep-Warm-Funktionen
Geräte wie Kaffeemaschinen oder Reiskocher schalten nach Gebrauch nicht sofort ab, sondern halten die Temperatur oft über längere Zeit. Während eine kurze Haltezeit sinnvoll sein kann, sind lange voreingestellte Zeiten meist überdimensioniert. Stellen Sie diese Timer auf das notwendige Minimum zurück oder schalten Sie das Gerät nach Gebrauch direkt manuell aus.
WLAN- und Connect-Funktionalität
Der „smarte“ Kühlschrank oder Backofen mit WLAN-Anbindung verbraucht ständig Strom, um netzwerkbereit zu sein. Die dafür notwendige Elektronik läuft rund um die Uhr. Fragen Sie sich, ob Sie diese Funktion wirklich benötigen. Falls nicht, deaktivieren Sie die Netzwerkfunktion in den Einstellungen.
Gerätespezifische Stromfresser und ihre Alternativen
Jedes Küchengerät hat seine eigenen energetischen Tücken. Hier eine Übersicht der häufigsten versteckten Verbraucher.
Backofen
Typische versteckte Stromfresser-Funktion: Pyrolyse-/Selbstreinigungsfunktion, Schnellstart (Vorheizen im Standby), Dauerbeleuchtung, elektronische Uhr/Display.
Empfehlung / Alternative: Pyrolyse nur bei starker Verschmutzung nutzen. Schnellstart und Dauerlicht deaktivieren. Nach Gebrauch über eine Steckdosenleiste vom Netz trennen.
Kaffeemaschine (Vollautomat)
Typische versteckte Stromfresser-Funktion: Thermoblock/Heizsystem im Bereitschaftsmodus, automatische Reinigungs-/Entkalkungsaufforderung mit Warmhaltephase, beleuchtetes Display.
Empfehlung / Alternative: Maschine nach der Nutzung komplett ausschalten (nicht nur in den Standby). Automatische Warmhaltezeit verkürzen.
Dunstabzugshaube
Typische versteckte Stromfresser-Funktion: Dauerbeleuchtung, Automatikmodus mit permanent aktiven Sensoren, Umluftbetrieb mit eingeschaltetem Heizelement.
Empfehlung / Alternative: Beleuchtung nur bei Bedarf einschalten. Sensorbetrieb bei Nichtnutzung deaktivieren. Im Umluftbetrieb das Zusatzheizelement ausschalten – es ist ein enormer Stromverbraucher. Weitere Details zur Effizienz finden Sie in unserem Vergleich Dunstabzugshaube: Umluft oder Abluft?.
Kühl-/Gefrierschrank
Typische versteckte Stromfresser-Funktion: „No-Frost“-Funktion (erhöht Grundverbrauch), Schnellkühl-/Superfrost-Funktion, eingebaute Eiswürfelbereiter mit Heißgas-Abtauung.
Empfehlung / Alternative: Superfrost nur im Ausnahmefall nutzen und danach deaktivieren. Eiswürfelbereiter bei längerer Abwesenheit ausschalten.
Der Eco-Modus: Freund oder Feind?
Der Eco- oder Sparmodus ist nicht immer die erhoffte Wunderwaffe. Bei Geschirrspülern oder Waschmaschinen senkt er oft Temperatur und Laufzeit und spart so Energie. Bei anderen Geräten, wie Klimageräten, kann der Eco-Modus jedoch das Gegenteil bewirken: Das Gerät läuft länger mit niedrigerer Leistung, was am Ende zu einem höheren Gesamtverbrauch führen kann. Prüfen Sie im Handbuch, was der Eco-Modus bei Ihrem Gerät genau bewirkt. Oft ist ein manuell eingestelltes, effizientes Programm die bessere Wahl.
Praxistipps: So gehen Sie systematisch vor
- Bedienungsanleitung studieren: Oft sind die Deaktivierungsmöglichkeiten für Komfortfunktionen dort beschrieben.
- Energiemessgerät einsetzen: Stecken Sie Ihre Geräte für 24 Stunden in ein Energiemessgerät (oft bei Verbraucherzentralen ausleihbar). So sehen Sie den echten Standby- und Schein-Aus-Verbrauch.
- Zentrale Steuerung: Nutzen Sie schaltbare Steckdosenleisten für Gerätegruppen (z.B. Kaffeestation). Ein Knopfdruck trennt alle vom Netz.
- Regelmäßige Wartung: Ein verkalkter Wasserkocher oder ein verschmutzter Kühlschrank-Kondensator benötigt länger und verbraucht mehr Energie für das gleiche Ergebnis.
FAQs: Häufige Fragen zu versteckten Stromfressern
Verbraucht ein ausgeschaltetes Induktionskochfeld mit Touch-Bedienung Strom?
Ja, fast immer. Die empfindliche Touch-Elektronik und das Netzteil stehen meist unter Spannung, um sofort reagieren zu können. Der Verbrauch ist gering (1-3 Watt), summiert sich aber über das Jahr. Eine schaltbare Steckdosenleiste ist die Lösung. Mehr zum Energieverbrauch von Kochfeldern lesen Sie in unserem Test Induktionskochfeld vs. Ceran.
Ist es schädlich für die Elektronik, Geräte per Steckerleiste komplett vom Netz zu trennen?
In der Regel nein. Moderne Elektronik verträgt das problemlos. Eine Ausnahme können Geräte mit Einstellungen oder gespeicherten persönlichen Profilen sein, die dann zurückgesetzt werden. Hier lohnt ein Blick ins Handbuch.
„No-Frost“ bei Kühlschränken: Stromfresser oder notwendig?
No-Frost verhindert zwar lästiges Abtauen, erhöht aber den Grundenergieverbrauch durch den dauerhaft aktiven Ventilator und regelmäßige Abtauzyklen. Bei einem Neukauf sollten Sie abwägen, ob Ihnen der Komfort den Mehrverbrauch wert ist. Bei bestehenden Geräten lässt sich die Funktion meist nicht deaktivieren.
Zum Hauptartikel (Pillar)
Küchengeräte-Energieeffizienz: Die ultimative Strategie für dauerhafte Kostensenkung
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