Wasserverbrauch im 2-Personen-Haushalt: Unsere echte Messung und die besten Spartipps

Close-up of hands writing water usage data in a notebook next to a wall-mounted water meter in a home.

Die Wasserrechnung kam, und wir waren überrascht. Wir dachten, als berufstätiges Paar in unserer Mietwohnung leben wir eigentlich sparsam: Spülmaschine nur voll, keine langen Bäder, kein tropfender Hahn. Doch die Zahlen sprachen eine andere Sprache.

Anstatt uns mit Schätzungen zufriedenzugeben, haben wir einen Monat lang unseren tatsächlichen Verbrauch dokumentiert. Mit einem Notizbuch am Wasserzähler und einer Portion Neugier wollten wir herausfinden, wo das Wasser wirklich hingeht – und vor allem, wo wir es ohne großen Komfortverlust einsparen können.

In diesem Erfahrungsbericht teile ich unsere ehrlichen Ergebnisse, die größten Überraschungen und die einfachen Maßnahmen, die bei uns sofort gewirkt haben. Es ist keine wissenschaftliche Studie, sondern eine ganz praktische Bestandsaufnahme aus dem Alltag.

Unser Alltag vor dem Test: Die vermeintliche Sparsamkeit

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Unser Leben schien wasserbewusst: Wir duschten kurz, nutzten die Spülmaschine und achteten auf undichte Armaturen. Dennoch blieb ein ungutes Gefühl, dass mehr möglich sein müsste. Um Klarheit zu schaffen, starteten wir unser Projekt. Ein Monat lang lasen wir täglich den Wasserzähler ab und notierten die Werte. Zusätzlich protokollierten wir grob die Hauptverbrauchsbereiche: Bad, Küche und Sonstiges.

Die nackte Wahrheit: So viel Wasser verbrauchten wir wirklich

Das Ergebnis war eindeutig. Unser durchschnittlicher Tagesverbrauch lag bei etwa 140 Litern pro Person. Hochgerechnet auf ein Jahr entspricht das rund 102 Kubikmetern für unseren Zwei-Personen-Haushalt.

Im Vergleich zum deutschen Durchschnitt von etwa 120 Litern pro Person und Tag lagen wir damit deutlich darüber. Die detaillierte Aufschlüsselung brachte die größten Posten ans Licht:

Die größten Wasserverbraucher in unserem Haushalt

  • Duschen & Körperpflege: Mit Abstand der Spitzenreiter. Rund 65 Liter pro Person und Tag flossen hier den Abfluss hinunter.
  • Toilettenspülung: Der heimliche Verbraucher auf Platz zwei. Etwa 30 Liter pro Person und Tag – und das ohne klassische Spartaste.
  • Küchennutzung: Kochen, Trinken und Spülen summierten sich auf etwa 25 Liter pro Person und Tag.
  • Wäsche waschen: Im Tagesdurchschnitt kamen hier etwa 15 Liter pro Person zusammen.

Die Erkenntnis war klar: Unser Sparpotenzial konzentrierte sich auf das Badezimmer.

Drei einfache Maßnahmen mit großer Wirkung

Nach der Analyse folgten konkrete Änderungen. Wir setzten auf drei Tricks, die kaum Kosten verursachen, aber den Verbrauch spürbar senken.

1. Die Dusche im Blick: Timer und neuer Duschkopf

Ein simpler Eierwecker im Bad brachte das größte Aha-Erlebnis. Wir einigten uns auf eine maximale Duschzeit von fünf Minuten. Parallel tauschten wir den alten Duschkopf gegen ein Modell mit Durchflussbegrenzer (Perlator) aus. Der Verbrauch sank dadurch von etwa 12-15 Litern pro Minute auf nur noch 6-9 Liter. Bei zwei Duschgängen am Tag summiert sich diese Ersparnis schnell.

2. Klug spülen: Die Spartaste und ein einfacher Trick

Da unsere Toilette keine Spartaste hatte, wurde jeder Spülgang zum Luxus. Wir installierten nachträglich eine Spartaste. Als Übergangslösung nutzten wir den alten Trick mit einer gefüllten 1,5-Liter-PET-Flasche im Spülkasten, die das Fassungsvolumen reduziert. Jeder gesparte Spülgang bedeutet 6 bis 14 Liter weniger Verbrauch.

3. Maschinen effizient nutzen: Volle Ladung und Eco-Programm

Wir verschärften unsere eigene Regel: Geschirrspüler und Waschmaschine laufen nur noch bei voller Beladung. Das Eco-Programm wurde zum Standard, und bei der Wäsche reichen für die meisten Textilien 30 Grad völlig aus. Diese Routinenänderung spart nicht nur Wasser, sondern auch Energie.

Das Ergebnis nach vier Wochen Spar-Experiment

Ein weiterer Monat mit den neuen Gewohnheiten verging, und die Auswertung stand an. Unser Verbrauch war auf durchschnittlich 95 Liter pro Person und Tag gesunken – eine Einsparung von 45 Litern täglich!

Hochgerechnet auf ein Jahr sparen wir so über 30.000 Liter Wasser. Diese Zahl macht nicht nur auf der Rechnung, sondern auch für das Umweltbewusstsein einen spürbaren Unterschied.

Häufige Fragen

Wie genau habt ihr den Verbrauch gemessen?

Wir haben über vier Wochen täglich den Stand des Hauptwasserzählers in unserer Wohnung notiert. Um ein Gefühl für einzelne Vorgänge zu bekommen, haben wir zusätzlich typische Aktivitäten wie eine Dusche oder das Befüllen der Spülmaschine mit einem Eimer oder einer Stoppuhr grob eingeschätzt.

Welcher Tipp hat am meisten gebracht?

Die Kombination aus kürzerer Duschzeit und einem wassersparenden Duschkopf hatte den mit Abstand größten Effekt. Hier ließen sich pro Person und Tag mehrere Dutzend Liter einsparen, ohne dass der Komfort wirklich litt.

Ist euer Verbrauch jetzt gut oder schlecht?

Mit unseren 95 Litern pro Person und Tag liegen wir nun deutlich unter dem deutschen Durchschnitt von etwa 120 Litern. Das zeigt, dass schon mit einfachen Mitteln eine erhebliche Verbesserung möglich ist. Ein ‚guter‘ Wert hängt aber auch von individuellen Gegebenheiten wie der Haushaltsgröße oder der Ausstattung ab.

Der größte Gewinn dieses Selbstversuchs war für mich das geschärfte Bewusstsein. Wasser sparen ist selten mit großem Verzicht verbunden, sondern oft nur mit kleinen, intelligenten Anpassungen der täglichen Routine. Ein sparsamer Duschkopf, eine bewusste Spülung oder eine voll beladene Maschine – diese Dinge summieren sich erstaunlich schnell.

Ich kann nur empfehlen, selbst einmal den Wasserzähler im Blick zu behalten. Schon eine Woche des genauen Beobachtens kann völlig neue Perspektiven eröffnen und zeigen, wo im eigenen Haushalt das größte Sparpotenzial schlummert.

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