
Der Wunsch, den eigenen Haushalt nachhaltiger zu gestalten, beginnt oft beim Putzschrank. Herkömmliche Reinigungsmittel sind häufig in Einwegplastik verpackt und enthalten chemische Substanzen, die Umwelt und Gesundheit belasten können. Nachhaltig reinigen ist jedoch ein ganzheitlicher Ansatz, der Mittel, Utensilien, Dosierung und Entsorgung umfasst. Dieser Guide zeigt Ihnen, wie Sie Ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren – effektiv, gesund und kostensparend.
Die Grundpfeiler einer nachhaltigen Reinigung
Drei Prinzipien sind zentral: Vermeiden, Reduzieren und Wiederverwenden. Vermeiden Sie schädliche Chemikalien, reduzieren Sie Verpackungsmüll sowie Ressourcenverbrauch und setzen Sie auf langlebige Utensilien. Einfache Hausmittel bilden hierfür eine vielseitige Basis.
Die minimalistische Basisausstattung
Sie benötigen nur wenige Basiszutaten für die meisten Reinigungsaufgaben:
- Essigessenz oder Zitronensäure: Wirken entkalkend und fettlösend für Küche und Bad.
- Natron oder Waschsoda: Neutralisieren Gerüche, wirken scheuernd und fettlösend für Backöfen oder Abflüsse.
- Kernseife oder Olivenölseife: Grundlage für Allzweckreiniger.
- Ätherische Öle (optional): Für einen angenehmen Duft, wie Zitrone oder Teebaumöl.
Einfache DIY-Rezepte für jeden Bereich
Bewahren Sie diese Mischungen in beschrifteten, wiederverwendbaren Sprühflaschen oder Glasbehältern auf.
Allzweckreiniger für Oberflächen
Vermischen Sie 2 Esslöffel Essigessenz mit 500 ml warmem Wasser und einem Spritzer Kernseifenlösung. Für empfindliche Materialien wie Naturstein oder Holz verzichten Sie auf Säure und nutzen eine milde Seifenlösung.
Sanfte Scheuermilch
Mischen Sie Natron mit etwas Wasser zu einer Paste. Diese hilft bei eingebrannten Verschmutzungen in Töpfen oder auf Ceranfeldern und ist schonender als chemische Scheuermittel.
Nachhaltige Reinigungsutensilien: Langlebigkeit statt Einweg
Die Wahl der Hilfsmittel ist für einen umweltfreundlichen Haushalt ebenso wichtig wie die Reiniger.
- Mikrofasertücher: Entfernen Schmutz oft ohne Chemie und sind bei 60°C waschbar.
- Schwämme und Bürsten aus Naturmaterialien: Entscheiden Sie sich für Zellulose, Luffa oder Bürsten mit Holzgriff und Naturborsten, die biologisch abbaubar sind.
- Wiederverwendbare Mop- und Staubtücher: Vermeiden Sie Einweg-Wischtücher.
- Reparieren statt Wegwerfen: Ein kaputter Besenstiel ist oft leicht zu reparieren. Das geplante „Recht auf Reparatur“ soll Verbrauchern hier künftig mehr Möglichkeiten geben.
Dosierung, Energie & Wasser: Ressourcen schonen im Alltag
Nachhaltigkeit zeigt sich im täglichen Umgang mit Ressourcen. Oft wird aus Gewohnheit zu viel Reinigungsmittel dosiert.
Die richtige Dosierung ist entscheidend
Mehr Reiniger bedeutet nicht mehr Sauberkeit. Zu hohe Konzentrationen können Rückstände hinterlassen, die neuen Schmutz anziehen. Halten Sie sich an die Dosierempfehlungen.
Energie und Wasser intelligent sparen
Nutzen Sie, wo möglich, kaltes oder lauwarmes Wasser – für viele Aufgaben ist heißes Wasser nicht nötig. Beim Staubsaugen erhöht ein verstopfter Filter den Energieverbrauch, leeren Sie ihn daher regelmäßig.
Die Entsorgung: Der Kreislauf schließt sich
Nachhaltig reinigen endet nicht mit dem Wegwischen des Schmutzes.
- Putzwasser: Wasser mit biologisch abbaubaren DIY-Reinigern kann problemlos über das Abwasser entsorgt werden. Vermeiden Sie große Mengen Öl.
- Verpackungen: Kaufen Sie in Nachfüllpacks. Leere Kunststoffbehälter gehören in den Gelben Sack, Glasflaschen ins Altglas.
- Alte Utensilien: Kaputte Kunststoffschwämme gehören in den Restmüll. Bürsten aus Holz und Naturborsten können, von Metallteilen befreit, im Biomüll entsorgt werden.
FAQ: Häufige Fragen zum nachhaltigen Reinigen
Reinigen Essig und Zitronensäure wirklich hygienisch sauber?
Ja, beide Substanzen wirken aufgrund ihres sauren pH-Werts antibakteriell und antiviral. Für den normalen Haushalt sind sie eine effektive und umweltfreundliche Wahl. Bei bestimmten hartnäckigen Keimen können spezifischere Mittel notwendig sein.
Sind selbstgemachte Reiniger für alle Oberflächen geeignet?
Nein. Essig und Zitronensäure können säureempfindliche Materialien wie Kalkstein, Marmor oder unbehandeltes Holz angreifen. Für diese Flächen sollten Sie neutrale Reiniger wie milde Seifenlösungen verwenden.
Wie lange sind DIY-Reiniger haltbar?
Reiniger auf Wasserbasis ohne Konservierungsstoffe sind anfällig für Keimbildung. Bewahren Sie sie kühl und dunkel auf und verbrauchen Sie sie innerhalb weniger Wochen. Trockene Mischungen oder Alkohol-basierte Reiniger sind länger haltbar.
Ist nachhaltiges Putzen teurer?
Auf lange Sicht meist günstiger. Basiszutaten wie Natron und Essig sind preiswert. Die Investition in langlebige Utensilien amortisiert sich durch ihre lange Lebensdauer schnell.
Kann ich mit nachhaltigen Methoden starke Verschmutzungen beseitigen?
In den meisten Fällen ja. Für eingebranntes Fett im Backofen hilft eine Paste aus Waschsoda und Wasser, die über Nacht einwirkt. Verstopfte Abflüsse befreien Sie oft mit einer Mischung aus Natron und Essig, gefolgt von heißem Wasser.
Wo finde ich Infos zu Inhaltsstoffen in gekauften Reinigern?
Achten Sie auf transparente Deklarationen. Siegel wie der „EU Ecolabel“, „Blauer Engel“ oder „Ecocert“ geben Orientierung. Das Umweltbundesamt bietet fundierte Hintergrundinformationen.
Zum Hauptartikel (Pillar)
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