
Die Küche ist ein zentraler Ort im Haushalt mit einem oft hohen Energieverbrauch. Smart-Home-Technologien können hier gezielt helfen, Strom zu sparen. Wir zeigen, welche Automatisierungen sich finanziell und ökologisch wirklich lohnen und welche weniger relevant sind.
Energieverbrauch in der Küche: Die größten Verbraucher
Für effektives Sparen muss man die Hauptverbraucher kennen. Kühl- und Gefriergeräte stehen meist an erster Stelle, gefolgt von Herd, Backofen und Geschirrspüler. Viele dieser Geräte ziehen auch im Standby-Modus kontinuierlich Strom. Genau hier setzen die ersten sinnvollen Smart-Home-Maßnahmen an.
Smarte Steckdosen: Einfach und effektiv gegen Standby
Intelligente Steckdosen sind eine der günstigsten und effektivsten Lösungen. Sie machen aus jedem herkömmlichen Gerät ein steuerbares. Besonders lohnenswert ist der Einsatz bei:
- Kaffeemaschinen & Wasserkochern: Sie schalten den Strom bei Nichtnutzung komplett ab und eliminieren so den Standby-Verbrauch von Displays oder Bereitschaftsmodi.
- Mikrowellen & Toastern: Auch hier werden oft unnötige Uhren oder Anzeigen vom Netz genommen.
- Geschirrspülern & Waschmaschinen: Sie lassen sich so programmieren, dass sie erst bei günstigen Nachtstromtarifen oder während der eigenen Solarstromproduktion starten.
Die Anschaffungskosten sind gering, die Einsparung durch die Vermeidung von Standby-Stromfressern ist direkt messbar.
Smarte Großgeräte: Intelligente Automatismen nutzen
Beim Neukauf lohnt der Blick auf vernetzte Großgeräte. Ihr echter Mehrwert liegt in automatisierten Funktionen und detailliertem Energiemonitoring, nicht primär in der App-Fernsteuerung.
Intelligente Kühlschränke: Adaptive Effizienz
Moderne smarte Kühlschränke bieten über die reine Kühlung hinaus Funktionen zum Energiesparen:
- Adaptive Kühlung: Das Gerät erkennt Nutzungsmuster und passt die Leistung an, um energieintensive Spitzenlasten zu vermeiden.
- Türalarm & Leckageerkennung: Verhindert Energieverschwendung durch eine offenstehende Tür oder warnt vor defektbedingtem Mehrverbrauch.
- Urlaubsmodus: Schaltet per App auf einen energiesparenden Grundbetrieb um.
Smartes Kochen: Präzision und Monitoring
Das größte Sparpotenzial beim Kochen liegt in der Wahl der Technologie. Ein Induktionskochfeld ist einem Ceranfeld in der Energieeffizienz überlegen. Smarte Features steigern dies:
- Präzise Timer & automatisches Abschalten: Der Herd oder Backofen schaltet sich nach Ende der Garzeit selbstständig ab.
- Energieverbrauchs-Monitoring: Die App zeigt detailliert den Verbrauch einzelner Kochvorgänge an und schärft so das Bewusstsein.
- Ferngesteuertes Vorheizen: Nur dann energiesparend, wenn die Heizphase exakt auf den Kochbeginn abgestimmt ist.
Automatisierte Lüftung für ein effizientes Klima
Eine bedarfsgerechte Lüftung spart Energie. Smarte Dunstabzugshauben oder Luftqualitätssensoren optimieren den Betrieb.
- Luftqualitätssensoren: Sie messen Feuchtigkeit oder Gerüche und schalten die Haube nur bei Bedarf und in der nötigen Stufe ein.
- Vernetzung mit Fensterkontakten: Eine clevere Automatisierung: Öffnet man das Fenster, schaltet sich die Dunstabzugshaube ab, um nicht gegen den natürlichen Luftzug zu arbeiten und Energie zu verschwenden.
- Die Wahl zwischen Umluft und Abluft beeinflusst die Energiebilanz, da Abluftsysteme erwärmte Raumluft nach außen befördern.
Energiesparende Automatisierungsroutinen
Die Vernetzung verschiedener Geräte zu Routinen („Szenen“) bringt die größten Effizienzvorteile.
| Routine | Auslöser | Aktionen | Energiespareffekt |
|---|---|---|---|
| „Nachtruhe“ | Uhrzeit (z.B. 23:00 Uhr) | Alle nicht benötigten Steckdosen abschalten. Kühlschrank in Sparmodus versetzen. | Beseitigt Standby-Verbräuche über Nacht. |
| „Haus verlassen“ | Geofencing oder manueller Taster | Prüfen, ob Herd/Backofen aus sind. Alle Küchensteckdosen (außer Kühlschrank) abschalten. | Verhindert vergessene eingeschaltete Geräte. |
| „Sparsame Spülzeit“ | Uhrzeit (z.B. 02:00 Uhr) oder Solarüberschuss | Geschirrspüler automatisch starten lassen. | Nutzung günstiger Nacht- oder Solarstromtarife. |
Fazit: Diese Investitionen lohnen sich
Nicht jede smarte Funktion spart Energie. Konzentrieren Sie sich auf diese wirksamen Maßnahmen:
- Intelligente Steckdosen zur Bekämpfung des Standby-Verbrauchs.
- Smarte Großgeräte mit echten Automatismen wie adaptiver Kühlung und Verbrauchsmonitoring.
- Vernetzte Routinen, die Geräte sicher abschalten und Lasten in günstige Zeiten verschieben.
Mit diesem Fokus macht die Smart-Home-Küche nicht nur komfortabler, sondern entlastet auch die Stromrechnung. Spielereien wie ein per App bestückbarer Kühlschrank tragen dagegen kaum zum Energiesparen bei.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie hoch sind die Einsparungen durch Smart Home in der Küche?
Durch die Beseitigung von Standby-Verbräuchen und optimierte Gerätenutzung sind Einsparungen von 10-15% des Küchenstromverbrauchs realistisch. Bei aktuellen Strompreisen können das mehrere Dutzend Euro pro Jahr sein.
Benötige ich ein komplettes Smart-Home-System?
Nein. Einfache Lösungen wie smarte Steckdosen oder einzelne vernetzte Geräte funktionieren eigenständig über WLAN. Für komplexe Routinen mit mehreren Komponenten ist ein zentraler Hub jedoch vorteilhaft.
Verbrauchen smarte Geräte nicht selbst viel Strom?
Der zusätzliche Verbrauch durch Vernetzungsmodule (WLAN/Zigbee) ist mit meist unter 1 Watt sehr gering und wird durch die Einspareffekte deutlich übertroffen.
Lohnt sich der Austausch funktionierender Geräte?
Aus rein ökologischer und ökonomischer Sicht meist nicht. Die „graue Energie“ der Herstellung und die Anschaffungskosten überwiegen die Ersparnis. Sinnvoll ist der Fokus auf Smart-Home beim Neukauf oder durch Nachrüstlösungen.
Zum Hauptartikel (Pillar)
Küchengeräte-Energieeffizienz: Die ultimative Strategie für dauerhafte Kostensenkung
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