
Die Heizkostenabrechnung in einem Altbau kann schnell zur unliebsamen Überraschung werden. Zugige Fenster und oft weniger effiziente Wände treiben den Verbrauch in die Höhe. Moderne Regeltechnik verspricht Abhilfe – doch welches System ist für eine typische 80m²-Wohnung die sinnvollere Wahl?
Die Entscheidung fällt häufig zwischen smarten Heizkörperthermostaten, die direkt am Radiator angebracht werden, und einem zentralen Einzelraumregler-System mit Wandthermostaten. Beide Ansätze zielen darauf ab, Energie zu sparen, indem sie die Wärme bedarfsgerecht und raumweise steuern. Doch die Wege dorthin, die Kosten und der Installationsaufwand unterscheiden sich erheblich.
Diese Gegenüberstellung hilft Ihnen, basierend auf Ihrem Altbau, Ihrem Nutzungsverhalten und Ihrem Budget die passende Lösung zu finden. Wir beleuchten konkret, was Sie bei einer Wohnfläche von etwa 80 Quadratmetern erwarten können.
Die Ausgangssituation: Heizen im unsanierten Altbau
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Ein typischer Altbau (Baujahr vor 1978) verfügt meist über eine konventionelle Heizungsanlage mit manuell bedienten Thermostatventilen. Das zentrale Thermostat, oft im Flur, misst nur an einem Punkt und gibt keinen Aufschluss über die Temperatur in anderen Räumen. Folge: Räume werden häufig überheizt oder bleiben kühl, obwohl es nicht nötig wäre. Laut Energieexperten lassen sich durch eine präzise, raumweise Regelung die Heizkosten um durchschnittlich 10 bis 15 Prozent senken.
Für unsere Beispielrechnung gehen wir von einem durchschnittlichen Energieverbrauch von 160 kWh pro Quadratmeter und Jahr aus. Bei 80m² und einem angenommenen Gaspreis von 12 Cent pro kWh ergeben sich jährliche Heizkosten von rund 1.535 Euro. Eine Einsparung von 15 Prozent entspräche also etwa 230 Euro pro Jahr.
Option 1: Smarte Heizkörperthermostate nachrüsten
Diese Geräte ersetzen die klassischen Thermostatköpfe. Sie sind per Funk (z.B. via Zigbee oder WLAN) vernetzt und werden über eine Smartphone-App gesteuert.
Vorteile und Funktionen
- Einfache Installation: In der Regel ein DIY-Projekt. Die Thermostate werden auf die vorhandenen Ventilschäuche geschraubt.
- Hohe Flexibilität: Jeder Heizkörper kann individuell mit eigenen Zeitplänen belegt werden.
- Smart-Home-Integration: Steuerung per Sprachbefehl (Alexa, Google Assistant) oder Einbindung in größere Ökosysteme möglich.
- Fernzugriff: Die Heizung lässt sich auch von unterwegs anpassen.
Kosten und Amortisation für 80m²
Eine Wohnung dieser Größe hat meist 6 bis 8 Heizkörper. Bei 7 Stück und einem guten Mittelklasse-Thermostat (ca. 60 Euro/Stück) plus einer notwendigen Bridge (ca. 70 Euro) liegen die Anschaffungskosten bei etwa 490 Euro.
Bei einer angenommenen jährlichen Ersparnis von 230 Euro hätte sich die Investition nach gut zwei Jahren amortisiert.
Option 2: Zentrale Einzelraumregler mit Funktechnik
Hier wird in jedem zu regelnden Raum ein funkvernetztes Wandthermostat angebracht. Dieses misst die Raumtemperatur an einer repräsentativen Stelle und steuert über Funkstellantriebe alle Heizkörperventile im Raum gemeinsam.
Vorteile und Funktionen
- Präzisere Temperaturmessung: Das Thermostat misst die Lufttemperatur im Raum, nicht die Wärme direkt am Heizkörper.
- Zentrale Raumsteuerung: Ideal für Räume mit mehreren Heizkörpern (z.B. großes Wohnzimmer).
- Professionelle Systemlösung: Oft Teil umfassender Smart-Home-Systeme (z.B. Homematic IP, Bosch Smart Home).
- Vertraute Bedienung: Manuelle Einstellung am Wandgerät bleibt immer möglich.
Kosten und Amortisation für 80m²
Für 5 Haupträume benötigt man Wandthermostate (ca. 60 Euro/Stück) und für die geschätzten 7 Heizkörper Funkstellantriebe (ca. 40 Euro/Stück). Hinzu kommen Kosten für eine Steuerzentrale (ca. 100 Euro). Die reine Materialkosten summieren sich auf etwa 780 Euro. Oft ist für die Stromversorgung der Wandthermostate ein Elektriker nötig (plus ca. 200 Euro).
Bei einer ähnlichen Ersparnis von 215 Euro pro Jahr ergibt sich eine Amortisationszeit von etwa 4,5 Jahren.
Entscheidungshilfe: Welches System passt zu meinem Altbau?
Wann sind smarte Heizkörperthermostate die bessere Wahl?
- Sie möchten kostengünstig starten und die Installation selbst übernehmen.
- Ihre Räume werden sehr unterschiedlich genutzt und benötigen individuelle Zeitpläne.
- Sie legen Wert auf Smart-Home-Features wie Sprachsteuerung und wollen schrittweise ausbauen.
- Sie sind Mieter und benötigen eine einfach rückbaubare Lösung.
Wann lohnt sich ein zentraler Einzelraumregler eher?
- Sie planen eine umfassendere Sanierung oder Modernisierung der Haustechnik.
- Ihr Altbau hat Räume mit mehreren Heizkörpern oder eine ungünstige, ungleichmäßige Wärmeverteilung.
- Ihnen ist eine präzise, raumzentrierte Temperaturmessung wichtig.
- Sie bevorzugen eine fest installierte, professionelle Systemlösung.
Wichtige Tipps für die Umsetzung im Altbau
1. Ventil-Check: Prüfen Sie vor dem Kauf, welcher Ventiltyp (z.B. M30, RA-D) an Ihren Heizkörpern verbaut ist. Adapter sind oft erhältlich.
2. Funkreichweite testen: Besonders in dicken Altbauwänden kann die Funkverbindung schwächeln. Positionieren Sie Gateways zentral.
3. Heizkurve anpassen: Nach der Installation smarter Thermostate sollte oft die Vorlauftemperatur der Heizungsanlage gesenkt werden, um zusätzlich zu sparen. Hier kann der Rat eines Heizungsbauers sinnvoll sein.
4. Schrittweiser Start: Beginnen Sie mit den am häufigsten genutzten Räumen wie Wohn- und Schlafzimmer, um ein Gefühl für die Steuerung zu bekommen.
Häufige Fragen
Kann ich die smarten Thermostate auch in einer Mietwohnung installieren?
In der Regel ja. Smarte Heizkörperthermostate lassen sich meist ohne Eingriff in die Bausubstanz anbringen und einfach wieder entfernen. Es ist jedoch höflich und oft vertraglich vorgeschrieben, den Vermieter über die geplante Änderung zu informieren. Die originalen Thermostatköpfe sollten sicher aufbewahrt werden.
Funktionieren die Systeme auch bei einem Heizungsausfall oder Stromausfall?
Bei einem Stromausfall fallen die smarten Thermostate aus. Viele Modelle verfügen jedoch über einen mechanischen Notfallmodus oder springen in eine Grundstellung, um ein Einfrieren der Leitungen zu verhindern. Einzelraumregler mit Funkstellantrieben verhalten sich ähnlich. Die Heizungsanlage selbst benötigt natürlich weiterhin Strom.
Mit welchen laufenden Kosten muss ich rechnen?
Die Hauptkosten sind die Anschaffung. Einige Systeme erheben Gebühren für erweiterte Cloud-Dienste (z.B. standortbasierte Steuerung). Der Stromverbrauch der Thermostate (Batteriebetrieb) ist mit wenigen Euro pro Jahr vernachlässigbar. Die erzielte Energieeinsparung sollte diese Kosten deutlich übersteigen.
Für die meisten Altbau-Haushalte mit 80m² bieten smarte Heizkörperthermostate das attraktivere Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Anschaffungskosten sind überschaubar, die Installation einfach und die Einsparung realisierbar. Sie sind die ideale Lösung für einen schrittweisen, nutzerabhängigen Einstieg in die smarte Heizungssteuerung.
Ein zentrales Einzelraumregler-System ist dagegen eine Investition in eine professionellere, ganzheitlichere Regelung. Es rechnet sich besonders, wenn es im Zuge einer geplanten Sanierung eingebaut wird oder wenn die Raumgeometrie eine präzisere Steuerung erfordert. Unabhängig von der Wahl: Beide Systeme sind ein wirksamer Schritt, um in einem Altbau Energie und Kosten zu sparen – ohne auf Komfort verzichten zu müssen.






