
Smarte Steckdosen bieten Komfort und können helfen, Energie zu sparen. Als vernetzte Geräte bergen sie jedoch auch Sicherheits- und Datenschutzrisiken. Sie müssen wissen, worauf Sie achten müssen, um Ihr Zuhause zu schützen.
Die größten Sicherheitsrisiken smarter Steckdosen
Die Hauptgefahren liegen in technischen Schwachstellen und unsachgemäßer Nutzung. Die zentralen Risikobereiche sind:
1. Schwache oder voreingestellte Passwörter
Viele Geräte haben Standardpasswörter wie „admin“ oder „1234“. Werden diese nicht geändert, bieten sie Angreifern einfachen Zugang. Ein kompromittiertes Gerät kann als Einfallstor in Ihr gesamtes Heimnetzwerk dienen.
2. Unverschlüsselte Datenübertragung
Insbesondere bei Billigprodukten können Daten unverschlüsselt übertragen werden. Das ermöglicht es, Ihr Nutzungsverhalten abzuhören oder sogar Netzwerkinformationen im Klartext zu erfassen.
3. Unsichere Cloud-Anbindung
Die meisten Steckdosen kommunizieren über Herstellerserver. Sind diese schlecht gesichert oder in Ländern mit schwachem Datenschutz angesiedelt, sind Ihre Daten gefährdet. Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht warnt ausdrücklich vor problematischen Datentransfers in Drittländer.
Welche Daten sammeln smarte Steckdosen?
Für ihren Betrieb verarbeiten diese Geräte verschiedene personenbezogene Daten. Sie sollten wissen, welche das sind:
- Nutzungsdaten: Zeitpunkt und Dauer von Schaltvorgängen. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf Ihren Tagesablauf und Ihre Anwesenheit ziehen.
- Energieverbrauchsdaten: Viele Modelle messen den Stromverbrauch des angeschlossenen Geräts.
- Netzwerkdaten: IP- und MAC-Adressen sowie Informationen zu Ihrem WLAN.
- Kontodaten: Bei Premium-Diensten werden Zahlungsinformationen gespeichert.
Entscheidend ist, ob diese Daten nur lokal verarbeitet oder an den Hersteller und mögliche Dritte übertragen werden. Lesen Sie dazu immer die Datenschutzerklärung.
Praktische Sicherheitsmaßnahmen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Mit diesen konkreten Schritten erhöhen Sie die Sicherheit deutlich.
Schritt 1: Die richtige Wahl vor dem Kauf
- Herstellerreputation: Bevorzugen Sie etablierte Marken mit gutem Sicherheitsruf.
- Lokale Verarbeitung: Geräte mit lokalen Protokollen wie Zigbee oder Z-Wave und einem Hub sind oft sicherer als reine Cloud-WLAN-Modelle. Für die Integration hilft unser Ratgeber Smart Home erweitern.
- Update-Garantie: Stellen Sie sicher, dass der Hersteller regelmäßige Sicherheitsupdates bereitstellt. Initiativen wie das geplante „Recht auf Reparatur“ fördern hier Transparenz.
Schritt 2: Sichere Einrichtung
- Starke Passwörter: Ändern Sie sofort alle Standardpasswörter. Verwenden Sie einen Passwortmanager für einzigartige, komplexe Passwörter.
- Gastnetzwerk nutzen: Verbinden Sie smarte Steckdosen mit einem separaten Gast-WLAN. So isolieren Sie sie von Ihren Hauptgeräten.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA): Aktivieren Sie 2FA für Ihr Herstellerkonto, falls verfügbar.
Schritt 3: Sicherer Betrieb
- Updates sofort installieren: Installieren Sie Firmware-Updates umgehend, um bekannte Lücken zu schließen.
- Netzwerk überwachen: Prüfen Sie regelmäßig die Geräteliste in Ihrer Router-Oberfläche auf unbekannte Einträge.
- Berechtigungen minimieren: Erteilen Sie der Smart-Home-App auf dem Smartphone nur die absolut notwendigen Rechte.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bietet fundierte Leitlinien für ein sicheres Smart Home.
Best Practices: Dos and Don’ts
| Empfohlene Maßnahmen | Zu vermeidende Fehler |
|---|---|
| Geräte mit aktuellen Sicherheitsstandards (WPA3, TLS) kaufen. | Billig-No-Name-Produkte ohne erkennbaren Hersteller verwenden. |
| Datenschutzeinstellungen in der App kritisch überprüfen und anpassen. | Datensammlungsfunktionen wie „Verbesserungsprogramme“ ungeprüft aktivieren. |
| Bei längerer Abwesenheit Geräte physisch vom Strom trennen. | Smarte Steckdosen für sicherheitskritische Geräte wie Herd oder Alarmanlage nutzen. |
| Stromverbrauch im Auge behalten, um Unregelmäßigkeiten zu erkennen. Unser Artikel Smart Home Stromkosten bietet Hilfe. | Dasselbe Passwort für Smart-Home-Konto und andere sensible Dienste verwenden. |
FAQ: Häufige Fragen zu Sicherheit und Datenschutz
Können Hacker über meine smarte Steckdose auf mein Heimnetzwerk zugreifen?
Ja, eine schlecht gesicherte Steckdose kann als Einfallstor dienen. Angreifer könnten versuchen, von dort aus andere Geräte im Netzwerk zu erreichen. Die Isolierung im Gastnetzwerk ist ein wichtiger Schutz.
Werden meine Nutzungsdaten an Dritte verkauft?
Das kommt auf den Hersteller an. Einige nutzen aggregierte Daten für Produktverbesserung oder Marketing. Prüfen Sie die Datenschutzerklärung und deaktivieren Sie Datenfreigaben in den App-Einstellungen.
Brauche ich für smarte Steckdosen zwingend eine Internetverbindung?
Nicht für alle Typen. Reine WLAN-Steckdosen benötigen oft eine Cloud. Geräte mit lokalen Protokollen wie Zigbee funktionieren über einen heimischen Hub, ohne dass Daten das lokale Netzwerk verlassen müssen.
Sind teurere smarte Steckdosen automatisch sicherer?
Nicht automatisch, aber die Wahrscheinlichkeit ist höher. Etablierte Marken investieren meist mehr in Sicherheitsentwicklung, regelmäßige Updates und Support.
Was passiert mit meinen Daten, wenn der Hersteller pleitegeht?
Ein unterschätztes Risiko. Cloud-Dienste könnten eingestellt und Sicherheitsupdates eingestellt werden. Bevorzugen Sie daher herstellerunabhängige, lokale Lösungen oder achten Sie auf die Stabilität des Anbieters.
Kann ich eine smarte Steckdose auch komplett offline nutzen?
Für die Grundfunktion per App ist eine Verbindung (lokal oder Internet) nötig. Sie können im Router den Internetzugang für das Gerät blockieren. Dann funktioniert es nur noch innerhalb Ihres Heimnetzwerks.
Zum Hauptartikel (Pillar)
Smarte Steckdosen: Kompletter Ratgeber für Einrichtung, Nutzung und Energiesparen
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Quellen
- Was ist das Risiko von Smart Home? – Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht
- Smarthome – den Wohnraum sicher vernetzen – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
- So soll das geplante „Recht auf Reparatur“ aussehen – tagesschau.de






