Standby-Kosten berechnen: Einfache Formel und Rechenbeispiele für Ihr Zuhause

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Sie kennen das: Das rote Lämpchen am Fernseher, das Netzteil, das warm bleibt, oder die Uhr auf der Mikrowelle. Diese scheinbar harmlosen Anzeichen verraten den Standby-Verbrauch, der Ihre Stromrechnung unnötig erhöht. Mit einer einfachen Formel und konkreten Rechenbeispielen berechnen Sie die finanziellen Auswirkungen für Ihren Haushalt und lernen, wie Sie gezielt gegensteuern.

Die Formel zur Berechnung der Standby-Kosten

Sie benötigen nur drei Informationen: die Leistungsaufnahme des Geräts im Standby-Betrieb in Watt, die tägliche Standby-Dauer in Stunden und Ihren Arbeitspreis für Strom in Cent pro Kilowattstunde.

Die grundlegende Formel lautet:

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Jährliche Standby-Kosten (in €) = (Leistung in Watt × Stunden pro Tag × 365 Tage) / 1000 × Strompreis (€/kWh)

Vereinfachen Sie die Rechnung, indem Sie zunächst den jährlichen Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) ermitteln und diesen mit Ihrem Strompreis multiplizieren.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Berechnung

  1. Leistung ermitteln: Messen Sie die Leistungsaufnahme mit einem Energiemessgerät. Alternativ finden Sie den Wert in der Bedienungsanleitung oder auf dem Typenschild.
  2. Zeit bestimmen: Legen Sie fest, wie viele Stunden das Gerät täglich im Standby ist. Bei Routern sind es oft 24 Stunden, bei einem Fernseher beispielsweise 20 Stunden.
  3. Strompreis kennen: Entnehmen Sie den Arbeitspreis in Cent pro kWh Ihrer Stromrechnung. Teilen Sie diesen Cent-Betrag durch 100 für den Preis in Euro (z.B. 35 Cent = 0,35 €).
  4. Einsetzen und rechnen: Setzen Sie alle Werte in die Formel ein.

Rechenbeispiele: Vom Einzelgerät zum gesamten Haushalt

Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Berechnung mit einem angenommenen Strompreis von 35 Cent pro kWh.

Beispiel 1: Fernseher mit Set-Top-Box

  • Gerät: Flachbildfernseher (55 Zoll) und TV-Receiver
  • Standby-Leistung: TV: 0,5 Watt, Receiver: 6 Watt
  • Standby-Dauer: 20 Stunden pro Tag
  • Berechnung TV: (0,5 W × 20 h × 365) / 1000 = 3,65 kWh × 0,35 € = 1,28 € pro Jahr
  • Berechnung Receiver: (6 W × 20 h × 365) / 1000 = 43,8 kWh × 0,35 € = 15,33 € pro Jahr
  • Gesamtkosten: ca. 16,61 € jährlich.

Beispiel 2: Computer-Arbeitsplatz

  • Geräte: Desktop-PC, zwei Monitore, Drucker, Lautsprecher
  • Durchschnittliche Standby-Leistung gesamt: geschätzt 15 Watt
  • Standby-Dauer: 16 Stunden pro Tag
  • Berechnung: (15 W × 16 h × 365) / 1000 = 87,6 kWh × 0,35 € = 30,66 € pro Jahr

Beispiel 3: Mehrfachstecker mit Netzteilen

Steckernetzteile verbrauchen oft weiterhin Strom, auch wenn das Hauptgerät nicht aktiv oder vollgeladen ist.

  • Gerät: 3 Steckernetzteile à durchschnittlich 2 Watt
  • Standby-Leistung gesamt: 6 Watt
  • Standby-Dauer: 24 Stunden pro Tag
  • Berechnung: (6 W × 24 h × 365) / 1000 = 52,56 kWh × 0,35 € = 18,40 € pro Jahr

Die große Summe: Der gesamte Haushalt im Standby

Einzelne Beträge wirken gering. In der Summe entsteht jedoch eine relevante Größenordnung. Ein Haushalt mit 10 bis 20 Geräten im Standby kann leicht auf folgende Werte kommen:

  • 15 Geräte mit einer durchschnittlichen Standby-Leistung von 3 Watt
  • Durchschnittliche Standby-Dauer: 18 Stunden/Tag
  • Berechnung: (15 × 3 W × 18 h × 365) / 1000 = 295,65 kWh × 0,35 € = über 100 € pro Jahr

Diese Summe zahlen Sie jährlich ohne Nutzen. Gezielte Maßnahmen können einen Großteil einsparen.

Praktische Tipps zur Reduzierung der Standby-Kosten

  1. Abschaltbare Steckdosenleisten nutzen: Schalten Sie Gerätegruppen wie Unterhaltungselektronik komplett stromlos, wenn sie nicht gebraucht werden.
  2. Netzteile ziehen: Entfernen Sie Ladegeräte und Netzteile aus der Steckdose, sobald das Gerät vollgeladen ist.
  3. Einstellungen prüfen: Nutzen Sie bei Geräten den „Eco-“ oder einen echten „Aus“-Modus, um den Verbrauch zu senken.
  4. Kaufentscheidung: Achten Sie beim Neukauf auf einen niedrigen Standby-Verbrauch, idealerweise unter 0,5 Watt.

FAQ: Häufige Fragen zu Standby-Kosten

Wie finde ich heraus, wie viel Watt ein Gerät im Standby verbraucht?

Am genauesten messen Sie den Verbrauch mit einem Energiemessgerät zwischen Steckdose und Gerät. Diese sind preisgünstig erhältlich oder können bei Energieberatungsstellen ausgeliehen werden.

Schadet das häufige Ein- und Ausschalten per Steckdosenleiste meinen Geräten?

Nein, für die allermeisten modernen Elektrogeräte ist das unbedenklich. Der leichte Einschaltstrom ist vernachlässigbar und verursacht keinen nennenswerten Verschleiß. Der finanzielle Vorteil überwiegt deutlich.

Sind neue Geräte nicht viel sparsamer im Standby?

Ja, dank gesetzlicher Vorgaben ist der Standby-Verbrauch neuer Geräte stark begrenzt, oft auf unter 0,5 Watt. Ältere Geräte, insbesondere von vor 2010, können jedoch noch 10 Watt und mehr verbrauchen.

Muss mein Router immer an sein? Verbraucht er viel?

Ein moderner WLAN-Router verbraucht im Dauerbetrieb etwa 5-10 Watt. Das summiert sich auf 44-88 kWh/Jahr (ca. 15-31 €). Ein Abschalten über Nacht spart Strom, kann aber zu Komforteinbußen führen.

Was ist der Unterschied zwischen Standby und Schein-Aus?

Viele Geräte haben keinen echten Netzschalter mehr. Bei „Schein-Aus“ erhält das Gerät weiterhin eine geringe Spannung, z.B. für den Fernbedienungsempfänger. Nur das Ziehen des Steckers oder das Abschalten per Steckdosenleiste sorgt für Null-Verbrauch.

Lohnt sich die Anschaffung von „Smart Plugs“ zum Steuern des Standby-Betriebs?

Smart Plugs können sinnvoll sein, um schwer erreichbare Steckdosen zu schalten oder Zeitpläne zu automatisieren. Beachten Sie, dass der Smart Plug selbst einen minimalen Eigenverbrauch (ca. 1-2 Watt) hat. Der Einsatz lohnt sich vor allem für Gerätegruppen mit hohem Standby-Verbrauch.

Zum Hauptartikel (Pillar)

Standby-Verbrauch im Haushalt: Die systematische Anleitung zum Finden und Stoppen heimlicher Stromfresser

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Quellen

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