Standby Kosten senken: So reduzieren Sie versteckte Stromkosten effektiv

Steckdosenleiste mit angeschlossenen Elektrogeräten im Standby-Modus

Sie schalten den Fernseher aus, doch das kleine rote Lämpchen leuchtet weiter. Ihr Drucker ist scheinbar inaktiv, verbraucht aber trotzdem Strom. Diese versteckten Energiekosten summieren sich im Laufe eines Jahres zu einer beachtlichen Summe. Mit gezielten Maßnahmen können Sie Ihre Standby-Kosten senken, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie.

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Was ist Standby-Verbrauch und warum ist er teuer?

Der Standby-Verbrauch (auch Leerlaufverlust genannt) bezeichnet den Strom, den ein Elektrogerät aufnimmt, obwohl es seine Hauptfunktion nicht erfüllt. Das Gerät ist scheinbar aus, bleibt aber netzbereit für Signale einer Fernbedienung, aktualisiert Software im Hintergrund oder hält einfach nur eine Uhr oder ein Display am Laufen. Das Problem: Dieser Verbrauch ist permanent – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Laut der Umweltbundesamt können die Leerlaufverluste in einem durchschnittlichen Haushalt bis zu 10 % der gesamten Stromrechnung ausmachen. Das sind mehrere hundert Euro, die Sie buchstäblich für Nichts ausgeben.

Diese Geräte sind die größten Stromfresser im Standby-Modus

Nicht alle Geräte verursachen gleich hohe Standby-Kosten. Besonders ins Gewicht fallen ältere Geräte sowie solche mit Netzteil, dauerhafter Netzwerkverbindung oder Display. Um einen Überblick zu bekommen, hilft eine konkrete Auflistung der typischen Verdächtigen.

Standby-Verbrauch und Jahreskosten typischer Haushaltsgeräte
Gerät Durchschnittlicher Standby-Verbrauch (Watt) Kosten pro Jahr (bei 0,35 €/kWh)
Gaming-PC 5 – 15 Watt 15 – 46 €
Multifunktionsdrucker 5 – 10 Watt 15 – 31 €
Kaffeemaschine mit Display 2 – 5 Watt 6 – 15 €
Fernseher (älteres Modell) 3 – 10 Watt 9 – 31 €
SAT-Receiver / Set-Top-Box 10 – 20 Watt 31 – 61 €

Wie Sie sehen, können allein ein paar dieser Geräte schnell über 100 € pro Jahr an unnötigen Kosten verursachen. Vergleichen Sie das mit den Stromkosten eines Kühlschranks, der eine aktive Kühlleistung erbringt.

Schritt-für-Schritt: So messen Sie Ihren eigenen Standby-Verbrauch

Um gezielt Ihre Standby-Kosten zu senken, müssen Sie wissen, wo die Verbraucher sitzen. So gehen Sie vor:

  1. Strommessgerät besorgen: Leihen Sie ein solches Gerät bei einer Verbraucherzentrale, einer Bibliothek oder kaufen Sie es für kleines Geld im Fachhandel.
  2. Gerät anschließen: Stecken Sie das Messgerät in die Steckdose und dann das zu testende Elektrogerät in das Messgerät.
  3. Verbrauch ablesen: Schalten Sie das Gerät in den Standby-Modus („Ausschalten“ per Fernbedienung). Das Messgerät zeigt nun den aktuellen Verbrauch in Watt an.
  4. Kosten berechnen: Multiplizieren Sie den Watt-Wert mit den Stunden im Jahr (8.760) und teilen Sie durch 1.000, um Kilowattstunden (kWh) zu erhalten. Multiplizieren Sie mit Ihrem Strompreis (z.B. 0,35 €). Eine detaillierte Anleitung finden Sie in unserem Artikel Stromverbrauch kWh berechnen.

Effektive Lösungen: Vom Steckerziehen bis zur schaltbaren Steckdosenleiste

Die gute Nachricht: Gegen Standby-Verbrauch gibt es einfache und kostengünstige Abhilfe. Welche Maßnahme für Sie passt, hängt von der Gerätegruppe und Ihrem Komfortbedürfnis ab.

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Vergleich: Einfache Lösungen gegen Standby-Verbrauch
Maßnahme Kosten (ca.) Ersparnis pro Jahr (Beispiel) Komfort-Einschränkung
Manuelles Steckerziehen 0 € Bis zu 60 € (z.B. bei Receiver) Hoch (ständiges Bücken, Stecker suchen)
Schaltbare Steckdosenleiste 5 – 15 € Bis zu 100 € (für mehrere Geräte) Gering (ein Knopfdruck schaltet alles)
Master-Slave-Steckdosenleiste 25 – 50 € Individuell Sehr gering (automatisches Abschalten)
Smart Home Steckdose 15 – 40 € Individuell Keine (Steuerung per App/Zeitschaltung)

Praktische Tipps:

  • Büro- & Entertainmentbereich: PC, Monitor, Drucker und Lautsprecher an eine schaltbare Steckdosenleiste anschließen und nachts/bei Abwesenheit ausschalten.
  • Küche: Kaffeemaschine, Mikrowelle mit Uhr und Toaster vom Netz trennen. Achten Sie hier auf einfachen Zugang.
  • Wohnzimmer: Fernseher, Receiver, Soundbar und Spielkonsole sind ideale Kandidaten für eine Master-Slave-Leiste. Schalten Sie den TV aus, gehen alle Peripheriegeräte mit.

Für eine umfassende Strategie zum Stromkosten senken kombinieren Sie diese Maßnahmen mit anderen Tipps, wie zum Beispiel zum energiesparenden Waschen.

Langfristig sparen: Worauf Sie beim Neukauf von Geräten achten sollten

Die effektivste Methode, Standby-Kosten zu senken, ist der Kauf sparsamer Geräte von vornherein.

  • Energieeffizienzlabel: Achten Sie nicht nur auf die Effizienzklasse im Betrieb, sondern auch auf den angegebenen Standby-Verbrauch.
  • EU-Ökodesign-Richtlinie: Sie begrenzt den maximal erlaubten Standby-Verbrauch neuer Geräte. Aktuelle Modelle dürfen im Netzwerk-Standby meist nicht mehr als 2-5 Watt verbrauchen, im einfachen Standby oft nur noch 0,5 Watt.
  • Echter Netzschalter: Bevorzugen Sie Geräte mit einem physischen Ein-/Ausschalter, der das Gerät vollständig vom Netz trennt.
  • „No-Load“-Verbrauch prüfen: Besonders bei externen Netzteilen (z.B. für Laptops, Router) lohnt ein Blick auf die Effizienz. Gute Modelle haben einen sehr geringen Verbrauch, wenn kein Gerät angeschlossen ist.

Investitionen in sparsame Geräte lohnen sich. Förderungen für energieeffiziente Elektronik finden Sie beispielsweise bei der KfW. Denken Sie auch an andere Großgeräte: Beim Neukauf eines Kühlschranks helfen Ihnen unsere Ratgeber, die richtigen Energiespartipps zu beachten und den Stromverbrauch korrekt zu berechnen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Standby-Kosten

Was versteht man genau unter Standby-Verbrauch?

Standby-Verbrauch ist der Strom, den ein Elektrogerät im scheinbar ausgeschalteten Zustand zieht, um bestimmte Funktionen wie Fernbedienungsempfang, Zeitanzeige, Netzwerkbereitschaft oder schnelles Hochfahren aufrechtzuerhalten.

Wie kann ich den Standby-Verbrauch eines Geräts selbst messen?

Am einfachsten geht das mit einem Strommessgerät (Energiekostenmessgerät). Stecken Sie es zwischen Steckdose und Gerät, schalten Sie das Gerät in den Standby-Modus und lesen Sie die Leistungsaufnahme in Watt ab.

Sind Steckdosenleisten mit Schalter eine sichere Lösung?

Ja, qualitativ hochwertige Steckdosenleisten mit Schalter und ausreichender Belastbarkeit (mind. 3.500 Watt) sind eine sichere und vom Verbraucherzentrale empfohlene Methode, um mehrere Geräte gleichzeitig komplett vom Netz zu trennen.

Schadet häufiges Ein- und Ausschalten den Geräten?

Bei den meisten modernen Elektronikgeräten ist das kein Problem. Der leichte Stromstoß beim Einschalten ist weniger schädlich als der Dauerbetrieb im Standby, der zu Verschleiß durch Wärmeentwicklung führen kann. Bei Geräten mit Festplatten (z.B. ältere Receiver) sollte man etwas zurückhaltender sein.

Gibt es Geräte, die nie komplett vom Netz getrennt werden sollten?

Ja. Dazu gehören z.B. Kühl- und Gefrierschränke, Heizungsumwälzpumpen, Alarm- und Gefahrenmeldeanlagen, Router/Festnetztelefone (wenn benötigt) und Geräte mit laufenden Updates oder wichtigen Zeiteinstellungen (wie einige programmierbare Kaffeemaschinen). Im Zweifel prüfen Sie die Bedienungsanleitung.

Wo finde ich Angaben zum Standby-Verbrauch auf neuen Geräten?

Die Angabe ist gesetzlich vorgeschrieben und findet sich auf dem EU-Energielabel sowie in der technischen Produktdokumentation. Oft wird sie als „Leistungsaufnahme im Aus-Zustand“ oder „Standby-Leistung“ in Watt angegeben.

Quellen & weiterführende Links

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