
Sie glauben, Ihr Fernseher ist aus? Oft täuscht der Eindruck. Viele Elektrogeräte ziehen auch im scheinbaren Ruhezustand weiterhin Strom aus der Steckdose – und das rund um die Uhr. Diese versteckte Bereitschaft, der sogenannte Standby-Verbrauch, summiert sich im Laufe eines Jahres zu einer spürbaren Belastung für Ihren Geldbeutel.
In einem durchschnittlichen deutschen Haushalt entfallen etwa zehn Prozent des gesamten Stromverbrauchs auf diese heimlichen Verbraucher. Das Gute ist: Sie können diese Kosten mit einfachen Mitteln deutlich reduzieren. Es geht nicht um Verzicht, sondern um kluges Management Iheimischer Energieflüsse.
Wo versteckt sich der meiste Standby-Strom?

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Nicht jedes Gerät ist ein gleichermaßen großer „Sünder“. Besonders ins Gewicht fallen oft:
Unterhaltungselektronik von gestern
Ältere Fernseher, Stereoanlagen oder Satellitenreceiver, die vor 2010 gekauft wurden, können im Standby-Modus noch 5 bis 15 Watt und mehr verbrauchen. Ein alter Röhrenfernseher mit Decoder kann so im Jahr über 20 Euro unnötige Stromkosten verursachen.
Immer aktive Netzteil-Adapter
Diese kleinen, oft warmen Stecker-Block-Adapter für Laptops, Rasierer oder elektrische Zahnbürsten wandeln ständig Strom um – selbst wenn das Hauptgerät gar nicht angeschlossen ist. Ein einzelnes Netzteil verbraucht dabei durchschnittlich 1 bis 3 Watt.
Geräte mit Komfort-Funktionen
Die beleuchtete Uhr an der Kaffeemaschine, die Digitalanzeige der Mikrowelle oder das Blinklicht am Anrufbeantworter benötigen dauerhaft Energie. Diese kleinen Features sind oft die Ursache für den Standby-Verbrauch.
Smarte Geräte im Dauerbetrieb
Smarte Lautsprecher, Steckdosen oder Überwachungskammern müssen ständig „online“ sein, um auf Sprachbefehle oder App-Steuerungen zu reagieren. Hier lohnt ein genauer Blick auf die Herstellerangaben zum Standby-Verbrauch.
Praktische Maßnahmen für Ihren Alltag
Die Reduzierung des Standby-Verbrauchs ist einfacher, als viele denken. Oft reichen kleine Routinen.
Die mächtigste Waffe: Die schaltbare Steckdosenleiste
Sie ist der einfachste und effektivste Helfer. Schließen Sie mehrere Geräte einer Nutzungsgruppe (z.B. TV, Receiver, Soundbar) an eine Leiste an und trennen Sie diese nachts oder bei längerer Abwesenheit mit einem Klick komplett vom Netz.
Intelligente Steckdosenleisten nutzen
Sogenannte Master-Slave-Leisten schalten periphere Geräte wie Lautsprecher oder Drucker automatisch ab, sobald das Hauptgerät (z.B. der PC) ausgeschaltet wird. Das spart Denkarbeit.
Den richtigen Ausschalter finden
Viele moderne Geräte haben neben dem Standby-Knopf der Fernbedienung einen echten Netzschalter an der Seite oder Rückseite. Nutzen Sie diesen, um den Stromfluss vollständig zu unterbrechen.
Ladegeräte und Netzteile abziehen
Gewöhnen Sie sich an, Ladegeräte für Smartphones, Tablets und Laptops nach dem Laden aus der Steckdose zu ziehen. Das gilt auch für die Ladestation der elektrischen Zahnbürste.
Energiesparfunktionen aktivieren
Nutzen Sie die automatischen Abschalt- oder Schlafmodus-Funktionen an PC, Monitor und Drucker. Stellen Sie die Zeitintervalle so kurz wie praktikabel ein (z.B. 10-15 Minuten Inaktivität).
Hilfsmittel für mehr Durchblick
Um den versteckten Verbrauch sichtbar zu machen, können kleine Investitionen helfen.
Das Energiekostenmessgerät
Für wenige Euro stecken Sie dieses kleine Gerät zwischen Steckdose und Verbraucher. Es zeigt den aktuellen und kumulierten Verbrauch an – oft eine überraschende Erfahrung, die das Problem greifbar macht.
Smarte Steckdosen zur Automatisierung
Diese WLAN-Steckdosen lassen sich per App oder Sprachbefehl steuern und mit Zeitplänen versehen. So können Sie die Heimelektronik ab 23 Uhr automatisch abschalten. Beachten Sie: Die smarte Steckdose selbst verbraucht eine minimale Menge Strom.
Beim Neukauf auf Effizienz achten
Die beste Maßnahme ist, den Standby-Verbrauch von vornherein gering zu halten. Achten Sie beim Kauf neuer Geräte auf:
- Niedrige Standby-Leistung (idealerweise unter 0,5 Watt).
- Das EU-Energielabel.
- Einen echten, leicht erreichbaren Netzschalter.
Seit 2013 gilt in der EU für viele Neugeräte ein Grenzwert von 0,5 Watt im Aus-Zustand.
Häufige Fragen
Kann es meinen Geräten schaden, sie immer komplett vom Strom zu trennen?
Für die allermeisten modernen Haushaltsgeräte ist das unproblematisch. Eine Ausnahme können ältere SAT-Receiver sein, die eventuell längere Updates benötigen, oder spezielle Geräte mit Puffer-Akkus (wie manche Heizungsthermostate). Im Zweifel hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung. Drucker profitieren manchmal sogar von einem gelegentlichen Komplett-Ausschalten, da dabei der Speicher geleert wird.
Lohnt sich das Abschalten überhaupt noch bei modernen, effizienten Geräten?
Ein einzelnes modernes Gerät mit unter 0,5 Watt Standby-Leistung verursacht nur sehr geringe Kosten (oft unter 1 Euro pro Jahr). Entscheidend ist der kumulierte Effekt: Ein Haushalt hat leicht 15 oder mehr solcher Geräte. Zusammen summieren sich auch diese kleinen Beträge zu 30, 50 Euro oder mehr im Jahr. Zudem ist es ein Beitrag zur bewussten Ressourcennutzung.
Was ist eigentlich der genaue Unterschied zwischen ‚Aus‘ und ‚Standby‘?
Im Standby-Modus (oft durch eine rote LED signalisiert) ist das Gerät nicht voll funktionsfähig, hält aber Teile der Elektronik aktiv, um schnell per Fernbedienung starten zu können. Der ‚Aus‘-Zustand (Off-Mode) bedeutet, dass keine Funktionen mehr bereitgehalten werden. Bei Neugeräten muss dieser Zustand per Netzschalter oder durch Ziehen des Steckers erreichbar sein, und der Verbrauch ist hier gesetzlich strenger begrenzt als im Standby.
Den Standby-Stromverbrauch zu senken, ist eine Frage der Aufmerksamkeit und einfacher Gewohnheiten. Beginnen Sie damit, die größten Verbraucher – oft die Unterhaltungselektronik – mit einer schaltbaren Steckdosenleiste zu bändigen. Gewöhnen Sie sich an, Netzteile nach Gebrauch abzuziehen. Die einmalige Investition in ein Messgerät oder eine Master-Slave-Steckdosenleiste amortisiert sich meist innerhalb eines Jahres durch die eingesparten Stromkosten. Jede Kilowattstunde, die so nicht unnötig verbraucht wird, entlastet nicht nur Ihr Budget, sondern auch die Umwelt.






