Standby-Verbrauch messen und Stromkosten berechnen | Praktische Anleitung

Energiemessgerät und schaltbare Steckdosenleiste mit Unterhaltungselektronik im Haushalt

Ein leuchtendes Lämpchen am Fernseher, ein Display an der Kaffeemaschine oder ein Netzwerkmodus beim Drucker – viele Geräte verbrauchen auch dann Strom, wenn sie scheinbar ausgeschaltet sind. Dieser Standby-Betrieb summiert sich im Laufe des Jahres zu einer beachtlichen Summe auf Ihrer Stromrechnung. Die gute Nachricht: Sie können diese versteckten Kosten ganz einfach selbst aufdecken. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie den Standby-Verbrauch Ihrer Haushaltsgeräte praktisch messen und die daraus resultierenden Kosten konkret berechnen.

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Was ist Standby-Verbrauch und warum kostet er Geld?

Standby-Verbrauch bezeichnet den Strom, den ein elektrisches Gerät aufnimmt, obwohl es seine Hauptfunktion nicht erfüllt. Es ist also „bereit“, um per Fernbedienung, Timer oder anderen Signalen sofort wieder aktiv zu werden. Moderne Geräte benötigen für diesen Bereitschaftszustand zwar weniger Energie als frühere Modelle, doch durch die schiere Anzahl an Elektrogeräten in einem durchschnittlichen Haushalt entsteht ein permanenter Grundverbrauch. Da dieser Verbrauch 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr anfällt, summieren sich auch kleine Leistungen in Watt zu relevanten Kilowattstunden und schließlich zu spürbaren Kosten.

Diese Geräte sind die größten Standby-Stromfresser

Nicht alle Geräte ziehen im Standby gleich viel Strom. Besonders ältere Modelle und Geräte mit permanent aktiven Zusatzfunktionen (wie Uhren, Netzwerkempfang oder Schnellstart-Features) sind oft die Hauptverursacher.

Elektronik & Unterhaltung: Fernseher, Receiver & Co.

Die Unterhaltungselektronik ist ein klassischer Bereich für hohen Standby-Verbrauch. Dazu zählen nicht nur Fernseher, sondern auch Set-Top-Boxen, Receiver, AV-Receiver, Soundbars und Spielekonsolen. Besonders energieintensiv ist oft der „Schnellstart“- oder „Instant-On“-Modus, der den vollen Betrieb innerhalb von Sekunden ermöglicht.

Küchengeräte: Von der Kaffeemaschine bis zum Backofen

In der Küche lauern viele versteckte Verbraucher: Kaffeemaschinen mit programmierbarer Uhr, Mikrowellen mit elektronischem Display, Backöfen mit digitaler Uhr und Steuerung oder auch Wasserkocher mit Standby-Taste. Oft ist es nur ein kleines Display, das durchgehend leuchtet und Strom zieht.

Büro & Home-Office: Drucker, PC und Monitore

Drucker, die im Netzwerk auf einen Druckauftrag warten, Computer im Sleep-Modus oder externe Festplatten, die permanent mit Strom versorgt werden, tragen ebenfalls bei. Auch Ladegeräte für Laptops und Handys, die in der Steckdose bleiben, verbrauchen oft minimal Strom, selbst wenn kein Gerät angeschlossen ist.

So messen Sie den Standby-Verbrauch selbst – Schritt für Schritt

Um Gewissheit zu bekommen, müssen Sie den Verbrauch Ihrer eigenen Geräte messen. Das ist einfacher, als Sie denken.

Methode 1: Messen mit einer Energiekostenmesssteckdose

Die einfachste und genaueste Methode für den Hausgebrauch. Eine Energiekostenmesssteckdose (oft umgangssprachlich Strommessgerät genannt) stecken Sie zwischen Steckdose und das zu messende Gerät. Schalten Sie das Gerät in den Standby-Modus oder scheinbar aus. Das Messgerät zeigt Ihnen nach kurzer Zeit die aktuelle Leistungsaufnahme in Watt (W) an. Notieren Sie diesen Wert. Hochwertige Geräte können oft auch den Verbrauch über einen Zeitraum (in kWh) und die daraus resultierenden Kosten direkt anzeigen, wenn Sie Ihren Strompreis eingeben.

Methode 2: Ablesen des Verbrauchs am Stromzähler

Für diese Methode benötigen Sie einen digitalen Stromzähler. Schalten Sie alle sicher abschaltbaren Geräte im Haushalt komplett aus oder ziehen Sie deren Stecker. Beobachten Sie nun Ihren Zählerstand. Wenn sich die Anzeige der verbrauchten Kilowattstunden (kWh) trotzdem noch langsam weiterdreht, ist das der Grundverbrauch durch Geräte, die Sie nicht ausgeschaltet haben (wie Kühlschrank, Router) und durch alle aktiven Standby-Verbräuche. Durch gezieltes Ein- und Ausschalten von Gerätegruppen können Sie so grob eingrenzen, welche Geräte wie viel beitragen.

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Standby-Kosten berechnen: Formel und Beispiele

Mit dem gemessenen Wert können Sie nun die jährlichen Kosten ermitteln.

Einfache Formel für Ihre persönliche Berechnung

Die Berechnung erfolgt in drei Schritten:
1. Leistung (Watt) in Kilowatt umrechnen: Gemessene Wattzahl ÷ 1000 = Kilowatt (kW).
2. Jährlichen Verbrauch ermitteln: kW × 24 Stunden × 365 Tage = Verbrauch in kWh pro Jahr.
3. Kosten berechnen: kWh pro Jahr × Arbeitspreis Ihres Stromtarifs (in €/kWh) = Jahreskosten.

Beispiel für ein Gerät mit 3 Watt Standby:
3 W ÷ 1000 = 0,003 kW
0,003 kW × 24 h × 365 d = 26,28 kWh/Jahr
26,28 kWh × 0,35 €/kWh = 9,20 € pro Jahr

Beispielrechnung für einen Haushalt mit 10 Standby-Geräten

Angenommen, Sie haben 10 Geräte mit einem durchschnittlichen Standby-Verbrauch von je 4 Watt. Das ergibt einen Gesamt-Dauerbetrieb von 40 Watt.
40 W = 0,04 kW
0,04 kW × 24 h × 365 d = 350,4 kWh/Jahr
350,4 kWh × 0,35 €/kWh = 122,64 € pro Jahr
Allein für den Standby-Betrieb! Hier wird das Einsparpotenzial deutlich.

Durchschnittlicher Standby-Verbrauch häufiger Haushaltsgeräte
Gerät Möglicher Standby-Verbrauch (Watt) Kosten pro Jahr (bei 0,35 €/kWh)*
Fernseher (älteres Modell) 1-5 Watt 3,06 – 15,33 €
Spielekonsole (Bereitschaftsmodus) 2-10 Watt 6,13 – 30,66 €
Kaffeemaschine mit Uhr 1-3 Watt 3,06 – 9,20 €
Mikrowelle mit Display 2-5 Watt 6,13 – 15,33 €
Drucker im Netzwerk 3-8 Watt 9,20 – 24,53 €
Ladegerät (ohne Gerät) 0,1-0,5 Watt 0,31 – 1,53 €

*Die Berechnung dient der Veranschaulichung. Ihr tatsächlicher Strompreis kann abweichen.

Effektive Maßnahmen: So reduzieren Sie den Standby-Verbrauch

Stecker ziehen oder schaltbare Steckdosenleiste nutzen

Die effektivste Methode: Trennen Sie Geräte, die Sie nicht benötigen, komplett vom Netz. Praktischer als ständiges Steckerziehen sind schaltbare Steckdosenleisten. Schließen Sie beispielsweise Fernseher, Soundbar und Spielekonsole an eine Leiste an und schalten Sie diese nach Gebrauch mit einem Klick aus. Achten Sie darauf, dass die Leiste keinen eigenen Standby-Verbrauch hat.

Geräteeinstellungen optimieren: Eco-Modus & automatische Abschaltung

Viele Geräte bieten in den Menüs Energiespareinstellungen. Deaktivieren Sie bei Fernsehern und Konsolen den „Schnellstart“-Modus zugunsten eines echten Eco-Standby. Stellen Sie bei Monitoren und PCs kurze Zeiten für den automatischen Übergang in den Sleep-Modus ein. Drucker können oft so konfiguriert werden, dass sie nach einer gewissen Inaktivitätszeit in einen sparsameren Modus wechseln.

Investition in moderne, sparsame Geräte

Bei einer geplanten Neuanschaffung lohnt ein Blick auf den Energieverbrauch im Aus-Zustand. Die EU-Energielabel geben hier zwar keine direkte Auskunft, aber Herstellerangaben oder Tests von Verbraucherorganisationen wie der Stiftung Warentest helfen weiter. Moderne Geräte halten oft die gesetzlichen Grenzwerte für den Standby-Verbrauch (meist unter 0,5-1 Watt) ein.

Vergleich: Einsparpotenzial durch Abschaltung vs. Standby
Maßnahme Ersparnis pro Gerät und Jahr Cumulated-Effekt bei 5 Geräten
Nutzung schaltbarer Steckdosenleiste Bis zu 15 € Bis zu 75 €
Deaktivierung unnötiger Netzwerkfunktionen Bis zu 10 € Bis zu 50 €
Austausch sehr alter Geräte (10+ Jahre) Bis zu 25 € Bis zu 125 € (bei Austausch)
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Checkliste: Ihr Aktionsplan gegen Standby-Kosten

  • Bestandsaufnahme: Gehen Sie durch alle Räume und identifizieren Sie Geräte mit Standby-Anzeichen (Lämpchen, Displays).
  • Messphase: Leihen oder kaufen Sie eine Energiekostenmesssteckdose und messen Sie die größten Verdächtigen.
  • Berechnung: Rechnen Sie für die Top 5-10 Verbraucher die jährlichen Kosten aus.
  • Umsetzung: Besorgen Sie schaltbare Steckdosenleisten für Gerätegruppen (TV, PC, Küche).
  • Optimierung: Durchforsten Sie die Einstellungsmenüs Ihrer Geräte und aktivieren Sie alle Energiesparoptionen.
  • Routine: Machen Sie das vollständige Abschalten der Steckerleisten zur abendlichen oder Urlaubs-Routine.

Förderungen und smarte Helfer für mehr Energieeffizienz

Für größere Investitionen in energieeffiziente Haushaltsgeräte können Sie Fördermöglichkeiten prüfen. Die KfW bietet beispielsweise Programme für energieeffizientes Sanieren an. Smarte Steckdosen („Smart Plugs“) bieten eine moderne Alternative: Sie können einzelne Steckdosen per App oder Sprachbefehl schalten und oft sogar den Verbrauch messen und auf Basis von Zeitplänen automatisch abschalten. So wird Energiesparen noch komfortabler.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Standby-Verbrauch

Was versteht man genau unter Standby-Verbrauch?

Standby-Verbrauch ist der Strom, den ein Gerät im scheinbar ausgeschalteten Zustand zieht, um bestimmte Funktionen wie Fernbedienungsempfang, eine Uhr, einen Timer oder Netzwerkfähigkeiten aufrechtzuerhalten. Das Gerät ist nicht aktiv, aber in einer Art Bereitschaftsmodus.

Welches Messgerät eignet sich am besten für den Heimgebrauch?

Für den privaten Gebrauch ist eine einfache Energiekostenmesssteckdose völlig ausreichend. Sie kostet oft unter 20 Euro, ist einfach zu bedienen und zeigt die aktuelle Leistungsaufnahme in Watt sowie auf Wunsch die verbrauchten Kilowattstunden und die geschätzten Kosten an.

Wie kann ich den Standby-Modus bei meinem Fernseher komplett deaktivieren?

Das ist meist in den System- oder Energiespareinstellungen des Fernsehers möglich. Suchen Sie nach Optionen wie „Schnellstart“, „Instant-On“, „Standby light“ oder „Eco-Modus“. Deaktivieren Sie den Schnellstart und wählen Sie, falls vorhanden, einen „sparsamen“ Standby. Die Fernbedienung reagiert dann eventuell etwas verzögert.

Lohnt es sich finanziell, immer den Stecker zu ziehen?

Bei Geräten mit hohem Standby-Verbrauch (mehr als 1-2 Watt) auf jeden Fall. Bei einem einzelnen Ladegerät ohne angeschlossenes Handy (oft unter 0,5 Watt) ist die Ersparnis mit wenigen Cent pro Jahr minimal. Der Komfortverlust durch ständiges Steckerziehen steht hier in keiner Relation. Fokussieren Sie sich auf die großen Verbraucher.

Zählen Ladegeräte ohne angeschlossenes Handy auch zu den Stromfressern?

Moderne, qualitativ hochwertige Ladegeräte verbrauchen im Leerlauf („No-Load“) oft nur noch 0,1 bis 0,3 Watt. Das sind weniger als 1 € pro Jahr und Gerät. Ältere oder billige Modelle können aber durchaus bis zu 1 Watt oder mehr ziehen. Am einfachsten ist es, Ladegeräte nach Gebrauch von der Steckdose zu trennen – schon aus Sicherheitsgründen.

Gibt es Geräte, die nie ganz vom Netz getrennt werden sollten?

Ja. Dazu gehören beispielsweise Kühl- und Gefrierschränke, der Internet-Router/Modem, Alarmanlagen, Heizungsumwälzpumpen oder auch Geräte mit wichtigen Echtzeitfunktionen wie einige Festnetztelefone mit Anrufbeantworter. Bei diesen Geräten überwiegt der Nutzen der permanenten Betriebsbereitschaft die minimalen Standby-Kosten.

Quellen & weiterführende Links

Weiterführende Artikel auf HaushaltPilot

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