
Kategorie: Energie & Sparen
Die Stromrechnung kommt und Sie fragen sich, wo das ganze Geld geblieben ist? Oft sind es nicht die großen, offensichtlichen Geräte, sondern die versteckten oder falsch genutzten Stromfresser im Alltag, die die Kosten in die Höhe treiben. In vielen deutschen Haushalten lässt sich durch das Identifizieren und Optimieren dieser Verbraucher eine spürbare Ersparnis erzielen, ohne auf Komfort verzichten zu müssen.
Dieser Artikel zeigt Ihnen konkrete Beispiele für typische Stromfresser in Wohnungen. Wir beleuchten nicht nur die üblichen Verdächtige, sondern auch die oft übersehenen Hintergrundverbraucher. Das Ziel ist ein bewussterer Umgang mit Energie, der sich direkt auf Ihre Nebenkostenabrechnung auswirkt.
Die größten Stromfresser in Wohnungen sind oft Geräte, die permanent im Standby-Modus laufen, veraltete Technik nutzen oder ineffizient betrieben werden. Dazu zählen:
- Dauerläufer wie Kühl- und Gefrierschränke, besonders alte Modelle.
- Geräte im Standby-Betrieb (Fernseher, Stereoanlagen, Computerperipherie).
- Wärmeerzeuger wie Durchlauferhitzer, elektrische Heizlüfter und der Wäschetrockner.
- Veraltete Beleuchtung mit Halogen- oder Glühlampen.
- Die Kombination aus vielen kleinen Verbrauchern (Ladegeräte, Aquarien, Dekopumpen).
Ein erster Schritt ist immer die Überprüfung mit einem Energiemessgerät.
Die offensichtlichen Großverbraucher: Wo viel Wärme entsteht, fließt viel Strom
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Diese Geräte haben einen hohen Leistungsbedarf, weil sie Energie in Wärme umwandeln. Ihre Effizienz hat sich in den letzten Jahren stark verbessert, weshalb das Alter hier eine entscheidende Rolle spielt.
- Durchlauferhitzer & Boiler: Sie sind der Spitzenreiter unter den Stromfressern. Ein elektrischer Durchlauferhitzer für eine Dusche kann bei einer 10-minütigen Dusche leicht 2-3 kWh verbrauchen – das entspricht dem Tagesbedarf eines sparsamen Kühlschranks. Ein Dauerbetriebsboiler, der rund um die Uhr Wasser warm hält, ist noch ineffizienter.
- Wäschetrockner: Besonders alte Ablufttrockner sind sehr energieintensiv. Ein Trockengang kann über 3 kWh kosten. Wärmepumpentrockner der neuesten Generation verbrauchen hingegen oft nur ein Drittel davon.
- Elektroheizungen & Heizlüfter: Sie sollten nur im absoluten Notfall genutzt werden. Ein Heizlüfter mit 2000 Watt Leistung kostet bei einer Stunde Betrieb bereits etwa 60 Cent (bei 30 Cent/kWh).
- Herd & Backofen: Das Vorheizen ist oft überflüssig. Ein Induktionsherd ist zudem deutlich effizienter als ein klassischer Elektroherd mit Gusseisenplatten.
Die heimlichen Dauerläufer: Rund-um-die-Uhr-Verbraucher
Diese Geräte sind permanent am Netz und arbeiten im Hintergrund. Ihr Einzelverbrauch pro Stunde ist gering, summiert sich aber über das ganze Jahr zu beachtlichen Beträgen.
- Kühl- und Gefrierschrank: Ein ineffizientes Modell der Energieklasse D oder schlechter (ab 2021) kann im Vergleich zu einem A+++-Gerät über 100 € mehr Stromkosten pro Jahr verursachen. Entscheidend sind auch die Standorttemperatur (nicht neben dem Herd!) und regelmäßiges Abtauen.
- Heizungspumpe im eigenen Heizungssystem: In vielen Mehrfamilienhäusern sind veraltete, ungeregelte Umwälzpumpen verbaut. Der Austausch gegen eine Hocheffizienzpumpe kann hier mehrere hundert Kilowattstunden im Jahr sparen – eine Maßnahme für die Hausverwaltung oder den Eigentümer.
- Netzteil- & Standby-Verbrauch: Der „Leerlauf“ von Fernsehern, Computern, Spielekonsolen, Stereoanlagen und vor allem von alten Steckernetzteilen summiert sich. Ein einzelnes Gerät mag nur 5-15 Watt ziehen, aber 10 solcher Quellen verbrauchen im Dauerbetrieb leicht 400 kWh und mehr pro Jahr – das sind über 120 €.
Die unterschätzte Masse: Viele kleine Verbraucher
„Kleinvieh macht auch Mist“ – dieses Sprichwort trifft auf den Stromverbrauch perfekt zu. Oft wird die Summe der vielen kleinen Geräte falsch eingeschätzt.
- Dauerbeleuchtung: Eine 60-Watt-Glühbirne, die zehn Stunden am Tag brennt, verbraucht 219 kWh im Jahr. Eine 9-Watt-LED mit gleicher Helligkeit kommt auf nur 33 kWh. Der Unterschied liegt bei über 50 € pro Lampe und Jahr.
- Aquarien & Teichpumpen: Filter, Heizer und Beleuchtung laufen 24/7. Ein mittelgroßes Aquarium kann leicht einen Jahresverbrauch von 200-400 kWh haben.
- Entertainment & Home-Office: Ein leistungsstarker Gaming-PC, ein großer Monitor, ein Drucker im Standby, ein WLAN-Router, die Ladestation für die kabellose Maus – hier entsteht ein relevanter Grundverbrauch.
- Kaffeemaschinen & Warmhalteplatten: Geräte, die Kaffee über Stunden warm halten, sind reine Stromfresser. Besser: Thermoskanne nutzen.
Praktische Tipps: So identifizieren und bändigen Sie Ihre Stromfresser
1. Messgerät leihen oder kaufen: Die einfachste Methode. Stecken Sie ein Energiemessgerät (gibt es oft kostenlos bei Verbraucherzentralen oder Stadtwerken) zwischen Steckdose und Gerät. So sehen Sie den tatsächlichen Verbrauch im Betrieb und im Standby.
2. Standby vermeiden: Nutzen Sie schaltbare Steckdosenleisten für Unterhaltungselektronik und Home-Office-Bereiche. Schalten Sie die Leiste nachts oder bei längerer Abwesenheit komplett ab.
3. Effizienz checken: Schauen Sie auf das EU-Energielabel (seit 2021 für viele Geräte neu skaliert: A bis G). Ein Neukauf lohnt sich besonders bei Kühlschränken, Gefriertruhen, Waschmaschinen und Trocknern.
4. Verhalten anpassen: Kühlschrank nicht offen stehen lassen, mit Deckel kochen, Waschmaschine möglichst voll beladen und bei niedrigeren Temperaturen (30-40°C) waschen, auf das Vorheizen des Backofens verzichten.
5. Heißwasser sparsam nutzen: Bei elektrischer Warmwasserbereitung duschen statt baden und sparsame Duschköpfe verwenden.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie finde ich am einfachsten heraus, welches Gerät in meiner Wohnung der größte Stromfresser ist?
Die zuverlässigste Methode ist die Nutzung eines Energiemessgeräts. Dieses schalten Sie für einige Tage zwischen Steckdose und das zu prüfende Gerät. Besonders lohnenswert ist die Messung bei Kühl-/Gefriergeräten, Heizlüftern, der Warmwasserbereitung und Unterhaltungselektronik im Standby-Betrieb. Alternativ können Sie auch Ihren Gesamtverbrauch (Zählerstand) beobachten, während Sie nacheinander Sicherungen ausschalten oder Geräte vom Netz trennen.
Lohnt sich der Austausch eines alten Kühlschranks finanziell wirklich?
Ja, in den meisten Fällen ist ein Austausch eines über 10-15 Jahre alten Kühl- oder Gefriergeräts gegen ein modernes Modell der besten Effizienzklasse (z.B. A+++ oder nach neuer Skala A/B) eine wirtschaftliche Entscheidung. Die Stromersparnis kann je nach Altgerät 100 bis 200 kWh pro Jahr und mehr betragen. Bei einem Strompreis von 30 Cent/kWh sparen Sie also 30 bis 60 € jährlich. Die Anschaffungskosten amortisieren sich so oft innerhalb weniger Jahre.
Was verbraucht mehr Strom: Ein Desktop-PC oder ein Laptop?
In der Regel verbraucht ein stationärer Desktop-PC deutlich mehr Strom als ein Laptop. Ein leistungsstarker Gaming-PC mit separater Grafikkarte kann im Betrieb leicht 300-600 Watt und mehr aufnehmen, während ein Standard-Laptop oft mit 30-90 Watt auskommt. Für reine Office-Arbeiten, Surfen und Medienkonsum ist ein Laptop daher die energieeffizientere Wahl. Entscheidend ist aber auch die Nutzungsdauer und ob der PC nachts komplett vom Netz getrennt wird.
Sind „Smart Home“-Geräte wie Steckdosen Stromfresser?
Moderne, zertifizierte Smart-Home-Steckdosen (Smart Plugs) haben einen sehr geringen Eigenverbrauch von oft nur 0,5 bis 1 Watt. Sie können aber helfen, große Stromfresser im Standby (z.B. Unterhaltungsanlagen) komplett vom Netz zu trennen und so per Zeitschaltung oder Fernsteuerung den Gesamtverbrauch zu senken. Die Ersparnis durch das Abschalten überwiegt den minimalen Eigenverbrauch der Steckdose bei Weitem. Achten Sie beim Kauf auf Qualität und Zertifizierung (z.B. GS-Zeichen).
Stromfresser in der Wohnung zu identifizieren, ist kein Hexenwerk, sondern eine Frage der systematischen Beobachtung und kleiner Verhaltensanpassungen. Beginnen Sie mit den größten Hebelpunkten: der Warmwasserbereitung, alten Kühlgeräten und dem Standby-Betrieb. Die Investition in ein einfaches Energiemessgerät oder den Tausch weniger Glühlampen gegen LEDs amortisiert sich schnell. Auf diese Weise gewinnen Sie nicht nur die Kontrolle über Ihre Stromkosten zurück, sondern leisten auch einen Beitrag zum Klimaschutz – ein doppelter Gewinn für Ihren Geldbeutel und die Umwelt.






