
Die Waschmaschine gehört zu den größten Energieverbrauchern im Haushalt. Doch viele Kosten sind vermeidbar. Mit einfachen, alltagstauglichen Maßnahmen können Sie den Verbrauch deutlich reduzieren, ohne auf Sauberkeit zu verzichten. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie es geht.
Wie hoch ist der Stromverbrauch Ihrer Waschmaschine wirklich?
Der Stromverbrauch einer Waschmaschine hängt stark von ihrem Alter, ihrer Effizienzklasse und vor allem von Ihrem Nutzungsverhalten ab. Eine moderne Maschine der Klasse A+++ verbraucht oft weniger als die Hälfte einer zehn Jahre alten Maschine. Der größte Teil der Energie (bis zu 90%) fließt jedoch in das Erhitzen des Wassers. Daher hat die gewählte Temperatur den größten Einfluss auf Ihre Stromrechnung. Um ein Gefühl für die konkreten Kosten zu bekommen, hilft eine Beispielrechnung.
| Programm / Temperatur | Durchschnittlicher Verbrauch (kWh) | Kosten pro Waschgang (ca.)* |
|---|---|---|
| Kochwäsche (90°C) | 1,8 – 2,2 kWh | 0,65 – 0,80 € |
| Buntwäsche (60°C) | 1,0 – 1,3 kWh | 0,36 – 0,47 € |
| Eco-/Sparprogramm (40°C) | 0,5 – 0,8 kWh | 0,18 – 0,29 € |
| Kurzprogramm (30°C) | 0,3 – 0,5 kWh | 0,11 – 0,18 € |
*Berechnung basierend auf einem angenommenen Strompreis von 36 Cent/kWh. Die Werte sind Richtwerte für eine moderne 8-kg-Maschine (A+++).
7 Tipps: So waschen Sie energieeffizient und kostensparend
Die folgenden Maßnahmen erfordern keine teuren Anschaffungen, sondern nur ein Umdenken bei der Bedienung Ihrer Maschine. Setzen Sie sie konsequent um, summieren sich die Ersparnisse schnell.
- Temperatur runterdrehen: Für normal verschmutzte Alltagswäsche sind 30°C oder 40°C völlig ausreichend. Moderne Waschmittel sind bereits bei niedrigen Temperaturen hochwirksam. Jedes Grad weniger spart etwa 6% Energie für die Erwärmung.
- Trommel immer voll beladen: Waschen Sie möglichst nur mit voller, aber nicht überfüllter Trommel. Zwei halbvolle Waschgänge verbrauchen deutlich mehr Energie und Wasser als ein voller.
- Sparprogramme (Eco) nutzen: Diese Programme laufen zwar länger, erwärmen das Wasser aber langsamer und mit weniger Energieaufwand. Sie sind in der Summe fast immer die sparsamste Wahl.
- Auf Vorwäsche verzichten: Bei heutiger Wäsche und Waschmitteln ist eine Vorwäsche nur in absoluten Ausnahmefällen nötig. Sie verbraucht unnötig Wasser und Strom.
- Schleuderdrehzahl anpassen: Eine höhere Schleuderdrehzahl entzieht der Wäsche mehr Wasser. Der Trockner (oder die Wäscheleine) arbeitet anschließend schneller und verbraucht weniger Energie. Wählen Sie die höchste für den Stoff verträgliche Stufe.
- Stromfresser Standby vermeiden: Schalten Sie die Maschine nach dem Waschen komplett vom Netz, z.B. mit einer schaltbaren Steckdosenleiste. So vermeiden Sie den unnötigen Bereitschaftsverbrauch des Displays.
- Regelmäßig entkalken: Kalkablagerungen an der Heizung verschlechtern die Wärmeübertragung. Die Maschine braucht länger, um das Wasser zu erhitzen. Entkalken Sie sie gemäß Herstellerangabe.
Die größten Stromfresser beim Waschen erkennen und vermeiden
Neben der falschen Temperatur gibt es weitere versteckte Kostentreiber. Dazu zählt das Waschen mit zu geringer Beladung. Auch die Nutzung von Kurzprogrammen bei stark verschmutzter Wäsche kann kontraproduktiv sein: Die kurze, intensive Erhitzung verbraucht oft mehr Energie als ein langes, aber energiesparendes Eco-Programm. Ein weiterer Punkt ist die falsche Dosierung von Waschmittel. Zu viel Schaum erschwert den Waschvorgang, die Maschine muss gegenarbeiten. Zu wenig Mittel führt zu schlechten Ergebnissen und eventuell notwendigen Nachwäschen. Orientieren Sie sich an der Wasserhärte in Ihrer Region und der Verschmutzung.
| Maßnahme | Energieersparnis pro Jahr | Kostenersparnis pro Jahr (ca.) |
|---|---|---|
| Temperatur von 60°C auf 40°C senken | bis zu 70 kWh | bis zu 25 € |
| Trommel immer voll beladen | bis zu 40 kWh | bis zu 15 € |
| Auf Vorwäsche verzichten | bis zu 20 kWh | bis zu 7 € |
| Nutzung von Sparprogrammen | bis zu 30 kWh | bis zu 11 € |
Die Gesamtersparnis durch Kombination aller Maßnahmen kann bei über 100 € pro Jahr liegen. Ähnliches Potenzial bietet auch die energiesparende Nutzung Ihres Kühlschranks.
Kalkfilter für die Waschmaschine: Sinnvoll oder nicht?
Kalkfilter, die am Wasserzulauf der Maschine installiert werden, sollen das einströmende Wasser enthärten. In Regionen mit sehr hartem Wasser können sie theoretisch die Kalkbildung verlangsamen und so die Heizung schützen. Die Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest bewerten ihren Nutzen jedoch oft als gering bis fragwürdig. Die Kosten für Anschaffung und regelmäßigen Filtertausch stehen in den meisten Fällen in keinem Verhältnis zur möglichen, minimalen Energieersparnis. Effektiver und kostengünstiger ist es, die Maschine regelmäßig mit Zitronensäure oder speziellem Entkalker gemäß Handbuch zu reinigen. Für den gesamten Haushalt lohnt sich eher ein Blick aufs Warmwasser sparen.
Fazit: Mit smarten Gewohnheiten dauerhaft sparen
Die Stromkosten Ihrer Waschmaschine zu senken, ist kein Hexenwerk. Der Schlüssel liegt in der konsequenten Anwendung einfacher Prinzipien: niedrigere Temperaturen, volle Trommeln und die Nutzung der Sparprogramme. Diese Veränderungen in Ihrem Waschalltag haben einen direkten und messbaren Effekt auf Ihre jährliche Stromrechnung. Kombinieren Sie diese Tipps mit anderen Sparmaßnahmen im Haushalt – wie den in unserem Ratgeber Stromzähler lesen und verstehen beschriebenen –, multiplizieren sich die Einsparungen. Denken Sie auch daran, versteckte Stromfresser im Blick zu behalten, etwa mit Tipps aus unserem Artikel zum Energiesparen im Keller.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel Strom verbraucht eine Waschmaschine im Jahr?
Ein durchschnittlicher 4-Personen-Haushalt verbraucht mit einer effizienten Maschine (A+++) etwa 150 bis 200 kWh pro Jahr fürs Waschen. Bei einer ineffizienten Maschine oder ungünstigem Nutzungsverhalten (häufig 60°C, halbvoll) können es leicht 300 kWh oder mehr sein. Das entspricht Jahreskosten von etwa 55 bis über 110 Euro (bei 36 Cent/kWh).
Ist ein Eco-Programm wirklich sparsamer, obwohl es länger dauert?
Ja, in der Regel ist es das. Eco-Programme arbeiten mit einer längeren, aber deutlich niedrigeren Erwärmungsphase. Da der Großteil der Energie für das Erhitzen des Wassers benötigt wird, ist eine langsame Erwärmung auf eine moderate Zieltemperatur effizienter als eine schnelle Erhitzung. Zudem nutzen sie meist weniger Wasser. Die längere Laufzeit kompensiert dies bei Weitem.
Welche Temperatur ist für normal verschmutzte Wäsche ausreichend?
Für normal verschmutzte Bunt- und Kochwäsche im Alltag sind 30°C oder 40°C vollkommen ausreichend. Moderne Waschmittel enthalten Enzyme, die bereits bei diesen niedrigen Temperaturen optimal wirken. Nur bei ansteckenden Krankheiten, starken Verschmutzungen mit Fett oder Öl oder für Handtücher und Bettwäsche in regelmäßigen Abständen sind 60°C empfehlenswert.
Lohnt sich der Kauf einer neuen, effizienteren Waschmaschine?
Die Anschaffung kann sich lohnen, wenn Ihre aktuelle Maschine älter als 10 Jahre ist und eine schlechte Energieeffizienzklasse (unter A) hat. Rechnen Sie die mögliche Ersparnis (z.B. 50 € pro Jahr) gegen die Anschaffungskosten. Förderprogramme, etwa von der KfW, können den Wechsel attraktiver machen. Ein Vergleich mit energiesparenden Kühlschränken und Trocknern zeigt ähnliche Entscheidungsmuster.
Wie wirkt sich die Schleuderzahl auf den Stromverbrauch aus?
Eine höhere Schleuderzahl (z.B. 1400 statt 800 U/min) erhöht den Stromverbrauch des Waschgangs leicht. Dieser Mehrverbrauch wird jedoch in der Regel durch die deutlich kürzere und energiesparendere Trocknungszeit (im Wäschetrockner oder an der Luft) mehr als wettgemacht. Wählen Sie daher die höchste für den Stoff verträgliche Drehzahl.
Was ist beim Standby-Verbrauch der Waschmaschine zu beachten?
Moderne Waschmaschinen mit elektronischen Displays und Vernetzungsfunktionen (Smart Home) verbrauchen auch im ausgeschalteten Zustand Strom. Dieser Standby-Verbrauch kann zwischen 1 und 5 Watt liegen. Über ein Jahr summiert sich das auf mehrere Kilowattstunden. Schalten Sie die Maschine nach Gebrauch komplett über eine schaltbare Steckdosenleiste vom Netz, um diese Kosten zu vermeiden.
Quellen & weiterführende Links
- Verbraucherzentrale Deutschland – Unabhängige Verbraucherberatung.
- Umweltbundesamt – Informationen zu Energieeffizienz und Umweltschutz.
- Stiftung Warentest – Produkttests und Ratgeber zu Haushaltsgeräten.
- Weitere hilfreiche Artikel auf haushaltpilot.de: Die 10 häufigsten Fehler beim Energiesparen und Energiesparen im Sommer.
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