
Das Home-Office ist für viele Menschen zum festen Bestandteil des Arbeitslebens geworden. Während die Vorteile wie wegfallende Pendelzeiten offensichtlich sind, steigt oft unbemerkt der Energieverbrauch in den eigenen vier Wänden. Neben den offensichtlichen Großverbrauchern wie Laptop und Monitor laufen zahlreiche Geräte im Dauerbetrieb und verursachen versteckte Kosten. Mit einer gezielten Analyse und einfachen Maßnahmen können Sie diese unnötigen Stromfresser identifizieren und Ihre Stromkosten im Home-Office spürbar senken.
Typische Stromfresser im Home-Office erkennen
Ein modernes Arbeitszimmer ist ein Zusammenspiel verschiedener elektronischer Geräte. Viele davon verbrauchen auch dann Energie, wenn sie vermeintlich ausgeschaltet sind oder ihre Hauptaufgabe nicht erfüllen. Diese versteckten Verbraucher summieren sich über das Jahr zu einer beträchtlichen Summe.
Router, Modem und Netzwerktechnik im Dauerbetrieb
Das Herzstück der Heimvernetzung ist oft der größte Dauerläufer. Router, Modem und gegebenenfalls Repeater oder Powerline-Adapter laufen in der Regel 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Bei einem angenommenen Verbrauch von 10 Watt und einem Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde entstehen so jährliche Kosten von rund 35 Euro – allein für den Dauerbetrieb der Internetverbindung.
Peripheriegeräte: Drucker, Scanner und Lautsprecher
Drucker, insbesondere Tintenstrahlmodelle, verbrauchen im Standby-Modus oft überraschend viel Strom, um die Düsen sauber und betriebsbereit zu halten. Auch externe Lautsprecher, Monitore im Standby und USB-Hubs ziehen permanent Energie. Ein Multifunktionsgerät kann im Bereitschaftsmodus leicht 5-10 Watt verbrauchen.
Ladegeräte und Steckernetzteile
Das klassische Beispiel für Leerlaufverluste: das Steckernetzteil in der Wand, an dem kein Gerät angeschlossen ist. Auch wenn der Laptop bereits vollständig geladen ist, zieht das Netzteil oft weiterhin Strom. Jedes einzelne Netzteil verursacht nur geringe Kosten, in der Summe aller Geräte im Home-Office wird es jedoch relevant.
Praktische Maßnahmen zur sofortigen Reduktion
Sie müssen nicht auf Komfort verzichten, um effektiv Strom zu sparen. Oft reichen kleine Veränderungen in den Gewohnheiten und der technischen Ausstattung.
Intelligente Steckdosenleisten als zentrale Lösung
Eine der effektivsten Investitionen ist eine master-slave-fähige oder smarte Steckdosenleiste. Schließen Sie hier Ihre Peripheriegeräte wie Monitor, Drucker, Lautsprecher und Scanner an. Der Computer dient als Master-Gerät. Sobald Sie den PC ausschalten, wird die Stromzufuhr zu allen angeschlossenen Geräten automatisch unterbrochen. So vermeiden Sie Standby-Verbräuche komplett. Smarte Steckdosenleisten bieten zudem die Möglichkeit, Zeitschaltungen zu programmieren.
Gezielte Abschaltung von Router und Netzwerk
Prüfen Sie, ob Sie Ihren Router nachts oder in längeren Arbeitspausen ausschalten können. Viele moderne Router verfügen über eine integrierte Zeitschaltuhr in den Einstellungen. Ein manueller Ausschalter an der Steckdose oder eine einfache Zeitschaltuhr sind ebenfalls praktikable Lösungen.
Optimierung der Arbeitsgeräte
Nutzen Sie die Energiespareinstellungen Ihres Betriebssystems konsequent. Stellen Sie ein, dass der Monitor nach kurzer Inaktivität abschaltet und der Rechner in den Schlafmodus wechselt. Bei längeren Pausen während des Tages fahren Sie den Computer komplett herunter. Ziehen Sie Ladegeräte nach dem Gebrauch aus der Steckdose.
Verbrauch messen und analysieren
Um die Effektivität Ihrer Maßnahmen zu überprüfen und weitere Einsparpotenziale zu entdecken, lohnt sich eine datenbasierte Herangehensweise.
Einsatz von Energiemessgeräten
Stecken Sie ein einfaches Energiemessgerät zwischen Steckdose und Verbraucher, zum Beispiel den Router oder die komplette Steckdosenleiste Ihres Schreibtischs. So ermitteln Sie den genauen Verbrauch im Betrieb, im Standby und über einen bestimmten Zeitraum.
Regelmäßige Bestandsaufnahme
Machen Sie es sich zur Gewohnheit, in regelmäßigen Abständen einen Rundgang durch Ihr Home-Office zu machen. Welche Geräte sind eingesteckt? Welche leuchten? Welche Netzteile sind warm? Diese einfache Kontrolle hilft, schleichende Gewohnheiten aufzudecken.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
- „Ausschalten schadet den Geräten“: Ein moderner Router oder Drucker ist für regelmäßiges Ein- und Ausschalten ausgelegt. Der Verschleiß durch den Dauerbetrieb ist oft höher.
- Überschätzung des Komfortverlusts: Die Angst, dass das Hochfahren des PCs zu lange dauert, ist oft größer als die tatsächliche Wartezeit von wenigen Minuten.
- Vernachlässigung der Peripherie: Der Fokus liegt oft auf dem PC, während die Summe der kleinen Verbraucher unterschätzt wird.
- Falsche Priorisierung: Die größten Einsparungen erzielen Sie nicht durch das Ziehen des Handy-Ladegeräts, sondern durch die Abschaltung des Router-Komplexes und der Peripherie im Standby.
FAQ: Häufige Fragen zum Stromsparen im Home-Office
Schadet das tägliche Ausschalten des Routers?
Nein, in der Regel nicht. Moderne Router sind für solche Zyklen ausgelegt. Ein täglicher Neustart kann sogar die Stabilität der Verbindung verbessern. Achten Sie darauf, den Router sauber über die Funktion im Webinterface oder den physischen Ausschalter herunterzufahren.
Wie viel kann ich mit einer master-slave-Steckdosenleiste sparen?
Die Einsparung hängt von Ihrer Ausstattung ab. Bei einer typischen Kombination aus zwei Monitoren, Lautsprechern, Drucker und Scanner können im Standby leicht 15-25 Watt zusammenkommen. Das sind bei 220 Arbeitstagen etwa 70-115 kWh oder 28-46 Euro pro Jahr (bei 40 ct/kWh).
Verbraucht ein Laptop im ausgeschalteten Zustand Strom, wenn das Netzteil angesteckt ist?
Ja, in den allermeisten Fällen zieht das angesteckte Netzteil auch dann eine geringe Menge Strom (oft 0,5-2 Watt), wenn der Laptop ausgeschaltet ist. Ziehen Sie daher nach dem Herunterfahren auch das Netzteil aus der Steckdose.
Sollte ich meinen PC jeden Abend komplett herunterfahren?
Aus Energiesparsicht ist ein komplettes Herunterfahren immer die beste Option. Für den Komfort, alle Programme und Fenster geöffnet zu lassen, bietet der Energiesparmodus („Schlafen“) eine gute Alternative mit sehr geringem Stromverbrauch.
Kann ich meinen Drucker dauerhaft von der Steckdose trennen?
Bei Laserdruckern ist das problemlos möglich. Bei Tintenstrahldruckern kann es nach längerer Zeit ohne Strom zu verstopften Düsen kommen. Wenn Sie regelmäßig drucken, ist eine Trennung über Nacht und am Wochenende unbedenklich.
Lohnt sich die Anschaffung eines smarten Thermostats auch für das Home-Office?
Das hängt von Ihrer Heizungsanlage und der Nutzung des Raumes ab. Wenn Ihr Home-Office ein separater, nur tagsüber genutzter Raum ist, kann ein smartes Heizkörperthermostat die Temperatur in Ihrer Abwesenheit automatisch absenken und so Heizkosten sparen.
Zum Hauptartikel (Pillar)
Stromverbrauch messen und analysieren: Die datenbasierte Strategie für dauerhaft niedrige Kosten
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