
Möchten Sie versteckte Stromkosten aufdecken? Viele Geräte ziehen auch im ausgeschalteten Zustand Energie – oft mehr, als Sie vermuten. Diese heimlichen Verbraucher summieren sich im Jahr zu einer spürbaren Belastung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit einem einfachen Messgerät den Standby-Verbrauch Ihrer Geräte selbst ermitteln. Sie lernen, die jährlichen Kosten zu berechnen und zu entscheiden, wo sich eine vollständige Abschaltung lohnt.
Warum der Standby-Verbrauch oft unterschätzt wird
Der Standby-Modus ist bequem, aber kostspielig. Viele Geräte sind nie wirklich aus, sondern warten auf ein Signal oder bleiben in Bereitschaft. Dabei ziehen sie permanent Strom.
- Versteckte Kosten im Dauerbetrieb: Ein Gerät mit nur 5 Watt Standby-Leistung verursacht bei 40 Cent pro Kilowattstunde bereits rund 17,50 Euro jährlich – ohne aktiv genutzt zu werden.
- Typische Geräte mit hohem Verbrauch: Besonders alte oder vernetzte Geräte wie Fernseher, Receiver, Stereoanlagen, Spielekonsolen und Kaffeevollautomaten fallen hier negativ auf.
- Netzteil vs. echte Abschaltung: Viele Netzteile (etwa von Laptops) verbrauchen Strom, selbst wenn das Gerät abgesteckt ist. Eine echte Trennung erreichen Sie nur durch Ziehen des Steckers oder eine schaltbare Steckdosenleiste.
Das benötigen Sie: Einfache Hilfsmittel für die Messung
Um den Stromverbrauch im Standby zu messen, brauchen Sie kein Elektriker zu sein. Mit den richtigen Werkzeugen geht es einfach und sicher.
- Strommessgerät (Energiekostenmonitor) richtig auswählen: Ein einfaches Gerät, das zwischen Steckdose und Verbraucher geschaltet wird, ist ideal. Es sollte den Verbrauch in Watt und Kilowattstunden (kWh) anzeigen. Einige Modelle berechnen direkt die Kosten.
- Alternative: Smarte Steckdosen mit Verbrauchsanzeige: Diese können nicht nur schalten, sondern oft auch den Stromverbrauch messen. Die Daten werten Sie bequem per App aus. Wie Sie ein Smart Home einrichten, erfahren Sie in unserer separaten Anleitung.
- Vorbereitung: Notieren Sie Ihre Stromkosten pro kWh: Schauen Sie auf Ihrer letzten Rechnung nach dem Arbeitspreis pro Kilowattstunde. Dieser Wert ist nötig, um aus dem gemessenen Verbrauch konkrete Euro-Beträge zu berechnen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So messen Sie korrekt
Folgen Sie dieser Anleitung, um aussagekräftige Werte für den Standby-Verbrauch zu erhalten.
- Gerät zwischen Steckdose und Verbraucher schalten: Stecken Sie das Messgerät in die Wandsteckdose und dann das zu testende Gerät (z.B. Ihren Fernseher) in das Messgerät. Stellen Sie sicher, dass das Gerät im normalen Standby-Zustand ist („aus“, aber mit leuchtender Standby-LED).
- Messzeitraum festlegen: Von 24 Stunden bis eine Woche: Lassen Sie das Messgerät mindestens 24 Stunden, besser mehrere Tage, angeschlossen. So erhalten Sie einen Durchschnittswert, der auch kurze Aktivierungsphasen (etwa für Updates) berücksichtigt.
- Verbrauchswerte dokumentieren und jährliche Kosten hochrechnen: Notieren Sie den angezeigten Verbrauch in kWh. Multiplizieren Sie diesen Tagesverbrauch mit 365 und dann mit Ihrem Strompreis (€/kWh), um die jährlichen Standby-Kosten zu ermitteln. Eine detaillierte Methode zur Berechnung finden Sie auch in unserem Artikel zum Stromverbrauch des Kühlschranks.
Auswertung: Wann lohnt sich eine Abschaltung?
Nicht jeder Standby-Verbrauch rechtfertigt sofortiges Handeln. Mit dieser einfachen Einordnung finden Sie heraus, wo sich Maßnahmen rentieren.
| Jährliche Standby-Kosten | Empfehlung |
|---|---|
| Unter 5 € | Vermutlich vernachlässigbar. Abschaltung ist optional. |
| 5 € – 15 € | Abschaltung per Steckdosenleiste lohnt sich. Wägen Sie Komfort und Kosten ab. |
| Über 15 € | Definitiver Energiefresser. Abschaltung (manuell oder smart) ist sehr empfehlenswert. |
- Praktische Alternative: Steckdosenleisten mit Schalter: Die einfachste Lösung für mehrere Geräte (z.B. TV, Receiver, Soundbar). Ein Knopfdruck trennt alle Geräte sicher vom Netz.
- Automatische Lösung: Smarte Steckdosen programmieren: Diese können nachts oder zu festgelegten Zeiten automatisch abschalten. Sie bieten hohen Komfort und sind eine ideale Ergänzung zu einem Smart-Home-System.
Die größten Standby-Sünder im Haushalt
Bestimmte Gerätegruppen fallen besonders häufig durch einen hohen Standby-Verbrauch auf. Überprüfen Sie diese Kandidaten zuerst.
- Entertainment: TV, Receiver, Spielekonsolen: Moderne Smart-TVs und vor allem ältere Plasma-Fernseher können im Standby erstaunlich viel ziehen. Auch Receiver und Konsolen im „Instant-On“-Modus sind oft große Verbraucher.
- Home-Office: Drucker, Monitore, Router: Tintenstrahldrucker verbrauchen oft viel Strom, um die Düsen sauber zu halten. Router und Modems laufen 24/7 – prüfen Sie, ob ein nächtlicher Abschaltzyklus möglich ist.
- Küche: Kaffeevollautomaten, Mikrowellen mit Uhr: Kaffeevollautomaten halten Wasser warm oder bereiten sich vor. Mikrowellen mit digitaler Uhranzeige sind kleine Dauerstromverbraucher. Nach der Messung sollten Sie diese Geräte auch regelmäßig hygienisch reinigen, um ihre Langlebigkeit zu sichern.
Quellen
- Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK): „Energieeffizienz im Haushalt“ – Informationen zu Standby-Verbräuchen und Effizienzmaßnahmen. https://www.bmwk.de
- Verbraucherzentrale: „Strom sparen: Standby vermeiden“ – Praktische Tipps und Hintergrundinformationen. https://www.verbraucherzentrale.de
- Stiftung Warentest: „Strommessgeräte“ – Test und Empfehlungen für geeignete Messgeräte. https://www.test.de






