
Ein Wäschetrockner ist ein praktischer Helfer im Haushalt, der jedoch zu den größeren Stromverbrauchern zählt. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen und einigen einfachen Gewohnheiten können Sie Ihren Trockner deutlich energiesparender nutzen und so Ihre Stromrechnung entlasten. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie es geht.
Wie hoch ist der Stromverbrauch eines Wäschetrockners?
Der Stromverbrauch eines Trockners hängt maßgeblich von seinem Typ, Alter und Ihrer Nutzung ab. Während veraltete Ablufttrockner wahre Stromfresser sein können, arbeiten moderne Wärmepumpentrockner deutlich effizienter. Ein Blick auf die Energieeffizienzklasse (aktuell A bis G) gibt bereits eine erste Orientierung. Die konkreten Kosten pro Trockengang verdeutlicht folgende Übersicht:
| Trockner-Typ | Durchschnittlicher Verbrauch pro Ladung | Kosten pro Ladung (bei 40 ct/kWh) |
|---|---|---|
| Ablufttrockner (alt) | ca. 4,0 – 5,0 kWh | ca. 1,60 – 2,00 € |
| Kondensationstrockner (Standard) | ca. 2,5 – 3,5 kWh | ca. 1,00 – 1,40 € |
| Wärmepumpentrockner (effizient) | ca. 1,0 – 2,0 kWh | ca. 0,40 – 0,80 € |
Um den genauen Verbrauch Ihrer Geräte zu ermitteln, hilft Ihnen unsere Anleitung Stromverbrauch kWh berechnen.
7 Tipps: So senken Sie die Stromkosten Ihres Trockners
- Wäsche vorher gut schleudern: Je weniger Wasser in der Wäsche ist, desto kürzer und energiesparender der Trockenvorgang. Nutzen Sie in der Waschmaschine möglichst eine hohe Schleuderdrehzahl (mindestens 1200 U/min).
- Trommel optimal befüllen: Weder zu voll noch zu leer ist ideal. Eine zu volle Trommel verlängert die Trocknungszeit, eine zu leere ist ineffizient. Orientieren Sie sich an der Herstellerangabe zur maximalen Füllmenge.
- Energiesparprogramme nutzen: Moderne Geräte bieten spezielle Eco- oder Energiesparprogramme. Sie trocknen bei niedrigeren Temperaturen über einen längeren Zeitraum und sparen so erheblich Strom. Die Unterschiede zeigt diese Tabelle:
| Symbol / Programmname | Merkmale | Empfohlene Nutzung für |
|---|---|---|
| Eco-/Energiesparprogramm | Längere Laufzeit, niedrigere Temperatur, deutlich geringerer Stromverbrauch. | Standardwäsche, Baumwolle, wenn Zeit keine Priorität hat. |
| Schon-/Pflegeleicht-Programm | Milde Trocknung mit reduzierter Hitze. | Empfindliche Textilien, Synthetik, Sportbekleidung. |
| Express-/Kurzprogramm | Hohe Temperatur, kurze Laufzeit, hoher Stromverbrauch. | Eilige, kleine Ladungen, Notfälle. Möglichst selten nutzen. |
- Flusensieb nach JEDEM Gang reinigen: Ein verstopftes Flusensieb verschlechtert die Luftzirkulation massiv. Der Trockner braucht länger und verbraucht mehr Energie. Diese einfache Wartung ist einer der effektivsten Spartipps.
- Restfeuchte-Sensor nutzen: Stellen Sie das Programm auf „bügelfeucht“ oder „schranktrocken“ ein, anstatt auf „extratrocken“. Der Sensor schaltet dann rechtzeitig ab und vermeidet überflüssiges Trocknen.
- Direkt anschließen und entleeren: Trocknen Sie mehrere Ladungen hintereinander, nutzen Sie die Restwärme der vorherigen Ladung. Leeren Sie den Wasserbehälter bei Kondensationstrocknern regelmäßig, um die Effizienz zu erhalten.
- Standby-Modus vermeiden: Ziehen Sie den Stecker oder nutzen Sie eine schaltbare Steckdosenleiste. Auch im Standby verbrauchen viele Geräte Strom. Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel Standby Kosten senken.
Wärmepumpentrockner vs. Kondensationstrockner: Ein Effizienzvergleich
Die Technologie macht den entscheidenden Unterschied. Ein herkömmlicher Kondensationstrockner erhitzt die Luft mit einem elektrischen Heizelement. Ein Wärmepumpentrockner hingegen funktioniert wie ein umgekehrter Kühlschrank: Er entzieht der feuchten Luft Wärme, um damit wieder frische Luft zu erwärmen. Dieser Kreislauf spart bis zu 50 % Strom gegenüber einem Standard-Kondensationstrockner. Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich bei regelmäßiger Nutzung oft innerhalb weniger Jahre durch die niedrigeren Stromkosten.
Diese Fehler sollten Sie beim Trocknen vermeiden
- Nasse Wäsche einwerfen: Stark tropfnasse Wäsche gehört nicht in den Trockner. Immer gut vor- oder ausschleudern.
- Falsche Sortierung: Trocknen Sie ähnlich schwere Stoffe zusammen. Ein schweres Handtuch zusammen mit einem leichten Hemd verlängert die Zeit, bis alles trocken ist.
- Wartung vernachlässigen: Neben dem Flusensieb sollte auch der Kondensator bei Wärmepumpentrocknern regelmäßig gemäß Anleitung gereinigt werden.
- Übertrocknen: Die Einstellung „extratrocken“ ist in den seltensten Fällen nötig und verbraucht unnötig Energie.
Ähnliche Prinzipien der richtigen Nutzung gelten auch für andere Großgeräte. Vermeiden Sie beispielsweise diese 4 Energiespartipps für Kühlschränke, die Sie vermeiden sollten.
Fazit: Mit smarten Gewohnheiten Energie und Geld sparen
Einen Wäschetrockner energiesparend zu nutzen, ist keine Zauberei. Es kombiniert kluge Geräteeinstellungen (vor allem das Eco-Programm), einfache Wartung (reinigen des Flusensiebs) und ein bewusstes Nutzerverhalten (gut schleudern, optimal befüllen). Diese Maßnahmen senken Ihre Stromkosten spürbar – ohne Komfortverzicht. Für weitere generelle Spartipps im Haushalt werfen Sie einen Blick auf unsere Übersicht Stromkosten senken: 10 effektive Maßnahmen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel Strom verbraucht ein Trockner im Jahr?
Der Jahresverbrauch hängt stark von Gerätetyp und Nutzungshäufigkeit ab. Bei einem älteren Kondensationstrockner und 150 Trocknungen pro Jahr können leicht über 500 kWh zusammenkommen (ca. 200 €). Ein effizienter Wärmepumpentrockner kommt bei gleicher Nutzung auf etwa 200-250 kWh (ca. 80-100 €). Eine genaue Berechnung für Ihr Gerät finden Sie in unserem Ratgeber Stromverbrauch berechnen.
Lohnt sich der Austausch eines alten Trockners gegen ein neues Modell?
Ja, insbesondere wenn Ihr aktuelles Gerät älter als 10-15 Jahre ist oder ein Abluft- bzw. ineffizienter Kondensationstrockner. Die Stromeinsparung eines modernen Wärmepumpentrockners (Energieeffizienzklasse A) kann so hoch sein, dass sich die Investition innerhalb weniger Jahre amortisiert. Förderungen, z.B. von der KfW, können den Austausch zusätzlich attraktiv machen.
Was ist sparsamer: Wäschetrockner oder Wäscheständer?
Der Wäscheständer ist in der Anschaffung und im Betrieb (kein Strom) natürlich die sparsamste Variante. Für Haushalte mit wenig Zeit, Platz oder bei fehlender Lufttrocknungsmöglichkeit (z.B. im Winter) ist ein effizient genutzter Trockner die praktischere Alternative. Die beste Lösung ist oft eine Kombination: Leichte Teile auf dem Ständer, schwere Handtücher und Bettwäsche im Trockner.
Wie voll darf/sollte die Trommel für effizientes Trocknen sein?
Optimal ist eine gut gefüllte, aber nicht überladene Trommel. Die Wäsche sollte noch locker liegen und sich frei bewegen können. Eine zu volle Trommel verlängert die Trocknungszeit erheblich, eine halbleere ist energetisch ineffizient. Orientieren Sie sich am angegebenen Maximalgewicht (z.B. 7 kg).
Muss man den Flusensieb-Reiniger wirklich nach jedem Trocknen reinigen?
Unbedingt ja. Dies ist die wichtigste und einfachste Wartungsaufgabe. Ein verstopftes Sieb verschlechtert die Luftzirkulation, was den Trockner länger laufen lässt und den Stromverbrauch in die Höhe treibt. Es dauert nur Sekunden und schützt zudem vor Brandgefahr.
Verbraucht ein Trockner im Standby-Modus viel Strom?
Der Standby-Verbrauch moderner Geräte ist meist gering (unter 1 Watt), kann sich aber über alle Geräte im Haushalt summiert dennoch lohnen zu vermeiden. Bei älteren Modellen kann er höher sein. Am sichersten und sparsamsten ist es, den Trockner nach Gebrauch komplett vom Stromnetz zu trennen, z.B. über eine schaltbare Steckdosenleiste.
Quellen & weiterführende Links
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