Wärmepumpe im Altbau: Effizienz selbst messen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wärmepumpe im Altbau: So messen Sie selbst die Effizienz nach der Installation

Du hast eine Wärmepumpe in deinem Altbau installiert und fragst dich jetzt, ob sie wirklich effizient arbeitet? Viele Hausbesitzer vertrauen blind auf die Technik, doch die tatsächliche Leistung hängt von vielen Faktoren ab. Gerade im Altbau können versteckte Schwachstellen die Einsparungen schmälern. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du selbst die Effizienz deiner Wärmepumpe messen und optimieren kannst – ohne teure Fachleute. So behältst du die Kontrolle über deine Energiekosten und sorgst für eine nachhaltige Heizung.

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Warum die Effizienzmessung im Altbau so wichtig ist

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Im Altbau stellen oft unzureichende Dämmung oder veraltete Heizkörper eine Herausforderung für Wärmepumpen dar. Eine falsche Dimensionierung oder Einstellung kann dazu führen, dass die Anlage mehr Strom verbraucht als nötig. Indem du regelmäßig die Effizienz prüfst, identifizierst du frühzeitig Probleme und kannst Gegenmaßnahmen ergreifen. Das schont nicht nur deinen Geldbeutel, sondern verlängert auch die Lebensdauer der Heizung.

Die 3 häufigsten Ursachen für unnötigen Verbrauch

Bevor du mit dem Messen beginnst, solltest du wissen, wo typische Schwachstellen liegen. Diese drei Ursachen sind laut Experten besonders häufig für ineffiziente Wärmepumpen im Altbau verantwortlich:

  • Falsche Vorlauftemperatur: Ist die Temperatur des Heizwassers zu hoch eingestellt, muss die Wärmepumpe mehr Energie aufwenden. Im Altbau wird oft unnötig hoch geheizt, weil die Heizkörper nicht optimal abgestimmt sind.
  • Mangelhafte Hydraulik: Ungleichmäßige Verteilung des Heizwassers führt dazu, dass einige Räume überhitzt sind, während andere kalt bleiben. Die Pumpe arbeitet dann gegen Widerstände und verbraucht mehr Strom.
  • Vernachlässigte Wartung: Verschmutzte Filter oder ein nicht entlüftetes System reduzieren die Leistung. Im Altbau können zudem veraltete Komponenten die Effizienz beeinträchtigen.

Schritt-für-Schritt: Setup und Optimierung deiner Wärmepumpe

Folge dieser Anleitung, um die Effizienz deiner Wärmepumpe systematisch zu überprüfen und zu verbessern. Du benötigst dafür nur grundlegende Werkzeuge wie ein Thermometer und Zugang zu deinem Stromzähler.

Schritt 1: Kennzahlen verstehen

Um die Effizienz zu messen, musst du zunächst die relevanten Kennzahlen kennen. Die wichtigste ist die Jahresarbeitszahl (JAZ), die das Verhältnis von abgegebener Wärmeenergie zu aufgenommener elektrischer Energie über ein Jahr angibt. Eine hohe JAZ bedeutet eine effiziente Anlage. Daneben gibt es den Coefficient of Performance (COP), der den momentanen Wirkungsgrad unter bestimmten Bedingungen beschreibt, und den Seasonal Coefficient of Performance (SCOP), der über eine Heizperiode gemittelt wird. Quelle: 1komma5.com

Schritt 2: Daten sammeln

Notiere über einen Zeitraum von mindestens einer Woche täglich den Stromverbrauch deiner Wärmepumpe (abgelesen am separaten Zähler oder am Hauptzähler, wenn möglich isoliert) und die Außentemperatur. Miss außerdem die Vorlauftemperatur an deinem Heizkreis und vergleiche sie mit der Solltemperatur. Diese Daten bilden die Basis für deine Effizienzberechnung.

Schritt 3: Berechnung der JAZ

Teile die gesamte abgegebene Wärmeenergie (in Kilowattstunden, kWh) durch den aufgenommenen Stromverbrauch (in kWh) über den Messzeitraum. Für eine grobe Schätzung kannst du den Heizwärmebedarf deines Altbaus aus der Heizlastberechnung verwenden oder konservative Annahmen treffen. Eine JAZ von 3 oder höher gilt im Altbau oft als gut, aber idealerweise sollte sie bei 4 oder mehr liegen. Quelle: ELCO

Schritt 4: Optimierung umsetzen

Basierend auf deinen Ergebnissen passt du die Einstellungen an. Senke die Vorlauftemperatur schrittweise, bis alle Räume noch behaglich warm sind. Überprüfe die Hydraulik, indem du die Heizkörper entlüftest und die Pumpeneinstellungen optimierst. Reinige regelmäßig Filter und lasse bei Bedarf einen Fachmann die Kältemittelmenge prüfen.

Techniker misst Effizienz einer Wärmepumpe im Altbau.
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Fehler, die die Einsparung ruinieren

Achte darauf, diese häufigen Fehler zu vermeiden, sonst könnten deine Bemühungen umsonst sein:

  • Zu kurze Messdauer: Eine Woche reicht oft nicht aus, um saisonale Schwankungen zu erfassen. Mess über mehrere Wochen oder Monate für aussagekräftigere Daten.
  • Ignorieren der Außentemperatur: Der Stromverbrauch hängt stark von der Witterung ab. Korreliere deine Daten immer mit der Außentemperatur, um Verzerrungen zu vermeiden.
  • Übertriebene Erwartungen: Im Altbau ist die Effizienz naturgemäß niedriger als im Neubau. Setze realistische Ziele und vergleiche nicht mit idealisierten Werten.

Mini-Checkliste für die nächste Woche

Fange sofort an, mit dieser einfachen Checkliste:

  • Stromzählerstand der Wärmepumpe notieren (Startwert).
  • Täglich Außentemperatur und Vorlauftemperatur messen.
  • Heizkörper entlüften und Thermostate prüfen.
  • Am Ende der Woche Stromzählerstand erneut ablesen und JAZ grob berechnen.
  • Bei Auffälligkeiten Einstellungen anpassen oder Fachmann konsultieren.

Wochenplan für deine Effizienzmessung

Tag Aufgabe Notizen
Montag Stromzählerstartwert notieren, Außentemperatur messen Vorlauftemperatur prüfen
Dienstag Heizkörper entlüften, Thermostate kontrollieren Eventuelle Kalibrierung vornehmen
Mittwoch Daten sammeln: Temperatur und Verbrauch Auf Unregelmäßigkeiten achten
Donnerstag Weitere Datenerfassung Vergleich mit Vortag
Freitag Einstellungen optimieren (z.B. Vorlauftemperatur senken) Behaglichkeit testen
Samstag Endwert Stromzähler notieren, JAZ berechnen Ergebnisse dokumentieren
Sonntag Plan für Folgewoche erstellen oder Fachmann kontaktieren Bei Bedarf weitere Maßnahmen

FAQ: Häufige Fragen zur Effizienzmessung

1. Kann ich die Effizienz auch ohne separaten Stromzähler messen?

Ja, aber es ist ungenauer. Du kannst den Gesamtstromverbrauch des Hauses nutzen und andere Verbraucher abschalten oder schätzen. Besser ist jedoch ein separater Zähler für die Wärmepumpe, den viele Installateure einbauen.

2. Wie oft sollte ich die Effizienz prüfen?

Idealerweise einmal pro Heizperiode, also jährlich. Bei Auffälligkeiten wie steigenden Stromkosten oder ungleichmäßiger Wärmeverteilung solltest du sofort nachmessen.

3. Was tun, wenn meine JAZ zu niedrig ist?

Überprüfe zuerst die Einstellungen (Vorlauftemperatur, Hydraulik). Wenn das nicht hilft, könnte eine falsche Dimensionierung oder ein technischer Defekt vorliegen. Konsultiere dann einen Fachmann für eine detaillierte Analyse.

4. Ist eine Wärmepumpe im Altbau überhaupt effizient?

Ja, mit der richtigen Planung und Einstellung kann eine Wärmepumpe auch im Altbau effizient arbeiten. Hochtemperatur-Wärmepumpen sind speziell für solche Fälle entwickelt und erreichen gute Werte. Quelle: 42watt.de

Sicherheitshinweis

Achtung: Arbeiten an der Elektrik oder am Kältemittelkreislauf der Wärmepumpe solltest du nur von qualifizierten Fachleuten durchführen lassen. Bei Unsicherheiten konsultiere immer einen Experten, um Risiken wie Stromschläge oder Systemschäden zu vermeiden.

Fazit und nächste Schritte

Die Effizienz deiner Wärmepumpe im Altbau selbst zu messen, gibt dir wertvolle Einblicke und hilft, Kosten zu sparen. Mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung und der Wochencheckliste kannst du direkt starten. Denke daran: Regelmäßige Kontrolle und kleine Optimierungen summieren sich zu großen Einsparungen. Falls du auf Hindernisse stößt, zögere nicht, einen Fachmann hinzuzuziehen – Investitionen in Effizienz zahlen sich langfristig aus. Beginne noch heute mit deiner Messung und mach deine Heizung fit für die Zukunft!

Quellen & weiterführende Links

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