
Sie möchten Ihr bestehendes Haus mit einer Wärmepumpe heizen und fragen sich, ob Sie dafür eine Fußbodenheizung benötigen oder ob Ihre vorhandenen Heizkörper ausreichen. Diese Entscheidung beeinflusst nicht nur die Anschaffungskosten, sondern vor allem die langfristigen Betriebsausgaben.
Die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe hängt entscheidend davon ab, wie effizient sie Wärme erzeugen kann. Der Schlüssel dazu ist die sogenannte Vorlauftemperatur – je niedriger sie ausfällt, desto sparsamer arbeitet die Anlage. Während eine Fußbodenheizung mit sehr niedrigen Temperaturen auskommt, benötigen klassische Heizkörper meist mehr Wärme.
Dieser Vergleich für 2025 zeigt Ihnen, welche Faktoren in Ihrem individuellen Bestandsbau den Ausschlag geben. Wir beleuchten die Kosten für Einbau und Betrieb, die Rolle der Gebäudedämmung und welche Lösung sich in der Praxis wirklich rechnet.
Warum die Temperatur entscheidet
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Eine Wärmepumpe gewinnt den Großteil der Heizenergie kostenlos aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Sie benötigt lediglich Strom für den Antrieb. Ihre Effizienz wird durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschrieben. Eine JAZ von 4,0 bedeutet beispielsweise, dass aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme werden.
Der Einfluss der Vorlauftemperatur
Je höher die Temperatur des Heizwassers sein muss, um Ihre Räume warm zu bekommen, desto mehr Strom verbraucht die Pumpe. Daher ist eine niedrige Vorlauftemperatur das Ziel.
- Fußbodenheizung: Sie arbeitet mit großen Flächen und kommt oft mit Vorlauftemperaturen zwischen 30°C und 35°C aus.
- Moderne Niedertemperatur-Heizkörper: Speziell dimensionierte Modelle benötigen etwa 45°C bis 50°C.
- Alte Standard-Heizkörper: Sie sind oft auf 55°C bis 65°C oder mehr ausgelegt, besonders in weniger gedämmten Häusern.
Wirtschaftlichkeit im Detail: Kosten und Ersparnis
Für ein typisches Einfamilienhaus (Baujahr 1970-1990, ca. 150 m²) lassen sich die Unterschiede konkret beziffern.
1. Investition: Was kostet der Einbau?
Die Anschaffung der Wärmepumpe selbst ist in beiden Fällen ähnlich. Der große Unterschied liegt im Verteilsystem.
Fußbodenheizung nachrüsten
- Kosten: Ca. 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter (inkl. Estrich und Verlegung). Bei 150 m² sind das 12.000 bis 22.500 Euro.
- Aufwand: Sehr hoch. Oft sind umfangreiche Bauarbeiten nötig, bei denen der gesamte Bodenaufbau erneuert wird. Sinnvoll meist nur im Rahmen einer Komplettsanierung.
Heizkörper anpassen oder tauschen
- Kosten: Ein moderner Niedertemperatur-Heizkörper kostet zwischen 300 und 800 Euro. Für ein Haus mit 10 Heizkörpern belaufen sich die Kosten auf etwa 3.000 bis 8.000 Euro.
- Aufwand: Geringer. Oft können die vorhandenen Leitungen weiter genutzt werden. Der Austausch ist in wenigen Tagen mit minimalem „Dreck“ erledigt.
2. Betrieb: Die langfristigen Stromkosten
Hier zeigt sich der Effekt der Vorlauftemperatur auf Ihr Portemonnaie. Bei einem angenommenen Wärmebedarf von 15.000 kWh pro Jahr und einem Strompreis von 0,40 Euro/kWh ergeben sich folgende Szenarien:
- Mit Fußbodenheizung (JAZ 4,0):
- Strombedarf: 15.000 kWh / 4,0 = 3.750 kWh
- Jährliche Kosten: 1.500 Euro
- Mit optimierten Heizkörpern (JAZ 3,2):
- Strombedarf: 15.000 kWh / 3,2 = 4.688 kWh
- Jährliche Kosten: 1.875 Euro
- Mit alten Heizkörpern (JAZ 2,6):
- Strombedarf: 15.000 kWh / 2,6 = 5.769 kWh
- Jährliche Kosten: 2.308 Euro
Die Differenz zwischen dem effizientesten und dem ineffizientesten Szenario beträgt über 800 Euro pro Jahr. Über 20 Jahre gerechnet summiert sich das auf mehr als 16.000 Euro.
3. Förderung nutzen
Die staatliche Förderung (BEG) kann die Entscheidung beeinflussen. Die Höhe des Zuschusses hängt maßgeblich von der erreichten Effizienz (JAZ) der gesamten Anlage ab. Ein System, das eine höhere JAZ ermöglicht – wie es oft mit einer Flächenheizung der Fall ist – kann somit zu einer höheren Förderquote führen. Eine fachkundige Planung ist hier entscheidend.
Praxis-Check: Welche Lösung passt zu Ihrem Haus?
Wann lohnt sich der Einbau einer Fußbodenheizung?
- Bei einer ohnehin anstehenden Komplettsanierung, wenn Böden und Estrich neu gemacht werden.
- Wenn Ihr Haus bereits sehr gut gedämmt ist (mindestens KfW-Effizienzhaus-Standard). Nur dann kann die niedrige Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung ihr volles Potenzial entfalten.
- Bei Neubau-Zusätzen wie einem Wintergarten, der separat beheizt werden soll.
Wann sind (angepasste) Heizkörper die bessere Wahl?
- Wenn Sie die Investitionskosten gering halten möchten. Der Tausch der Heizkörper ist fast immer günstiger als der Einbau einer neuen Fußbodenheizung.
- In gut gedämmten Bestandsgebäuden. Oft reicht der Austausch gegen größere Niedertemperatur-Modelle aus, um Vorlauftemperaturen unter 50°C zu erreichen.
- Wenn Sie keinen großen Sanierungsaufwand betreiben wollen. Der Heizkörpertausch ist eine vergleichsweise unkomplizierte Maßnahme.
Eine Checkliste für Ihre Entscheidung
1. Heizlast berechnen lassen: Ein Energieberater oder Heizungsbauer ermittelt, wie viel Wärme Ihr Haus tatsächlich benötigt.
2. Vorlauftemperatur prüfen: Lassen Sie prüfen, mit welcher Vorlauftemperatur Ihre bestehenden Heizkörper das Haus warm bekommen. Oft liegt diese niedriger als gedacht.
3. Kosten gegenüberstellen: Rechnen Sie die Mehrkosten für eine Fußbodenheizung gegen die langfristig höheren Stromkosten bei Heizkörpern.
4. Förderung einplanen: Klären Sie mit einem Fachbetrieb, welche Effizienz und damit Förderhöhe mit welchem System möglich ist.
Häufige Fragen
Muss ich im Altbau wirklich eine Fußbodenheizung einbauen, um eine Wärmepumpe wirtschaftlich zu betreiben?
Nein, das ist nicht zwingend notwendig. In vielen Fällen reicht der Austausch alter Heizkörper gegen moderne, großflächige Niedertemperatur-Modelle aus, um eine für die Wärmepumpe günstige Vorlauftemperatur von unter 50°C zu erreichen. Entscheidend ist der Zustand der Gebäudedämmung.
Kann ich meine alten Heizkörper einfach mit der neuen Wärmepumpe weiterbetreiben?
Das ist möglich, aber oft nicht wirtschaftlich. Alte Heizkörper sind meist auf hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt. Die Wärmepumpe müsste dann mit geringerer Effizienz arbeiten, was die Stromkosten deutlich erhöht. Ein Fachbetrieb sollte prüfen, ob Ihre Heizkörper für niedrigere Temperaturen geeignet sind.
Welche Rolle spielt die Dämmung meines Hauses bei der Entscheidung?
Eine zentrale Rolle. Je besser Ihr Haus gedämmt ist, desto weniger Wärme geht verloren und desto niedriger kann die Vorlauftemperatur ausfallen. In einem gut gedämmten Haus können oft auch Heizkörper mit niedrigen Temperaturen betrieben werden. In schlecht gedämmten Häusern sind die Anforderungen an das Heizsystem höher.
Die pauschale Aussage, dass eine Wärmepumpe im Altbau zwingend eine Fußbodenheizung benötigt, ist überholt. Für viele gut gedämmte Bestandsgebäude stellt der Austausch der Heizkörper gegen moderne Niedertemperaturmodelle die wirtschaftlichere Gesamtlösung dar. Die deutlich höheren Investitionskosten einer nachträglich eingebauten Fußbodenheizung amortisieren sich oft erst nach sehr langer Zeit – wenn überhaupt.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer individuellen Betrachtung Ihres Hauses. Eine professionelle Heizlastberechnung und Planung ist 2025 unerlässlich, um die für Sie kostengünstigste und effizienteste Kombination aus Wärmepumpe und Heizflächen zu finden.






