
Eine Wärmepumpe, die mit selbst erzeugtem Solarstrom läuft – das klingt nach der perfekten Lösung für niedrige Heizkosten und mehr Unabhängigkeit. Doch die Investition ist beträchtlich. Viele Hausbesitzer fragen sich zu Recht: Wann amortisieren sich die Kosten eigentlich?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn sie hängt von Ihrem individuellen Energieverbrauch, der Gebäudesubstanz und der konkreten Planung ab. Eine realistische Einschätzung ist jedoch möglich. Wir zeigen Ihnen anhand eines durchschnittlichen Einfamilienhauses, welche Faktoren in eine seriöse Wirtschaftlichkeitsberechnung für das Jahr 2025 einfließen.
Dabei betrachten wir nicht nur die reinen Anschaffungskosten, sondern auch die laufenden Ersparnisse, aktuelle Fördermöglichkeiten und wie Sie die Synergie zwischen den beiden Technologien optimal nutzen.
Die Ausgangssituation: Ein typisches Einfamilienhaus
Empfehlung für „Energiemanager für Wärmepumpe“
Finden Sie passende Produkte und Bewertungen zu diesem Thema direkt bei Amazon –
mit einer Auswahl an bewährten, gut bewerteten Produkten.
👉 Jetzt Angebote auf Amazon prüfen
Werbung / Affiliate-Link: Beim Kauf entstehen Ihnen keine Mehrkosten,
aber wir erhalten ggf. eine kleine Provision. Dies unterstützt HaushaltPilot.
Um mit konkreten Zahlen zu rechnen, nehmen wir ein realistisches Beispielhaus als Basis:
- Gebäude: Einfamilienhaus aus den 1990er oder frühen 2000er Jahren, 140 m² Wohnfläche, mittelmäßig gedämmt.
- Wärmebedarf: Etwa 15.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr für Heizung und Warmwasser.
- Bisherige Heizung: Ein moderner Gas-Brennwertkessel.
- Strombedarf Haushalt: Rund 4.000 kWh pro Jahr für Licht, Geräte etc.
Die Investition: Kosten und Förderung 2025
Die Anschaffung ist der größte Posten. Hier eine grobe Übersicht für unser Beispielhaus.
Kosten für die Wärmepumpe
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Einbau und eventuell notwendiger Anpassungen am Heizsystem (wie einem Pufferspeicher) kostet aktuell etwa 30.000 bis 35.000 Euro. Für unsere Rechnung legen wir 32.000 Euro zugrunde.
Kosten für die Photovoltaikanlage
Um den zusätzlichen Strombedarf der Wärmepumpe signifikant zu decken, ist eine verhältnismäßig große Anlage nötig. Eine 10 kWp-Anlage inklusive Wechselrichter und Montage schlägt mit etwa 18.000 bis 22.000 Euro zu Buche. Wir rechnen mit 20.000 Euro.
Ein Stromspeicher erhöht die Unabhängigkeit, verlängert aber die Amortisationszeit deutlich. Wir lassen ihn in dieser Basisrechnung zunächst weg.
Staatliche Zuschüsse nutzen
Ohne Förderung wäre die Rechnung kaum attraktiv. Glücklicherweise gibt es erhebliche finanzielle Unterstützung.
- Für die Wärmepumpe: Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind Zuschüsse von 30% bis zu 40% der förderfähigen Kosten möglich. Bei einem angenommenen Fördersatz von 35% auf 28.000 Euro ergibt das eine Erstattung von 9.800 Euro.
- Für die PV-Anlage: Die gezahlte Mehrwertsteuer (19%) kann erstattet werden. Bei 20.000 Euro brutto sind das rund 3.200 Euro. Zudem erhalten Sie für eingespeisten Strom eine Vergütung (voraussichtlich ca. 8-9 Cent/kWh im Jahr 2025).
Nettokosten nach Förderung: Wärmepumpe (22.200 €) + PV-Anlage (16.800 €) = ca. 39.000 Euro.
Die laufenden Ersparnisse: So rechnet sich die Kombination
Die Wirtschaftlichkeit entsteht durch die Einsparung bei den Energiekosten. Entscheidend ist der Eigenverbrauch des Solarstroms.
Gestehungskosten vs. Netzstrompreis
Ihr selbst erzeugter PV-Strom ist über die Lebensdauer der Anlage betrachtet sehr günstig. Die sogenannten Gestehungskosten liegen bei nur 8-12 Cent pro kWh. Strom aus dem Netz kostet Sie dagegen aktuell etwa 40 Cent pro kWh. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, spart also rund 30 Cent.
Optimierung des Eigenverbrauchs
Eine Wärmepumpe ist der ideale Partner für die Photovoltaik, da ihr Strombedarf flexibel gesteuert werden kann. Mit einem einfachen Energiemanager lässt sie sich so einstellen, dass sie vorrangig bei Sonnenschein läuft – also genau dann, wenn Ihre Anlage Strom produziert.
In der Praxis können Sie so 25-35% des Strombedarfs Ihrer Wärmepumpe direkt mit Solarstrom decken. Der Rest kommt aus dem Netz. Im Sommer kann der Anteil deutlich höher liegen, im Winter entsprechend niedriger.
Jährliche Kosteneinsparung im Detail
Gehen wir von folgenden Annahmen aus:
1. Alte Heizkosten (Gas): 15.000 kWh * 0,12 €/kWh = 1.800 €/Jahr.
2. Neue Heizkosten (Wärmepumpe mit PV):
- Strombedarf Wärmepumpe: Bei einer angenommenen Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,5 benötigt die Pumpe etwa 4.285 kWh Strom (15.000 kWh Wärme / 3,5).
- Eigenverbrauchsanteil: 30% davon (1.286 kWh) deckt die PV-Anlage zu Gestehungskosten von 0,10 €/kWh = 129 €.
- Netzstromanteil: 70% (2.999 kWh) zum Preis von 0,40 €/kWh = 1.200 €.
- Gesamtkosten Heizen: 129 € + 1.200 € = ca. 1.330 €/Jahr.
Ersparnis bei den Heizkosten: 1.800 € – 1.330 € = ca. 470 €/Jahr.
Hinzu kommt die Ersparnis beim Haushaltsstrom, da Sie auch einen Teil Ihrer 4.000 kWh mit PV-Strom decken. Zusätzlich generieren Sie Einnahmen durch die Einspeisevergütung für überschüssigen Strom.
Die Amortisationsrechnung: Wann ist die Investition drin?
Rechnen wir mit den genannten Zahlen weiter:
- Nettokosten der Gesamtanlage: 39.000 €
- Jährliche Gesamtersparnis (Heizkosten + Haushaltsstrom + Einspeisevergütung minus Wartung): konservativ geschätzt 1.200 – 1.500 €.
Daraus ergibt sich eine Amortisationszeit von etwa 12 bis 15 Jahren. Die Lebensdauer einer Wärmepumpe und einer PV-Anlage liegt bei 20+ Jahren. Nach der Amortisation heizen Sie also für viele Jahre zu sehr niedrigen Betriebskosten.
Wichtige Einflussfaktoren
Diese Rechnung ist eine Schätzung. Ihre persönliche Amortisation kann kürzer oder länger sein, abhängig von:
- Ihrem Heizverhalten und Warmwasserverbrauch.
- Der tatsächlichen Effizienz (JAZ) Ihrer Wärmepumpe vor Ort.
- Der Ausrichtung und Größe Ihrer Dachfläche für die PV-Anlage.
- Der zukünftigen Entwicklung der Strom- und Gaspreise (steigende Energiepreise verkürzen die Amortisation).
- Der Möglichkeit, einen Stromspeicher später nachzurüsten.
Häufige Fragen
Kann ich meine Wärmepumpe im Winter komplett mit Solarstrom betreiben?
In den sonnenarmen Wintermonaten reicht der Ertrag einer Photovoltaikanlage in der Regel nicht aus, um den gesamten Strombedarf einer Wärmepumpe zu decken. Die Kombination zielt darauf ab, den Eigenverbrauch über das ganze Jahr zu maximieren. Im Winter wird ein Großteil des benötigten Stroms aus dem Netz bezogen, im Sommer kann der Anteil des Solarstroms dagegen sehr hoch sein.
Brauche ich zwingend einen Stromspeicher (Batterie)?
Nein, ein Speicher ist nicht zwingend notwendig, verlängert aber die Amortisationszeit der Gesamtanlage meist deutlich. Der Vorteil eines Speichers liegt darin, dass Sie auch abends oder nachts Solarstrom nutzen können, was die Unabhängigkeit vom Netz erhöht. Für die reine Wirtschaftlichkeitsrechnung ist er oft der letzte Schritt zur Optimierung.
Wie wirkt sich die Kombination auf meine jährlichen Gesamtenergiekosten aus?
Ihre Gesamtkosten setzen sich nach der Umstellung aus drei Teilen zusammen: den sehr niedrigen Gestehungskosten für den selbst genutzten Solarstrom, den Kosten für den zugekauften Netzstrom und den Einnahmen aus der Einspeisevergütung. Ziel ist es, die Summe aus diesen Posten dauerhaft unter Ihren bisherigen Kosten für Gas/Öl und Haushaltsstrom zu drücken.
Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik ist eine zukunftssichere Investition, die sich für viele Eigenheimbesitzer rechnet. Die hohen Anschaffungskosten werden durch staatliche Fördergelder abgefedert und durch langfristige, deutliche Einsparungen bei den Energiekosten aufgewogen.
Die Wirtschaftlichkeit steht und fällt mit einer sorgfältigen Planung. Eine zu klein dimensionierte PV-Anlage bringt nicht den gewünschten Effekt, eine überdimensionierte verlängert die Amortisationszeit. Lassen Sie sich daher unbedingt von einem unabhängigen Energieberater oder einem erfahrenen Fachhandwerker beraten, der eine detaillierte Berechnung für Ihr konkretes Haus durchführt.
Neben der finanziellen Rendite gewinnen Sie an Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und leisten einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz – ein Aspekt, der sich nicht in Euro beziffern lässt, aber für viele Hausbesitzer immer wichtiger wird.






