Wärmepumpe und Photovoltaik kombinieren: Eine realistische Wirtschaftlichkeitsprüfung für Ihr Haus 2025
Hier entfaltet die Kombination ihre wirtschaftliche Wirkung. Gehen wir für ein Rechenbeispiel von einem durchschnittlichen Strompreis von **0,30 €/kWh** (Stand 2025, Richtwert) aus.
1. **Eigenverbrauch:** Jede selbst genutzte Kilowattstunde (kWh) Solarstrom spart Ihnen die Kosten für Netzstrom (0,30 €). Ohne Batteriespeicher liegt der Eigenverbrauchsanteil typischerweise bei 25-35%. Mit Speicher kann dieser auf 60-80% steigen.
2. **Einspeisevergütung:** Den nicht selbst verbrauchten Strom speisen Sie ein. Für neue Anlagen in 2025 liegt die Vergütung bei etwa **0,07 € – 0,085 €/kWh**. Wirtschaftlich ist der Eigenverbrauch also deutlich attraktiver.
3. **Wegfall alter Heizkosten:** Gleichzeitig entfallen die laufenden Kosten Ihrer alten Heizung (z.B. für Gas, Öl oder Strom). Ein realistischer Vergleich ist zentral. Informationen zum Austausch ineffizienter Systeme finden Sie im Artikel zum Thema [Nachtspeicheröfen im Altbau ersetzen](/nachtspeicheroefen-austauschen-kosten-vs-einsparung-bei-altbau-sanierung/).
Eine beispielhafte Wirtschaftlichkeitsrechnung
Sehen wir uns ein stark vereinfachtes Rechenbeispiel an. Bitte verstehen Sie dies nicht als Prognose, sondern als Illustration der zugrundeliegenden Zusammenhänge.
**Ausgangssituation (typische Richtwerte für ein gut gedämmtes 150 m² Haus):**
- Jahresheizwärmebedarf: 10.000 kWh.
- Wärmepumpe mit einer angenommenen Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4,0.
- PV-Anlage: 10 kWp, erzeugt im Jahr ca. 9.500 kWh Strom.
- Strompreis: 0,30 €/kWh, Einspeisevergütung: 0,08 €/kWh.
**Vereinfachte Rechnung:**
1. **Strombedarf der Wärmepumpe:** 10.000 kWh Wärme / JAZ 4,0 = **ca. 2.500 kWh Strom**.
2. **Anteil aus PV:** Nehmen wir an, 30% dieses Bedarfs (ca. 750 kWh) deckt die PV-Anlage direkt.
3. **Ersparnis für Heizstrom:** 750 kWh * 0,30 €/kWh = **ca. 225 € pro Jahr**.
4. **Reststrom aus Netz:** 2.500 kWh – 750 kWh = 1.750 kWh * 0,30 €/kWh = **ca. 525 € Kosten pro Jahr**.
Ohne PV-Anlage müssten die vollen 2.500 kWh Heizstrom aus dem Netz bezogen werden (ca. 750 €). In diesem Beispiel spart die Kombination also **jährlich etwa 225 € an reinen Heizstromkosten** ein.
**Die Gesamtrechnung ist entscheidend:** Diese rein heizungsbezogene Betrachtung greift zu kurz. Entscheidend ist der **Gesamteigenverbrauch** des Haushalts. Wird der Solarstrom auch für Warmwasser (z.B. mit einer effizienten [Warmwasser-Wärmepumpe](/warmwasser-waermepumpe-fuer-einfamilienhaus-kosten-vs-ersparnis-gegenueber-elektroboiler/)), Haushaltsgeräte und vielleicht ein Elektroauto genutzt, steigt die jährliche Gesamtersparnis deutlich.
So prüfen Sie die Wirtschaftlichkeit für Ihr Haus
Da es keine einfache Pauschalantwort gibt, empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen:
1. **Energiebedarf ermitteln lassen:** Lassen Sie den tatsächlichen Heizwärmebedarf Ihres Hauses von einem unabhängigen Energieberater berechnen. Das ist die unverzichtbare Grundlage für jede seriöse Planung.
2. **Förderung detailliert prüfen:** Informieren Sie sich umfassend über aktuelle Fördermöglichkeiten (BAFA, KfW). Achtung: Oft muss der Förderantrag **vor** der Auftragsvergabe gestellt werden.
3. **Abgestimmte Angebote einholen:** Holen Sie detaillierte und vergleichbare Angebote von mehreren Fachbetrieben für **sowohl** die Heizung **als auch** die Photovoltaik ein. Eine integrale Planung vermeidet Ineffizienzen.
4. **Eigenverbrauch optimieren:** Überlegen Sie, wie Sie den Solarstrom intelligent nutzen können. Neben der Wärmepumpe kann die Ladung eines E-Autos zu sonnigen Zeiten oder die zeitgesteuerte Nutzung von Haushaltsgeräten den Eigenverbrauch stark erhöhen.
5. **Langfristig und realistisch rechnen:** Erstellen Sie eine eigene Wirtschaftlichkeitsrechnung über 15-20 Jahre. Gehen Sie konservativ vor: Berücksichtigen Sie moderate Strompreissteigerungen, aber auch mögliche Wartungskosten.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich meine Wärmepumpe im Winter komplett mit Solarstrom betreiben?
In der Regel nein. In den sonnenarmen Wintermonaten reicht die PV-Erzeugung meist bei weitem nicht für den hohen Wärmebedarf aus. Die Wärmepumpe bezieht dann den Großteil des Stroms aus dem Netz. Die PV-Anlage deckt jedoch einen signifikanten Teil des Jahresbedarfs, insbesondere in den Übergangszeiten, und senkt so die Gesamtkosten spürbar.
Brauche ich unbedingt einen Stromspeicher?
Nein, ein Speicher ist keine zwingende Voraussetzung. Er erhöht zwar den Eigenverbrauch und die Unabhängigkeit, verlängert aber durch die hohen Anschaffungskosten oft die Amortisationszeit der Gesamtanlage. Für viele Haushalte ist es wirtschaftlicher, zunächst auf einen Speicher zu verzichten und den Eigenverbrauch durch smartes Lastmanagement zu optimieren. Ein Speicher kann häufig auch später nachgerüstet werden.
Ist mein (älteres, unsaniertes) Haus überhaupt für eine Wärmepumpe geeignet?
Die Eignung hängt primär vom spezifischen Wärmebedarf ab, der maßgeblich von der Dämmung bestimmt wird. Ein gut gedämmter Neubau ist ideal. Bei sanierten älteren Häusern ist eine Wärmepumpe oft sehr gut möglich. Eine Vor-Ort-Beratung durch einen unabhängigen Energieberater gibt hier die notwendige Sicherheit. Für unsanierte Bestandsgebäude kann unter Umständen auch eine [Hybridheizung aus Gas und Wärmepumpe](/hybridheizung-gas-und-waermepumpe-investition-und-betriebskosten-fuer-150qm-haus/) eine sinnvolle Übergangslösung sein.
Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik ist technisch ausgereift und kann unter den passenden Voraussetzungen eine wirtschaftlich attraktive und zukunftssichere Lösung sein. Sie stellt eine langfristige Investition in niedrigere Betriebskosten, mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und einen aktiven Beitrag zur Energiewende dar.
Sie ist jedoch kein Selbstläufer und garantiert keine schnelle Rendite. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer maßgeschneiderten, ganzheitlichen Planung, die Ihr Gebäude, Ihr individuelles Nutzungsverhalten und Ihre finanziellen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Nehmen Sie sich Zeit für eine fundierte Beratung.
*Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Energie- oder Finanzberatung.






