Wärmepumpe im Altbau nachrüsten: Kosten, Förderung & Wirtschaftlichkeit für 120 m² (2025)

Wärmepumpe Nachrüstung Altbau: Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe an der Außenwand eines sanierten Einfamilienhauses mit Sichtmauerwerk fachmännisch installiert.

Sie wohnen in einem älteren Einfamilienhaus und überlegen, Ihre Heizung zu modernisieren? Die Umstellung auf eine Wärmepumpe ist auch im Bestandsbau eine attraktive Option, um unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu werden und langfristig Kosten zu sparen.

Doch der Weg dorthin wirft viele Fragen auf: Ist mein Haus überhaupt geeignet? Mit welchen Investitionen muss ich rechnen? Und wann amortisiert sich die Technik wirklich? Dieser Ratgeber bietet Ihnen eine praxisnahe Übersicht für ein typisches 120-Quadratmeter-Haus, basierend auf den aktuellen Rahmenbedingungen für 2025.

Wir beleuchten die kritischen Voraussetzungen, geben eine realistische Kosteneinschätzung und zeigen, wie Sie staatliche Fördergelder optimal nutzen können. So können Sie fundiert entscheiden, ob die Nachrüstung für Ihre Situation sinnvoll ist.

Vor der Planung: Passt eine Wärmepumpe zu meinem Altbau?

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Bevor es um Zahlen geht, steht die Machbarkeitsprüfung. Die Effizienz einer Wärmepumpe hängt entscheidend von der Temperatur ab, die Ihr Heizsystem benötigt. Je niedriger diese sogenannte Vorlauftemperatur ist, desto wirtschaftlicher arbeitet die Anlage.

Heizkörper oder Flächenheizung?

  • Idealfall: Sie haben bereits eine Fußboden- oder Wandheizung. Diese Systeme kommen mit niedrigen Vorlauftemperaturen von etwa 30–35 °C bestens zurecht, was perfekt für Wärmepumpen ist.
  • Typischer Altbau: Oft sind klassische Heizkörper (Radiatoren) verbaut, die für 60–70 °C ausgelegt sind. Hier muss die Wärmepumpe deutlich mehr Strom aufwenden. In vielen Fällen ist der Austausch kritischer Heizkörper gegen moderne Niedertemperaturmodelle sinnvoll, um die Effizienz zu steigern.

Wie gut ist Ihr Haus gedämmt?

Der energetische Zustand bestimmt den Wärmebedarf. Ein unsaniertes Haus mit 120 m² kann leicht 25.000 kWh pro Jahr oder mehr benötigen. Nach einer Dämmung von Dach, Fassade und Fenstern sinkt der Bedarf oft auf 10.000–15.000 kWh. Diese Zahl ist zentral für die Dimensionierung der Anlage und Ihre späteren Betriebskosten.

Wo kommt die Technik hin?

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: Die populärste Lösung für Bestandsbauten. Sie benötigt eine Außeneinheit (etwa wie eine Klimaanlage) mit Bedacht auf Schallschutz und innen Platz für Speicher und Hydraulik.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): Erfordert Erdbohrungen oder großflächige Kollektoren im Garten sowie mehr Platz im Technikraum. Hier sind oft Genehmigungen nötig.

Unser Tipp: Eine geförderte Energieberatung vor Ort bringt Klarheit über die optimale Lösung für Ihr Gebäude.

Kostenübersicht: Was kommt auf Sie zu?

Die Investition ist sehr individuell. Für ein 120-m²-Einfamilienhaus können Sie 2025 mit folgenden Posten rechnen (Bruttoangaben inkl. MwSt.).

1. Die Wärmepumpen-Anlage und Installation

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: Ca. 20.000–35.000 €. Die Spanne ergibt sich aus Hersteller, benötigter Leistung (z. B. 8–12 kW) und dem Installationsaufwand.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): Ca. 25.000–30.000 € für die Anlage plus 8.000–20.000 € für die Erschließung (Bohrungen/Kollektoren). Gesamt oft 35.000–45.000 €.

2. Oft notwendige Anpassungen („Umfeldmaßnahmen“)

Diese Punkte werden häufig unterschätzt, sind aber für einen effizienten Betrieb entscheidend:

  • Teilweiser oder kompletter Heizkörpertausch: 3.000–8.000 €
  • Einbau eines Pufferspeichers: 1.500–3.000 €
  • Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage: 800–1.500 €
  • Elektro-Anpassungen (z. B. Starkstromanschluss): 1.000–2.500 €

Realistische Gesamtkosten: Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem durchschnittlichen Altbau sollten Sie mit 25.000 bis 45.000 € kalkulieren. Eine Erdwärme-Lösung liegt in der Regel darüber.

Förderung 2025: So holen Sie Zuschüsse zurück

Die staatliche Förderung ist ein wesentlicher Wirtschaftlichkeitsfaktor. Die wichtigste Quelle ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) über das BAFA.

  • Basisförderung: Beim Austausch einer alten Öl-, Gas- oder Nachtspeicherheizung können Sie mit einem Zuschuss von 30 % der förderfähigen Kosten rechnen.
  • Bonusförderungen: Bis zu 10 % Extra sind möglich, z. B. für den gleichzeitigen Austausch einer Ölheizung oder wenn Sie einen besonders effizienten Wärmeerzeuger wählen.
  • Förderbeispiel: Bei förderfähigen Kosten von 35.000 € und einem Zuschuss von 35 % (30 % Basis + 5 % Ölheizungs-Tausch) erhalten Sie 12.250 € direkt vom Staat. Ihre Nettoinvestition läge dann bei 22.750 €.

Wichtig: Die Förderung muss vor Beauftragung der Maßnahme beantragt werden. Eine Alternative sind zinsgünstige KfW-Kredite.

Betriebskosten & Amortisation: Wann rechnet es sich?

Die Wirtschaftlichkeit hängt von drei Faktoren ab: den eingesparten Energiekosten, der Investitionshöhe und der erhaltenen Förderung.

Jährliche Betriebskosten im Blick

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem sanierten 120-m²-Haus mit einem Wärmebedarf von 15.000 kWh könnte bei einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,0 etwa 5.000 kWh Strom benötigen. Bei einem Strompreis von 35 Cent/kWh ergeben sich jährliche Kosten von ca. 1.750 €.

Vergleich mit Ihrer alten Heizung

  • Alte Gasheizung: Bei 15.000 kWh Bedarf und einem Preis von 12 Cent/kWh lagen die Kosten bei etwa 1.800 € pro Jahr. Die Ersparnis wäre hier zunächst gering, die Unabhängigkeit von Gas aber ein Plus.
  • Alte Ölheizung: Bei einem Literpreis von 1,10 € und einem Verbrauch von 1.500 Litern (ebenfalls ~15.000 kWh) lagen die Kosten bei ca. 1.650 €. Auch hier steht die langfristige Planungssicherheit im Vordergrund.

Vereinfachte Amortisationsrechnung

Nehmen wir an:

  • Nettoinvestition nach Förderung: 25.000 €
  • Jährliche Ersparnis gegenüber der alten Heizung: 200 €
  • Einsparung durch wegfallende Wartung/Kaminfeger: 150 €/Jahr

Das ergibt eine jährliche Gesamtersparnis von 350 €. Unter diesen Bedingungen würde sich die Investition nach etwa 71 Jahren amortisieren. In der Praxis ist die Einsparung oft höher, insbesondere wenn die Energiepreise für fossile Brennstoffe steigen oder Sie eigenen Solarstrom nutzen. Eine realistische Amortisationsspanne liegt oft zwischen 10 und 20 Jahren.

Häufige Fragen

Muss ich im gesamten Haus die Heizkörper austauschen?

Nicht zwingend. Oft reicht es, die ungünstigsten Heizkörper (z.B. in großen Räumen oder im Bad) gegen moderne Niedertemperaturmodelle auszutauschen. Ein hydraulischer Abgleich optimiert das gesamte System und ist in jedem Fall empfehlenswert.

Reicht der vorhandene Stromanschluss für eine Wärmepumpe aus?

In den meisten Fällen muss der Elektroanschluss angepasst werden. Wärmepumpen benötigen in der Regel einen eigenen Drehstromanschluss (400 V). Ein Elektriker sollte dies frühzeitig prüfen. Die Kosten hierfür sind in der Gesamtplanung zu berücksichtigen.

Wie laut ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Moderne Geräte sind vergleichsweise leise. Die Schallleistung liegt oft zwischen 50 und 65 dB(A) – ähnlich wie ein Kühlschrank oder eine leise Unterhaltung. Bei der Aufstellung sollte dennoch auf ausreichend Abstand zu Nachbargrundstücken und Schlafzimmerfenstern geachtet werden.

Die Nachrüstung einer Wärmepumpe im Altbau ist eine langfristige Investition in die Zukunft Ihres Hauses. Sie macht Sie unabhängiger von fossilen Brennstoffen und steigert den Immobilienwert. Der Erfolg steht und fällt mit einer gründlichen Voranalyse: Passt mein Heizsystem? Wie ist der Dämmzustand? Die staatliche Förderung macht die Investition deutlich attraktiver.

Gehen Sie den Schritt systematisch an: Beginnen Sie mit einer Energieberatung, holen Sie mehrere Angebote von qualifizierten Fachbetrieben ein und klären Sie vorab die Förderung. So treffen Sie eine fundierte Entscheidung für mehr Effizienz und Komfort in den eigenen vier Wänden.

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