Temperatur richtig einstellen: Wie warm muss Warmwasser wirklich sein?

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Die richtige Temperatur für Ihr Warmwasser zu finden, ist entscheidend für Ihre Gesundheit, Ihre Energiekosten und Ihren Komfort. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den optimalen Wert bestimmen.

Warum die Temperatur so wichtig ist

Die Einstellung beeinflusst drei zentrale Bereiche: Sie schützt vor gefährlichen Bakterien, bestimmt Ihre Energierechnung und definiert Ihren täglichen Komfort. Eine falsche Wahl kann teuer oder gesundheitsgefährdend werden.

Die optimale Temperatur: Ein Dreiklang aus Hygiene, Sparsamkeit und Komfort

Die ideale Einstellung ist ein Ausgleich zwischen diesen drei Faktoren.

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Hygiene: Die Legionellen-Gefahr im Griff

Legionellen sind Bakterien im warmen Wasser, die über den Wasserdampf beim Duschen eingeatmet werden und schwere Lungenentzündungen verursachen können. Um dies zu verhindern, gelten zwei Grundregeln:

  • Mindestens 60°C im Speicher: Im Warmwasserspeicher (Boiler) muss die Temperatur dauerhaft bei 60°C oder höher liegen. Bei dieser Hitze sterben Legionellen zuverlässig ab.
  • Mindestens 55°C am Wasserhahn: Das Wasser in den Leitungen kühlt ab. Innerhalb einer Minute nach dem Aufdrehen sollte an jeder Entnahmestelle 55°C erreicht werden, um eine Vermehrung in den Rohren zu unterbinden.

Energieeffizienz: Jedes gesparte Grad zählt

Die Wassererwärmung ist ein großer Energieverbraucher. Eine Senkung der Speichertemperatur von 70°C auf 60°C reduziert die Bereitschaftsverluste deutlich. Das Ziel ist die niedrigste Temperatur, die die Hygieneanforderungen noch sicher erfüllt.

Komfort: Die persönliche Wohlfühltemperatur

Für das Händewaschen sind 35-40°C ausreichend. Die meisten Menschen duschen bei 38-40°C angenehm. Eine höhere Speichertemperatur hat einen Vorteil: Sie mischen an der Armatur mehr kaltes Wasser bei, sodass die nutzbare Wassermenge aus dem Speicher steigt. Das ist besonders bei kleinen Boilern vorteilhaft.

Praktische Anleitung: So stellen Sie Ihr System richtig ein

Zentrale Warmwasserspeicher (Boiler)

Stellen Sie die Temperatur auf mindestens 60°C ein. Bei langen Leitungswegen oder großen Speichern sind oft 65°C nötig, um an der entferntesten Armatur noch 55°C zu garantieren. Nutzen Sie bei modernen Geräten die Legionellenschaltung, die den Speicher regelmäßig kurz auf über 70°C erhitzt. Sie ersetzt aber nicht die dauerhafte Mindesttemperatur.

Dezentrale Durchlauferhitzer

Hier besteht kaum Legionellenrisiko, da kein Wasser steht. Sie können die Temperatur nach Bedarf einstellen. Effiziente Werte sind 38-45°C für die Dusche und 45-55°C für die Küche. Sie sparen Energie, weil keine Bereitschaftsverluste anfallen.

Die Zirkulationspumpe optimieren

Diese Pumpe hält Warmwasser in den Leitungen bereit, verbraucht aber selbst Strom und erhöht die Wärmeverluste. Schalten Sie sie nachts per Zeitschaltuhr ab oder passen Sie die Laufzeiten an. Das ist eine effektive Sparmaßnahme.

So realisieren Sie das Sparpotenzial

Die richtige Temperatureinstellung ist ein erster Schritt. Kombinieren Sie sie mit weiteren Maßnahmen für maximale Wirkung:

  • Bauen Sie Sparduschköpfe und Perlstrahler ein.
  • Duschen Sie kürzer und nicht zu heiß.
  • Schalten Sie im Sommer die Heizungsfunktion ab und nutzen Sie den Boiler nur für Warmwasser.

FAQ: Häufige Fragen zur Warmwasser-Temperatur

Warum sind 60°C notwendig? Reichen 50°C nicht aus?

Nein. Bei 50°C finden Legionellen ideale Vermehrungsbedingungen. Aus hygienischer Sicht ist eine dauerhafte Temperatur von mindestens 60°C am Speicher zwingend erforderlich.

Welche Temperatur ist bei einem Durchlauferhitzer im Bad ideal?

Bei dezentralen Durchlauferhitzern richten Sie sich nach Komfort und Sparsamkeit. Für die Dusche sind 38-42°C vollkommen ausreichend. Stellen Sie das Gerät so ein, dass Sie möglichst wenig kaltes Wasser zumischen müssen.

Verbrauche ich mehr Warmwasser, wenn der Boiler heißer eingestellt ist?

Der Verbrauch an teuer erwärmtem Speicherwasser kann sogar sinken, da Sie mehr kaltes Wasser beimischen. Allerdings sind die Wärmeverluste des sehr heißen Speichers deutlich höher, was die Gesamtenergiekosten erhöht.

Wie oft sollte ich die Temperatur kontrollieren?

Überprüfen Sie die Einstellung mindestens einmal jährlich, idealerweise bei der Heizungswartung. Bei älteren Geräten kann das Thermostat ungenau werden. Ein Fieberthermometer am Warmwasserhahn hilft bei der Kontrolle der Austrittstemperatur.

Darf ich die Temperatur im Sommer niedriger stellen?

Von einer Absenkung unter 60°C am Speicher wird abgeraten, da das Hygienerisiko steigt. Stattdessen können Sie die Laufzeit der Zirkulationspumpe reduzieren, um Energie zu sparen.

Was kann ich tun, wenn das Wasser zu lange braucht, um warm zu werden?

Das Problem liegt oft in langen, ungedämmten Leitungen oder einer falsch eingestellten Zirkulationspumpe. Prüfen und optimieren Sie diese Punkte, bevor Sie die Speichertemperatur erhöhen.

Zum Hauptartikel (Pillar)

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Quellen

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