

Die Warmwasserbereitung ist einer der größten Posten auf Ihrer Stromrechnung – oft sogar nach der Heizung der zweitgrößte Energieverbraucher im Haushalt. Ob elektrischer Durchlauferhitzer oder Boiler: Diese Geräte arbeiten im Verborgenen und verursachen kontinuierlich Kosten. Doch wie hoch sind diese genau? Und wie können Sie sie effektiv reduzieren? Die Antwort liegt in der präzisen Analyse mit einem einfachen Hilfsmittel: dem Energiemessgerät.
In diesem umfassenden Guide erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie mit einem Energiemessgerät den tatsächlichen Verbrauch Ihrer Warmwasserbereitung ermitteln, die Kosten berechnen und konkrete, wirksame Optimierungsmaßnahmen umsetzen. Sie werden nicht nur Geld sparen, sondern auch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Key Takeaways:

- Klarheit schaffen: Ein Energiemessgerät liefert die harten Fakten über den Stromverbrauch Ihres Durchlauferhitzers oder Boilers und beendet das Rätselraten.
- Kosten transparent machen: Sie lernen, wie Sie aus den gemessenen Kilowattstunden (kWh) Ihre individuellen Betriebskosten genau berechnen können.
- Systematisch optimieren: Von der richtigen Einstellung der Temperatur über optimale Nutzungszeiten bis hin zum Check der Dämmung – wir zeigen Ihnen alle Stellschrauben.
- Langfristig sparen: Die Kombination aus Messung, Analyse und gezielten Maßnahmen führt zu einer dauerhaften Senkung Ihrer Energiekosten und entlastet die Umwelt.
Warum die Warmwasserbereitung ein Stromfresser ist
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Bevor wir zur Messung kommen, ist es wichtig zu verstehen, warum diese Geräte so viel Energie benötigen. Wasser hat eine sehr hohe spezifische Wärmekapazität – das bedeutet, es braucht viel Energie, um es zu erwärmen. Ein elektrischer Durchlauferhitzer muss die benötigte Wassermenge in Sekundenschnelle auf die gewünschte Temperatur bringen, was eine immense elektrische Leistung (oft 18, 21 oder sogar 24 kW) erfordert. Ein Boiler (Warmwasserspeicher) hält dagegen einen großen Vorrat an warmem Wasser permanent auf Temperatur, was zu ständigen Bereitschaftsverlusten (Standby-Verlusten) durch die Wärmeabgabe an die Umgebung führt.
Beide Systeme sind ineffizient, wenn sie falsch eingestellt oder genutzt werden. Die Folge sind unnötig hohe Stromkosten. Eine genaue Analyse ist daher der erste und wichtigste Schritt zur Optimierung. Für einen ganzheitlichen Blick aufs Stromsparen empfehle ich unseren ultimativen Guide zum Stromsparen im Haushalt.
Schritt 1: Das richtige Werkzeug – Das Energiemessgerät
Ein Energiemessgerät (auch Strommessgerät oder Energiekostenmessgerät) ist ein kleines, preiswertes Gerät, das Sie zwischen die Steckdose und den Stecker Ihres Elektrogeräts schalten. Es misst präzise den Stromverbrauch in Kilowattstunden (kWh), die Leistungsaufnahme in Watt (W) und oft auch die aktuellen Kosten, sobald Sie Ihren Strompreis eingeben.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten:
- Messbereich: Das Gerät muss hohe Leistungen erfassen können (bis zu 3.500-4.000 Watt sind für Haushaltsgeräte ausreichend). Für große Durchlauferhitzer im Drehstromkreis (400V) benötigen Sie ein spezielles Gerät oder müssen den Verbrauch indirekt über den Stromzähler messen.
- Kostenanzeige: Eine Funktion zur Eingabe des Strompreises pro kWh ist sehr hilfreich.
- Langzeitmessung: Wählen Sie ein Modell, das den Verbrauch über mehrere Tage oder Wochen aufzeichnen und speichern kann.
Schritt 2: Die Durchführung der Messung
Die Vorgehensweise unterscheidet sich leicht zwischen Durchlauferhitzer und Boiler.
Für einen Durchlauferhitzer (dezentral, meist unter dem Waschbecken):
1. Gerät anschließen: Stecken Sie das Energiemessgerät in die Steckdose und den Stecker des Durchlauferhitzers in das Messgerät.
2. Strompreis eingeben: Geben Sie Ihren Arbeitspreis für Strom in Cent/kWh ein (finden Sie auf Ihrer Stromrechnung).
3. Typischen Nutzungszyklus messen: Setzen Sie das Gerät zurück und führen Sie dann Ihre normale Warmwassernutzung durch (z.B. Händewaschen, Duschen, Geschirr spülen). Messen Sie idealerweise über eine ganze Woche, um ein realistisches Durchschnittsbild zu erhalten.
4. Daten ablesen: Notieren Sie die verbrauchten kWh und die errechneten Kosten.
Für einen Boiler (Warmwasserspeicher):
1. Gerät anschließen: Gleicher Anschluss wie oben. Achtung: Bei fest installierten Großgeräten im Sicherungskasten kann eine Messung schwierig sein. Hier kann ein Elektriker helfen oder Sie messen indirekt über den Zähler.
2. Standby-Verluste ermitteln: Das ist der entscheidende Wert. Setzen Sie das Messgerät zurück und lassen Sie den Boiler 24 Stunden lang im Normalbetrieb, ohne dass Sie Warmwasser entnehmen. Der angezeigte Verbrauch sind die reinen Bereitschaftsverluste.
3. Verbrauch durch Nutzung messen: Anschließend messen Sie über weitere 24 Stunden Ihren normalen Warmwasserverbrauch (Duschen, etc.).
4. Gesamtverbrauch berechnen: Addieren Sie beide Werte für ein Tagesgesamtbild und multiplizieren Sie diesen mit 365 für eine grobe Jahresprognose.
Schritt 3: Analyse der Ergebnisse und Kostenberechnung
Sie haben nun harte Daten. Nehmen wir ein Beispiel:
- Boiler-Messung: Standby-Verbrauch an einem Tag: 3 kWh. Verbrauch durch Nutzung an einem Tag: 2 kWh.
- Kostenrechnung: Strompreis: 40 Cent/kWh.
- Tageskosten: (3 kWh + 2 kWh) * 0,40 € = 2,00 €
- Jahreskosten (geschätzt): 5 kWh/Tag * 365 Tage * 0,40 € = 730 €
Diese Zahl ist oft eine Offenbarung. Sie sehen sofort, wo das Potenzial liegt: Fast 440 € der jährlichen Kosten (3 kWh/Tag * 365 * 0,40€) fallen allein für das *Bereithalten* des warmen Wassers an, ohne dass Sie einen Tropfen genutzt haben!
Schritt 4: Konkrete Optimierungsmaßnahmen
Basierend auf Ihrer Analyse können Sie nun gezielt eingreifen.
Für Durchlauferhitzer:
1. Temperatur richtig einstellen: Oft ist die Vorlauftemperatur zu hoch eingestellt. 38-40°C für die Dusche reichen völlig. Jedes Grad weniger spart etwa 6% Energie. Stellen Sie die Leistungsstufe oder den Temperaturregler herunter.
2. Sparsame Duschköpfe und Perlstrahler: Ein Sparduschkopf reduziert den Wasserdurchfluss von oft 12-15 Litern pro Minute auf 6-8 Liter. Da weniger Wasser erwärmt werden muss, halbiert sich nahezu der Energiebedarf pro Duschgang.
3. Nutzungsverhalten anpassen: Kurzes, bewusstes Duschen statt Baden. Wasser beim Einseifen abstellen.
Für Boiler:
1. Temperatur absenken: Eine Speichertemperatur von 60°C ist in der Regel völlig ausreichend, um Legionellenbildung zu verhindern und Komfort zu bieten. Jedes Grad weniger spart erheblich, da die Standby-Verluste sinken.
2. Zeitsteuerung installieren: Der größte Hebel! Schalten Sie den Boiler mit einer Zeitschaltuhr nur zu den Nutzungszeiten ein (z.B. morgens 6-8 Uhr und abends 18-22 Uhr). In der übrigen Zeit heizt er nicht nach. Dies kann die Standby-Verluste um 50-70% reduzieren.
3. Dämmung prüfen und verbessern: Ist der Boiler in einem kalten Keller oder einer unbeheizten Abstellkammer aufgestellt? Eine nachträgliche Dämmung des Speichers mit einem Dämmmantel reduziert die Wärmeverluste an die Umgebung direkt. Prüfen Sie auch die Dämmung der Warmwasserleitungen.
Die Optimierung Ihrer Warmwasserbereitung ist ein zentraler Baustein für mehr Energieeffizienz im Haushalt. Weitere praktische Ansätze, besonders für den Bereich mit dem zweithöchsten Verbrauch, finden Sie in unseren Tipps zum Energie sparen in der Küche.
Schritt 5: Nachmessung und Erfolgskontrolle
Setzen Sie die wichtigste Maßnahme (z.B. das Absenken der Temperatur oder die Installation einer Zeitschaltuhr) um. Wiederholen Sie nach einigen Wochen die Messung mit dem Energiemessgerät unter denselben Bedingungen wie beim ersten Mal.
Vergleichen Sie die neuen Werte mit den alten. Sie werden den Erfolg schwarz auf weiß sehen: geringerer Tagesverbrauch, niedrigere Kosten. Diese Kontrolle motiviert und zeigt, welche Maßnahme die größte Wirkung hatte. Dieses Prinzip der Erfolgskontrolle durch Messung können Sie auf alle großen Verbraucher anwenden, wie zum Beispiel auch beim Stromverbrauch des Kühlschranks.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viel kann ich durch die Optimierung meines Warmwasserbereiters sparen?
Die Einsparungen sind sehr individuell, liegen aber typischerweise zwischen 20% und 50% der bisherigen Kosten für die Warmwasserbereitung. Bei einem schlecht eingestellten Boiler ohne Zeitschaltung können die Einsparungen sogar noch höher ausfallen. Entscheidend sind die Basismessung und die umgesetzten Maßnahmen. Allein das Absenken der Temperatur um 10°C und die Nutzung einer Zeitschaltuhr kann bei einem 100-Liter-Boiler mehrere hundert Euro im Jahr einsparen.
Reicht es nicht, einfach den Stecker des Boilers zu ziehen, wenn ich ihn nicht brauche?
Theoretisch ja, praktisch ist es oft unpraktikabel und kann sogar kontraproduktiv sein. Ein komplett abgekühlter Boiler muss beim Einschalten die gesamte Wassermenge neu aufheizen, was einen sehr hohen, konzentrierten Energiebedarf erfordert. Eine Zeitschaltuhr ist die deutlich komfortablere und oft auch effizientere Lösung, da sie den Boiler rechtzeitig vor der Nutzung aufheizt und dann in der Pause ausschaltet. Das ständige manuelle Stecken und Ziehen birgt zudem ein Sicherheitsrisiko und belastet die Steckverbindung.
Mein Durchlauferhitzer ist fest verdrahtet. Wie kann ich ihn messen?
Bei fest installierten, leistungsstarken Durchlauferhitzern (oft mit Drehstromanschluss) können Sie ein handelsübliches Energiemessgerät nicht direkt anschließen. Hier haben Sie zwei Möglichkeiten: 1. Indirekte Messung über den Stromzähler: Schalten Sie alle anderen Verbraucher im Haushalt ab. Notieren Sie den Zählerstand, duschen Sie 5 Minuten lang und lesen Sie den neuen Zählerstand ab. Die Differenz ist der Verbrauch für diese Dusche. 2. Professionelle Hilfe: Ein Elektriker kann ein geeignetes Messgerät zwischen- oder anschließen. Für eine grobe Einschätzung können Sie auch mit dem Typenschild arbeiten: Die Leistung in kW multipliziert mit der Nutzungsdauer in Stunden ergibt den Verbrauch in kWh.
Die Analyse und Optimierung Ihrer Warmwasserbereitung mit einem Energiemessgerät ist kein Hexenwerk, sondern ein systematischer Prozess aus Messen, Verstehen und Handeln. Die anfängliche Investition in ein Messgerät (oft unter 30 €) amortisiert sich innerhalb kürzester Zeit durch die erzielten Einsparungen. Sie gewinnen nicht nur die Kontrolle über einen der größten Stromverbraucher zurück, sondern senken Ihre monatlichen Fixkosten nachhaltig.
Denken Sie daran: Die effektivste Maßnahme ist immer die, die auf Ihren persönlichen Verbrauch zugeschnitten ist. Die Messung liefert Ihnen dafür die unverzichtbare Datengrundlage. Kombinieren Sie die Optimierung Ihrer Warmwasserbereitung mit einem regelmäßigen Check Ihrer Stromtarife und weiteren alltagstauglichen Spartipps, wie sie etwa für den Geschirrspüler gelten. So machen Sie Ihr Zuhause Stück für Stück energieeffizienter und kostengünstiger. Fangen Sie noch heute an – Ihr Portemonnaie und die Umwelt werden es Ihnen danken.






