Waschmaschine reinigen mit Hausmitteln: So nutzt du Natron und Essig richtig

Waschmaschine reinigen mit Natron Essig – Titelbild
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Waschmaschine reinigen mit Hausmitteln: So nutzt du Natron und Essig richtig

EXCERPT: Eine saubere Waschmaschine ist der Schlüssel für frische Wäsche und eine lange Lebensdauer des Geräts. Erfahre hier, wie du deine Maschine mit einfachen Hausmitteln wie Natron und Essig effektiv und umweltfreundlich reinigen kannst – Schritt für Schritt und ganz ohne Chemiekeule.

Deine Waschmaschine ist ein echtes Arbeitstier. Woche für Woche sorgt sie für saubere Kleidung, Handtücher und Bettwäsche. Dabei bleibt sie selbst aber selten sauber. Rückstände von Waschmittel, Kalk, Haare und Fasern setzen sich ab – vor allem in der Gummidichtung, im Flusensieb und in den unsichtbaren Schläuchen. Das kann auf Dauer zu unangenehmen Gerüchen führen und sogar die Waschleistung beeinträchtigen.

Die gute Nachricht: Du musst nicht zur teuren Spezialchemie greifen, um deine Waschmaschine zu reinigen. Mit zwei klassischen Hausmitteln – Natron und Essig – kannst du das Problem effektiv, günstig und umweltschonend angehen. In diesem Artikel zeige ich dir, wie eine Reinigung mit diesen Hausmitteln funktioniert, was du beachten musst und wie du deine Maschine langfristig frisch hältst.

Warum überhaupt die Waschmaschine reinigen?

Vielleicht fragst du dich, ob die Reinigung wirklich nötig ist. Schließlich spült die Maschine sich doch mit jedem Waschgang selbst durch, oder? Leider nur bedingt. Moderne Waschmittel sind oft sehr ergiebig und niedrig dosiert. Zusammen mit weicherem Wasser (weniger Kalk) und niedrigen Temperaturen bei Energiesparprogrammen können sich milde, organische Rückstände bilden. Diese bieten einen perfekten Nährboden für Bakterien und Schimmelsporen, die den typischen muffigen Geruch verursachen.

Eine regelmäßige Reinigung hilft dabei:
* Unangenehme Gerüche aus der Maschine und letztlich auch aus der Wäsche zu verbannen.
* Die Leistungsfähigkeit der Maschine zu erhalten, da verstopfte Siebe und Schläuche den Wasserfluss behindern.
* Die Lebensdauer deines Geräts zu verlängern.
* Energie und Waschmittel zu sparen, denn eine saubere Maschine wäscht effizienter.

Die Hausmittel-Stars: Was können Natron und Essig?

Bevor wir loslegen, schauen wir uns kurz an, warum diese beiden Mittel so gut zusammenarbeiten.

Natron (Natriumhydrogencarbonat) ist ein wahrer Allrounder im Haushalt. Es ist ein mildes, aber wirksames Reinigungs- und Scheuermittel, das Fett und Schmutz löst. Es neutralisiert zudem Gerüche auf chemischem Wege, indem es saure oder basische Geruchsmoleküle bindet – es „überdeckt“ sie nicht nur. Für die Waschmaschine ist es ideal, um Schimmel und Ablagerungen in der Gummidichtung mechanisch zu entfernen und Gerüche zu beseitigen.

Essig (am besten Haushaltsessig mit 5% Säure oder Essigessenz verdünnt) ist ein natürlicher Kalklöser. Die enthaltene Essigsäure reagiert mit den Kalkablagerungen (Calciumcarbonat), löst sie auf und spült sie weg. Das schützt das Heizelement deiner Maschine und erhält die Waschleistung. Wichtig: Verwende keinen starken Essigreiniger oder pure Essigessenz, da diese die Dichtungen und Schläuche auf Dauer angreifen können. Verdünnter Haushaltsessig ist völlig ausreichend und schonend.

Die Kombination aus beiden – Natron für organische Verschmutzungen und Gerüche, Essig für Kalk – ergibt ein perfektes Reinigungsteam.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Die Waschmaschine reinigen mit Natron und Essig

Hier kommt die praktische Anleitung, wie du deine Maschine in einer Doppel-Runde gründlich säuberst. Plane dafür etwa 2-3 Stunden ein, in denen die Maschine läuft.

Vorbereitung: Das brauchst du

  • Natron (Backsoda, Kaiser Natron – alles das gleiche Produkt)
  • Haushaltsessig (5%ige Säure)
  • Eine alte Zahnbürste oder einen kleinen Bürstenaufsatz
  • Einen Lappen oder Schwamm
  • Einen Messbecher
  • Wasser (für die Essigessenz-Verdünnung)
  • Gummihandschuhe (optional, zum Schutz der Hände)

Schritt 1: Die Vorreinigung von Trommel und Dichtung

Zuerst kümmern wir uns um die sichtbaren Verschmutzungen.

  1. Flusensieb leeren: Öffne die kleine Klappe an der Vorderseite deiner Maschine (meist unten rechts). Stelle eine flache Schüssel oder ein Handtuch darunter, da oft Restwasser austritt. Drehe den Siebdeckel vorsichtig ab und entnehme das Sieb. Entferne alle Fasern, Haare und Fremdkörper. Spüle das Sieb unter klarem Wasser ab und setze es wieder ein. Schließe die Klappe.
  2. Gummidichtung reinigen: Ziehe die große Gummidichtung an der Trommelöffnung vorsichtig auseinander. Hier sammeln sich oft Wasser, Haare und ein schmieriger Film. Wische grobe Rückstände mit einem Papiertuch weg.
  3. Natron-Paste anrühren: Mische in einer kleinen Schüssel 2-3 Esslöffel Natron mit etwas Wasser zu einer streichfähigen Paste.
  4. Einreiben und einwirken lassen: Trage diese Paste mit dem Lappen oder der alten Zahnbürste großzügig auf die verschmutzten Stellen der Gummidichtung auf. Besonders die Falten und der Bereich unter dem Gummi sind kritisch. Lasse die Paste für 15-20 Minuten einwirken. Das Natron löst den Schmutz und neutralisiert Gerüche.
  5. Abwischen: Nach der Einwirkzeit nimmst du einen feuchten Lappen und wischst die Paste gründlich ab. Die Zahnbürste hilft dabei, in die Ritzen zu kommen.

Schritt 2: Der Reinigungsgang mit Essig

Jetzt geht’s ans Entkalken und Desinfizieren des Maschineninneren.

  1. Essig einfüllen: Gieße ca. 150-200 ml Haushaltsessig (5%) direkt in die Waschmittelschublade in das Fach für das Hauptwaschmittel. Bei sehr kalkhaltigem Wasser oder starken Gerüchen kannst du auch bis zu 250 ml nehmen. Wichtig: Füge den Essig nicht in die Trommel, sondern nur in die Schublade! So wird er während des Programms optimal dosiert und im ganzen System verteilt.
  2. Programm wählen: Wähle das längste und heißeste Programm, das deine Maschine bietet – idealerweise 90°C Baumwolle oder ein spezielles Reinigungs-/Maschinenpflege-Programm. Diese hohe Temperatur tötet Keime ab und hilft, Fett- und Waschmittelrückstände zu lösen. Stelle die höchstmögliche Schleuderzahl ein (oft wird bei Reinigungsgängen nicht geschleudert, das ist okay).
  3. Starten: Starte das Programm ohne Wäsche und ohne zusätzliches Waschmittel.

Schritt 3: Der Reinigungsgang mit Natron

Nachdem der Essig seine entkalkende Wirkung entfaltet hat, folgt die Runde mit Natron für die finale Frische.

  1. Warten: Lasse das Essig-Programm vollständig durchlaufen.
  2. Natron einfüllen: Nachdem das Programm beendet ist, gib 4-5 Esslöffel (ca. 50-60 g) Natron direkt in die leere Waschmaschinentrommel.
  3. Zweites Programm starten: Wähle nun erneut ein langes Programm mit 60°C (z.B. Baumwolle 60°C). Auch hier wieder ohne Wäsche und ohne Waschmittel. Das Natron wird nun im warmen Wasser im gesamten Innenraum verteilt, löst letzte organische Reste und sorgt für eine geruchsneutrale Umgebung.
  4. Tür und Schublade offen lassen: Nach dem Ende des zweiten Programms ist die Reinigung abgeschlossen. Wische die nun saubere Gummidichtung und die Schublade mit einem trockenen Tuch ab. Lasse die Tür der Maschine und die Waschmittelschublade für mehrere Stunden oder über Nacht offen stehen, damit alles komplett austrocknen kann. Das ist der wichtigste Schritt, um neuen Schimmelbildung vorzubeugen!

Wichtige Hinweise und häufige Fragen

Kann ich Natron und Essig zusammen in einen Gang geben?

Nein, das solltest du vermeiden. Wenn du Natron und Essig vermischst, reagieren sie heftig miteinander (das bekannte „Blubbern“ und Schäumen). Dabei neutralisieren sie sich gegenseitig, und ihre reinigende Wirkung geht größtenteils verloren. Deshalb die getrennten Durchgänge: Erst der saure Essig gegen Kalk, dann das basische Natron gegen Geruch und Schmutz.

Ist das nicht schädlich für die Maschine?

Die hier beschriebene, moderate Anwendung von verdünntem Haushaltsessig und Natron in getrennten Durchgängen ist für moderne Waschmaschinen in der Regel unbedenklich. Sie ist deutlich schonender als manches aggressive chemische Reinigungsmittel. Kritisch kann es werden, wenn du konzentrierte Essigessenz oder große Mengen über lange Zeit verwendest, da Säure auf Dauer Gummidichtungen und Metallteile angreifen kann. Halte dich an die Dosierungsempfehlungen und führe die Reinigung nicht öfter als nötig durch.

Wie oft sollte ich meine Waschmaschine reinigen?

Das hängt stark von deinem Nutzungsverhalten ab. Ein guter Richtwert ist:
* Bei 1-2 Waschgängen pro Woche: Alle 2-3 Monate eine Reinigung wie oben beschrieben.
* Bei häufiger Nutzung oder vielen Koch-/Buntwäschen: Etwa monatlich.
* Zusätzlich: Nach jedem Waschgang die Tür und Schublade einen Spalt offen lassen. Wische die Gummidichtung einmal pro Woche mit einem trockenen Tuch ab. Das beugt am effektivsten vor.

Was tun bei extrem starkem Schimmelbefall?

Wenn du bereits sichtbaren, schwarzen Schimmel in der Dichtung hast, kann die Natron-Paste helfen. Für hartnäckige Fälle kann eine Paste aus Backpulver (enthält neben Natron auch eine Säurekomponente) und Wasser etwas aggressiver wirken. Bei sehr starkem Befall, der sich nicht lösen lässt, oder wenn der Geruch trotz Reinigung bleibt, solltest du einen Fachdienst kontaktieren. Die Maschine könnte innen stark verschmutzt sein.

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Hinweis: Es handelt sich um einen unverbindlichen Hinweis, keine Beratung und keine Garantie für einzelne Produkte.

Weitere Tipps für eine saubere und langlebige Waschmaschine

  • Richtig dosieren: Verwende nie mehr Waschmittel als nötig. Überdosierung ist eine der Hauptursachen für Rückstände. Orientiere dich am Verschmutzungsgrad der Wäsche und an der Wasserhärte in deiner Region.
  • Temperatur variieren: Wasche nicht ausschließlich bei 30°C oder 40°C. Einmal pro Woche ein Programm mit 60°C (z.B. Handtücher, Bettwäsche) tötet Keime ab und spült die Maschine durch.
  • Schublade nicht vergessen: Nimm die Waschmittelschublade regelmäßig (ca. alle 2 Wochen) komplett heraus und spüle sie unter fließendem Wasser ab. Auch hier setzen sich Pulver- und Weichspülerreste fest.
  • Für Profis: Ein entkalkter Wasserkocher oder ein Strommessgerät kann dir indirekt helfen. Kalk im Wasserkocher deutet auf hartes Wasser hin, das auch deine Maschine betrifft. Ein Strommessgerät zeigt dir, wie viel Energie deine Maschine verbraucht – ein schleichender Anstieg kann auf ein verkalktes Heizelement hindeuten.

Eine regelmäßige Pflege deiner Waschmaschine mit einfachen Hausmitteln wie Natron und Essig ist keine Zauberei, sondern eine kleine, wirkungsvolle Routine. Sie spart dir auf Dauer vielleicht den teuren Serviceeinsatz, sorgt für wirklich frische Wäsche und schont dabei noch die Umwelt und deinen Geldbeutel. Probier es einfach beim nächsten Reinigungstag aus – deine Waschmaschine wird es dir danken

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