
Berliner Altbauwohnungen sind charmant, aber oft echte Wasserschlucker. Veraltete Armaturen, lange Leitungswege und manchmal auch die eigene Gewohnheit lassen den Verbrauch und die Nebenkosten in die Höhe schnellen. Lohnt sich der Einbau von Wasserspar-Armaturen in einer Mietwohnung überhaupt? Und welche Maßnahmen bringen wirklich etwas, ohne den Vermieter zu sehr zu strapazieren? Ich habe es für Euch getestet und berichte hier von meinen Erfahrungen. Die Grundlage bildet Unser Berliner Wasserspar-Experiment: So haben wir zu zweit den Verbrauch reduziert, wo Ihr alle Details zu unserem Vorhaben nachlesen könnt.
Welche Armaturen sind für Mieter relevant?

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Als Mieter kommt ein Komplettaustausch der Armaturen meist nicht infrage. Glücklicherweise gibt es viele nachrüstbare Lösungen, die auch in denkmalgeschützten Bädern erlaubt sind.
1. Der Klassiker: Perlator / Strahlregler austauschen
- Was ist das? Ein Sieb, das in den Wasserhahn geschraubt wird. Es mischt Luft in den Strahl, sodass er voll und weich wirkt, aber weniger Wasser verbraucht.
- Einfachheit: ★★★★★ (Werkzeug oft nicht nötig)
- Kosten: 5–15 € pro Stück
- Mein Tipp: Kauft Modelle mit einem Durchfluss von 5–6 l/min („Eco“). Spart bis zu 50% gegenüber alten, verstopften Perlatorn. Achtet auf das Gewinde (M24 x 1 ist Standard).
2. Der Duschexperte: Sparduschkopf
- Was ist das? Ein neuer Duschkopf, der den Wasserdurchfluss begrenzt.
- Einfachheit: ★★★★☆ (oft per Hand aufschraubbar)
- Kosten: 15–40 €
- Mein Tipp: Ein guter Spar-Duschkopf mit ca. 7–8 l/min fühlt sich dank spezieller Düsen immer noch angenehm an. Unser Wechsel hat den Duschverbrauch fast halbiert! Prüft vorher, ob euer Duschschlauch das gleiche Gewinde hat (meist M24 x 1).
3. Für die Toilette: Spartaste nachrüsten oder nutzen
- Was ist das? Zwei-Mengen-Spülung. In Altbauten oft nicht vorhanden.
- Einfachheit: ★☆☆☆☆ (oft nur mit Handwerker möglich)
- Kosten: Ab 150 € für Einbau
- Praktische Alternative: Wenn eine Spartaste nicht nachrüstbar ist, kann ein Spülkasten-Stopp (ein einfacher Stein oder eine gefüllte Wasserflasche im Kasten) das Spülvolumen reduzieren. Fragt vorher den Vermieter!
Schritt-für-Schritt-Anleitung für Mieter
1. Checkt eure aktuellen Armaturen: Dreht einen Perlator ab und schaut nach Verschmutzung oder dem fehlenden Eco-Siegel.
2. Messt den Durchfluss (optional): Stellt einen 10-Liter-Eimer unter den Wasserhahn oder Duschkopf und stoppt die Zeit. So wisst ihr, wo das größte Sparpotenzial liegt.
3. Kauft die passenden Teile: Nehmt die alten Teile mit in den Baumarkt oder bestellt online mit genauer Gewindeangabe.
4. Baut sie ein: Meist reicht eine Zange und ein Tuch, um Kratzer zu vermeiden. Bei Unsicherheit hilft ein kurzes YouTube-Tutorial.
5. Bewahrt die Originalteile auf! Für den Auszug müsst ihr die alten Armaturen oft wieder einbauen.
Häufige Fragen
Darf ich als Mieter überhaupt Armaturen austauschen?
Grundsätzlich ja, aber mit Einschränkungen. Kleine Teile wie Perlatoren oder Duschköpfe dürfen in der Regel ausgetauscht werden, da sie zur normalen Instandhaltung gehören. Wichtig ist, dass ihr die originalen Teile für den Auszug aufbewahrt und wieder einbaut. Bei größeren Eingriffen (z.B. am Spülkasten) solltet ihr unbedingt vorher den Vermieter oder die Hausverwaltung fragen und eine Genehmigung einholen.
Spare ich mit diesen Maßnahmen wirklich nennenswert Geld?
Ja, absolut. Die Investition von vielleicht 50 € für Perlator und Sparduschkopf amortisiert sich oft innerhalb eines Jahres. In unserem Experiment konnten wir den Warmwasserverbrauch (das teure Wasser!) um etwa 30% senken. Bei einem Berliner Durchschnittsverbrauch von 120 Litern pro Person und Tag summiert sich das schnell. Zudem schont es die Umwelt und entlastet die oft alten Leitungen im Altbau.
Wassersparen in der Berliner Altbau-Mietwohnung ist kein Hexenwerk und muss nicht teuer sein. Der Tausch von Perlator und Duschkopf ist eine Mieter-freundliche, kostengünstige und hocheffektive Maßnahme. Sie bringt sofortige Ergebnisse, ohne das Wohnungsgefüge zu verändern. Probiert es aus – schon mit diesen kleinen Helfern könnt ihr euren ökologischen Fußabdruck verkleinern und die nächste Nebenkostenabrechnung positiv überraschen. Jeder Tropfen zählt, besonders in unserer historischen (und manchmal undichten) Berliner Infrastruktur!





