
Die Heizkostenabrechnung im Altbau kann einem schnell den Atem rauben. Dünne Wände, alte Fenster und veraltete Heizsysteme treiben die Energiekosten in die Höhe. Doch was viele nicht wissen: Gerade in Gebäuden mit Nachtspeicheröfen oder elektrischen Heizungen schlummert ein einfaches Sparpotenzial.
Ein kleiner, oft übersehener Helfer kann hier einen spürbaren Unterschied machen. Die Rede ist von einem Nachtstrom-Timer – einem Gerät, das für kleines Geld den Heizbetrieb automatisiert und an günstige Tarifzeiten koppelt. Damit lassen sich unnötige Kosten vermeiden, die entstehen, wenn die Heizung auch tagsüber zum teuren Strompreis läuft.
Warum Altbauten von einer cleveren Heizsteuerung profitieren
Empfehlung für „Nachtstrom Timer mechanisch“
Finden Sie passende Produkte und Bewertungen zu diesem Thema direkt bei Amazon –
mit einer Auswahl an bewährten, gut bewerteten Produkten.
👉 Jetzt Angebote auf Amazon prüfen
Werbung / Affiliate-Link: Beim Kauf entstehen Ihnen keine Mehrkosten,
aber wir erhalten ggf. eine kleine Provision. Dies unterstützt HaushaltPilot.
Viele Altbauwohnungen sind noch mit Nachtspeicherheizungen oder elektrischen Direktheizungen ausgestattet. Diese Systeme verbrauchen viel Strom, können aber durch geschickte Steuerung wirtschaftlicher betrieben werden. Der Schlüssel liegt im Nachtstromtarif (auch Niedertarif genannt). Hier kostet die Kilowattstunde nachts, meist zwischen 22 und 6 Uhr, deutlich weniger als am Tag.
Ohne automatische Steuerung heizen viele Geräte jedoch rund um die Uhr – und verbrauchen dabei auch teuren Tagstrom. Das ist, als würde man ständig zum Höchstpreis tanken, obwohl es regelmäßig Rabattaktionen gäbe.
Voraussetzung: Der richtige Stromzähler
Bevor Sie loslegen, müssen Sie prüfen, ob Ihr Haushalt überhaupt für Nachtstrom geeignet ist. Notwendig ist ein Zweitarifzähler, der den Verbrauch zu Hoch- und Niedertarifzeiten getrennt erfasst. Falls Sie unsicher sind, fragen Sie direkt bei Ihrem Energieversorger nach.
So funktioniert die Einsparung mit dem Timer
Ein Nachtstrom-Timer übernimmt die Steuerung Ihrer Heizung. Er schaltet das Gerät nur in den günstigen Nachtstunden ein, lädt den Wärmespeicher vollständig auf und stellt tagsüber den Stromfluss ab. Die gespeicherte Wärme gibt die Heizung dann über den Tag langsam ab.
Die richtige Einstellung finden
Die konkreten Einsparungen hängen von Ihrem Nutzungsverhalten und der Bausubstanz ab. In einem mäßig gedämmten Altbau kann die gespeicherte Wärme oft bis zum späten Nachmittag reichen. Wichtig ist eine individuelle Anpassung:
- Beginnen Sie mit der vollen Ladezeit (z.B. 8 Stunden nachts).
- Beobachten Sie, wann die Wärme nachlässt.
- Reduzieren Sie die Ladezeit schrittweise, bis Sie Ihr persönliches Minimum für behagliche Temperaturen finden.
Praktische Anleitung: Timer auswählen und installieren
Schritt 1 – Das passende Gerät finden
Im Handel gibt es zwei gängige Typen:
- Mechanische 24-Stunden-Timer: Einfache Drehscheiben mit Steckplättchen. Ideal für feste tägliche Ladezeiten.
- Digitale Wochenprogrammierer: Erlauben unterschiedliche Zeiten für Werktage und Wochenenden. Praktisch, wenn Ihr Tagesrhythmus variiert.
Achten Sie unbedingt auf die maximale Belastbarkeit in Watt. Diese muss höher sein als die Leistungsaufnahme Ihrer Heizung (steht auf dem Typenschild).
Schritt 2 – Installation in wenigen Minuten
1. Timer in die Wandsteckdose stecken.
2. Aktuelle Uhrzeit am Timer einstellen.
3. Einschaltzeiten programmieren (nur innerhalb Ihrer günstigen Nachtstromphase).
4. Das Netzteil der Heizung in den Timer stecken.
5. Die Heizung selbst auf „Dauerbetrieb“ oder „Automatik“ stellen.
Ab jetzt regelt der Timer, wann Strom fließt. Die Heizung steuert nur noch die Temperatur.
Typische Fragen und Bedenken
„Werde ich tagsüber frieren?“
Moderne Nachtspeicheröfen sind darauf ausgelegt, Wärme über viele Stunden abzugeben. Bei guter Einstellung und normaler Wintertemperatur reicht die gespeicherte Energie meist für den gesamten Tag. In sehr kalten Phasen können Sie die Ladezeit temporär erhöhen.
„Darf ich das als Mieter überhaupt?“
Die Installation eines Timers zwischen Steckdose und Heizung gilt in der Regel als geringfügige Veränderung, die keine baulichen Eingriffe erfordert. Zur Sicherheit können Sie Ihren Vermieter informieren – besonders, wenn Sie unsicher bei der Handhabung elektrischer Geräte sind.
„Lohnt sich die Anschaffung finanziell?“
Ein einfacher mechanischer Timer kostet oft weniger als 20 Euro. Bei einer typischen Nachtspeicherheizung kann sich diese Investition bereits in der ersten Heizperiode amortisieren. Die prozentuale Ersparnis variiert je nach bisherigem Nutzungsverhalten, liegt aber bei manuell gesteuerten Altgeräten durchaus im zweistelligen Bereich.
Häufige Fragen
Funktioniert das auch mit einer modernen Wärmepumpe oder Fußbodenheizung?
Nein, diese Strategie ist speziell für elektrische Speicherheizungen oder Direktheizungen mit Nachtstromtarif konzipiert. Moderne Heizsysteme wie Wärmepumpen haben eigene, effizientere Steuerungen und benötigen keinen separaten Timer.
Muss ich den Timer jeden Tag neu einstellen?
Nein, nach der initialen Programmierung arbeitet der Timer automatisch nach dem eingestellten Zeitplan. Nur bei Tarifwechseln Ihres Stromanbieters oder der Umstellung auf Sommer-/Winterzeit ist eine Anpassung nötig.
Ein Nachtstrom-Timer ist keine Wunderwaffe, aber ein wirksames Werkzeug für mehr Energieeffizienz im Altbau. Er automatisiert, was sonst leicht vergessen wird: das Ausschalten der Heizung bei teuren Stromtarifen. Die Einsparung entsteht nicht durch magische Technik, sondern durch konsequente Nutzung günstigerer Tarifzeiten.
Der größte Vorteil liegt vielleicht gar nicht nur in der finanziellen Entlastung, sondern im wiedergewonnenen Gefühl der Kontrolle. Statt die Heizkosten als undurchschaubaren Fixposten hinzunehmen, gestalten Sie den Verbrauch aktiv mit – mit einem minimalen Aufwand, der sich schnell bezahlt macht.






